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04.09.2017

12:48 Uhr

Verhaftung aus politischen Gründen

Festgenommener Deutscher in der Türkei wieder frei

Vergangene Woche wurden in der Türkei zwei Deutsche festgenommen – einer von beiden ist jetzt wohl wieder auf freiem Fuß. Offenbar zeigt die Drohung, die Verhandlungen mit der Türkei zur Zollunion abzubrechen, Wirkung.

Die Festnahmen deutscher Staatsbürger in der Türkei belasten das Verhältnis beider Länder. AFP

Polizeieinsatz in Ankara

Die Festnahmen deutscher Staatsbürger in der Türkei belasten das Verhältnis beider Länder.

BerlinEiner der in der vergangenen Woche in der Türkei festgenommenen Deutschen ist wieder auf freiem Fuß. Der Rechtsanwalt des Inhaftierten habe mitgeteilt, dass sein Mandant ohne Auflagen freigelassen worden sei, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin.

Am vergangenen Donnerstag waren auf dem Flughafen des Urlaubsorts Antalya zwei Deutsche aus politischen Gründen festgenommen worden. Der zweite ist weiterhin in Haft. Insgesamt sitzen damit noch elf Deutsche in türkischen Gefängnissen, denen unter anderem Unterstützung von Terroristen vorgeworfen wird. Sie wurden alle nach dem gescheiterten Putschversuch vor einem Jahr festgenommen.

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Im April soll die Türkei einem Bericht zufolge den Versuch unternommen haben, deutsche Konten von Anhängern der Gülen-Bewegung sperren zu lassen. Die Bundesregierung lehnte die Forderung wohl ab.

Die Bundesregierung hatte nach der Inhaftierung des Menschenrechtlers Peter Steudtner Mitte Juli einen Kurswechsel in der Türkei-Politik vorgenommen und die Reisehinweise für das Urlaubsland vieler Deutscher verschärft. Seit den Festnahmen am Freitag werden weitere Reaktionen diskutiert.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz forderte am Sonntagabend überraschend einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will darüber Gespräche mit den anderen EU-Mitgliedern führen. Für einen Abbruch der Verhandlungen ist ein einstimmiger Beschluss der 28 EU-Mitglieder nötig.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Peter Spiegel

04.09.2017, 13:16 Uhr

Die Türkei ist halt ein Rechtsstaat, der würde ohnehin nicht zur Gangster-EU passen.

H. M.

04.09.2017, 14:19 Uhr

Nichts hat sich geändert 1/12 ist frei.
Solange Deutsche aus politischen Gründen eingesperrt sind braucht es wirtschaftlichen Druck.
Auch sollte man grundsätzklich erwägen Erdogan nicht mehr durch wirtschaftliche Vorteile zu pampern.

Herr Old Harold

04.09.2017, 15:00 Uhr

"Wer nicht hören will, muss fühlen!" (Volksmund)

(Und wer als Deutscher noch immer zum Schnäppchen-Preis nach Antalya reisen muss, bekommt halt fakultativ einen All-Inclusive-Abenteuer-Aufenthalt in einem Türken-Knast dazu.)

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