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11.09.2017

08:03 Uhr

Vor Abstimmung im UN-Sicherheitsrat

Nordkorea droht den USA

Um Nordkorea zum Ende seines Atom- und Raketenprogramms zu zwingen, erwägt die internationale Gemeinschaft so harte Strafmaßnahmen wie nie zuvor. Angestrebt werden sie von den USA – Nordkorea warnt das Land.

Am Montag soll der UN-Sicherheitsrat erneut zusammenkommen. Um schärfere Sanktionen gegen Nordkorea zu beschließen, müssen auch die Veto-Mächte China und Russland zustimmen. dpa

Nordkorea-Konflikt

Am Montag soll der UN-Sicherheitsrat erneut zusammenkommen. Um schärfere Sanktionen gegen Nordkorea zu beschließen, müssen auch die Veto-Mächte China und Russland zustimmen.

New YorkDer UN-Sicherheitsrat wird Diplomaten zufolge an diesem Montag über den US-Vorstoß für neue Sanktionen gegen Nordkorea abstimmen. Es sei aber noch unklar, ob die Veto-Mächte China und Russland die amerikanische Initiative unterstützen werden, sagten Diplomaten am Sonntag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur Reuters in New York. Die USA haben den Entwurf vergangenen Mittwoch eingereicht. Damit er angenommen wird, müssen mindestens neun der 15 Mitglieder zustimmen. Zudem darf es kein Veto aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China geben.

Grund für die US-Initiative ist der vor gut einer Woche durchgeführte sechste und bisher stärkste Atomtest Nordkoreas. Die Amerikaner wollen deshalb unter anderem ein Ölembargo durchsetzen und die Textilexporte des Landes unterbinden. Außerdem sollen Nordkoreaner nicht mehr im Ausland eingestellt werden dürfen.

Südkorea eine harte Gangart gegenüber seinem Nachbarn gefordert. Der Norden habe mit seinen anhaltenden Atom- und Raketentests einen Weg der Rücksichtslosigkeit eingeschlagen, sagte die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung-wha am Montag. "Der Preis für diese kontinuierliche Provokation in eklatanter Missachtung friedliebender Mitglieder der internationalen Gemeinschaft werden Instabilität und wirtschaftliche Härten sein." So habe sich Südkorea dafür eingesetzt, dass ein Ölembargo Teil der neuen Strafmaßnahmen werde.

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Vor der Abstimmung über neue UN-Sanktionen gegen Nordkorea hat das Land die USA gewarnt. Die Vereinigten Staaten würden einen hohen Preis zahlen, wenn das von den USA eingebrachte Votum vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen Erfolg habe, teilte das Außenministerium in Pjöngjang am Montag mit. Es sei „bereit und gewillt“ mit eigenen Maßnahmen zu reagieren.

In einer Erklärung hieß es, Pjöngjang beobachte die Schritte der Vereinigten Staaten genau. Diese versuchten, Nordkoreas legitime Maßnahmen zur Selbstverteidigung „zu strangulieren und komplett zu ersticken“. Die USA legten ihre Natur als „blutdürstiges Biest“ offen. Am vergangenen Dienstag hatte Washington eine Resolution eingebracht, die so harte Sanktionen gegen Nordkorea wie nie zuvor vorsieht. Dazu gehört unter anderem ein Exportverbot aller Öl- und Erdgasressourcen nach Nordkorea. Zudem sollen die Finanzvermögen der nordkoreanischen Regierung und des Machthabers Kim Jong Un im Ausland eingefroren werden.

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Eine Sperre von Textilexporten nach Nordkorea und der Stopp des Ölflusses aus China dürften Pjöngjang vermutlich schwer treffen. Nordkorea bekommt fast alle Öllieferungen aus der Volksrepublik und lediglich einen kleinen Teil aus Russland oder vom offenen Markt.

Diplomaten des UN-Sicherheitsrats sagten, Vertreter aus den USA und China hätten bis in den späten Sonntagabend (Ortszeit) hinein über Formulierungen in der Resolution verhandelt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte jüngst Bedenken geäußert, ob Sanktionen gegen Nordkorea ein effektives Mittel seien, um den Ausbau des Atomprogramms zu stoppen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, Deutschland könne sich direkt in diplomatische Verhandlungen einbringen. „Wenn unsere Beteiligung an Gesprächen gewünscht wird, werde ich sofort ja sagen“, erklärte sie. Mögliches Vorbild seien die Gespräche über das iranische Atomprogramm: Ein solches Format könne sie sich vorstellen, um den Nordkorea-Konflikt beizulegen.

Kommentare (3)

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Herr Tomas Maidan

11.09.2017, 08:20 Uhr

Trumps Strategie des Motzens und Drohens scheint ja überhaupt nicht zu funktionieren. Jede Woche geht die Krise von vorne los.

Herr Peter Spiegel

11.09.2017, 08:41 Uhr

Korea ist die letze Reisemöglichkeit für die in Europa Geherzte. Dort könnte sie wie angekündigt vermitteln oder besser mit Herrn Kim essen. Ernst würde die Gute auch dort nicht genommen aber immerhin ein Staatsbesuch fürs Fernsehen ohne Trillerpfeifen und Tomaten.

Herr Günther Schemutat

11.09.2017, 11:51 Uhr

Die besten Beziehungen auf der Welt zu Diktaturen hat Deutschland. Deutschland unterstützt liefert wichtige technische Teile zum Bau von Bomben oder Giftgas und ist daher Liebling von Staaten wie Nordkorea , Syrien, Iran, Saudi Arabien ,Türkei etc.
Das ist eine Deutsche Schande und wenn Merkel in NK vermitteln will , dann kann sie sicher sein , dass man sie als Gleichgesinnte herzlich begrüsst.

Leider kommen immer die Menschen zu kurz . Nordkoreaner sind keine Monster sie haben Familie und haben sich eingerichtet in einen Staat, der die Menschen in Geiselhaft hält. Das hat selbst Kim Jong wohl langsam gemerkt , aber er geht mit seinen Atombomben einen falschen Weg ,Egal ob er 5 oder 50 Bomben davon hat
sie genügen nicht , da sie vor dem einsetzen gegen ein anderes Land von China
gestoppt werden . Er sollte erkennen das China und Russland lange schon erkannt haben, dass nur restriktive Politik nie zum Ziel führt . Ein Volk sollte auch nicht geteilt sein, dass war ein Verbrechen nach dem Krieg und hat schmerzliche Folgen gehabt. Auch NK wird wieder zusammen wachsen ohne Atombomben und
Rückzug der Amerikaner aus NK .

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