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13.05.2019

04:17

„Wise Honest“

Beschlagnahmter nordkoreanischer Frachter erreicht Amerikanisch-Samoa

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea verschärft sich durch die Beschlagnahmung der „Wise Honest“. Das nordkoreanische Frachtschiff wird nun im Hafen von Pago Pago inspiziert.

Nordkorea: Beschlagnahmter Frachter erreicht Amerikanisch-Samoa dpa

Nordkoreanisches Frachtschiff

Die „Wise Honest“ ist mit 177 Metern Nordkoreas zweitgrößtes Frachtschiff.

Pago PagoDas von den USA beschlagnahmte nordkoreanische Frachtschiff ist auf Amerikanisch-Samoa angekommen. Die „Wise Honest“ wurde bereits am Samstagmorgen langsam in den Hafen des Hauptortes Pago Pago auf der südpazifischen Inselgruppe gezogen und legte am Nachmittag an. Es soll in dem US-amerikanischen Außengebiet inspiziert werden.

Die USA werfen Nordkorea vor, den Frachter für den Export von Kohle nach China, Russland und in andere Länder gebraucht zu haben. Mit dem Export von Kohle soll Nordkorea nach Darstellung der USA sein Atom- und Raketenprogramm finanzieren. Die „Wise Honest“ ist mit 177 Metern Nordkoreas zweitgrößtes Frachtschiff.

Das Justizministerium der USA hatte am Donnerstag mitgeteilt, das Schiff beschlagnahmt zu haben und nach Amerikanisch-Samoa zu überführen. Die Überfahrt aus Indonesien, wo der Frachter im April 2018 festgesetzt wurde, dauerte etwa drei Wochen.

Wie lange der Frachter dort bleiben solle, hänge von den Untersuchungen ab, sagte Amanda Wyrick, Sprecherin der US-Küstenwache. Das Justizministerium leite die Untersuchung.

Die „Wise Honest“, die in Nordkorea registriert ist, soll zunächst im April 2018 von indonesischen Behörden festgesetzt worden sein, woraufhin die US-Justiz eine richterliche Anordnung zur Beschlagnahmung ausstellte. Es ist laut dem Justizministerium das erste Mal, dass die US-Behörden zu so einem Schritt griffen.

Geheimdienstbericht: Nordkorea soll über Russland Kohle exportiert haben

Geheimdienstbericht

Nordkorea soll über Russland Kohle exportiert haben

Einem Geheimdienstmitarbeiter zufolge hat Nordkorea im vergangenen Jahr mehrfach Kohle über Russland nach Südkorea und Japan exportiert. Das ist allerdings durch Uno-Sanktionen gegen das kommunistische Land verboten.

Die Entwicklungen könnten zu neuen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA führen. Am gleichen Tag als das Schiff von den USA festgesetzt wurde, hat Nordkorea laut südkoreanischen Berichten ihre Waffentests fortgesetzt. Das Militär des Nachbarlandes habe zwei Flugkörper abgefeuert, bei denen es sich vermutlich um Kurzstreckenraketen gehandelt habe, hieß es aus Südkorea.

Die nordkoreanischen Waffentests werden in Seoul auch als Versuch der kommunistischen Führung in Pjöngjang gesehen, den Druck auf die USA zu erhöhen. Seit dem Scheitern des zweiten Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im Februar in Vietnam ist die Verunsicherung in der Region gewachsen.

Beide Seiten konnten sich damals nicht in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen. Pjöngjang forderte dabei vergeblich eine Aufhebung eines Großteils der internationalen Sanktionen gegen das Land. Die Sorge weltweit ist groß, dass nach einer zwischenzeitlichen Annäherung Nordkoreas an die USA und Südkorea im vergangenen Jahr die Lage wieder eskalieren könnte. Das südkoreanische Präsidialamt in Seoul äußerte sich am Donnerstag „tief besorgt“, nachdem es bereits nordkoreanische Waffentests vom Samstag kritisiert hatte. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, solche Handlungen führten nur dazu, die Spannungen in der Region zu verschärfen. Guterres rufe alle Seiten dazu auf, den Dialog fortzusetzen.

Brexit 2019

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