MenüZurück
Wird geladen.

11.09.2017

14:49 Uhr

Zweiter Weltkrieg

Polnisches Parlamentsgutachten: Deutschland muss Reparationen zahlen

1953 erklärte die polnische Regierung den Verzicht auf deutsche Entschädigungszahlungen für den Zweiten Weltkrieg. Polnisches Parlament und Regierung finden aber nun, dass Deutschland Entschädigungen zahlen müsse.

Die Erklärung der polnischen Regierung aus dem Jahr 1953 über den Verzicht auf Reparationszahlungen sei verfassungswidrig gewesen und nur auf Druck der Sowjetunion erfolgt, argumentiert das polnische Parlament. dpa

Polnisches Parlament

Die Erklärung der polnischen Regierung aus dem Jahr 1953 über den Verzicht auf Reparationszahlungen sei verfassungswidrig gewesen und nur auf Druck der Sowjetunion erfolgt, argumentiert das polnische Parlament.

WarschauPolen stehen nach einer Expertise des polnischen Parlaments Entschädigungen von Deutschland für die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zu. Das Gutachten des Sejm wurde am Montag veröffentlicht. Darin heißt es: „Es ist legitim zu sagen, dass die Republik Polen einen Anspruch auf Entschädigungen von der Bundesrepublik Deutschland hat und die Behauptung, dass die Ansprüche abgelaufen oder verjährt seien, ist unbegründet.“

Die Erklärung der polnischen Regierung aus dem Jahr 1953 über den Verzicht auf Reparationszahlungen sei verfassungswidrig gewesen und nur auf Druck der Sowjetunion erfolgt. Außerdem habe sie nur die DDR betroffen, heißt es in der Begründung.

Reparationszahlungen: Bundesregierung weist polnische Forderung zurück

Reparationszahlungen

Bundesregierung weist polnische Forderung zurück

In Polen werden Forderungen nach deutschen Reparationszahlungen immer lauter. Es geht um Summen in mindestens dreistelliger Milliardenhöhe. Die Bundesregierung sieht dafür jedoch keinen Anlass.

Mitglieder der polnischen Regierung haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder für Forderungen an Deutschland ausgesprochen. Premierministerin Beata Szydlo hatte am Donnerstag betont: „Polen stehen Reparationen zu, wir sind bereit sie einzufordern.“

Die Bundesregierung weist dies zurück. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Freitag, Polen habe 1953 auf weitere Forderungen verzichtet und dies später mehrfach bestätigt.

Polens Außenminister Witold Waszczykowski sagte am Montag, es seien weitere Gutachten sowie eine Analyse der Verluste Polens während des Zweiten Weltkriegs notwendig, bevor die Regierung einen offiziellen Standpunkt einnehme.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Lana Ebsel

11.09.2017, 16:56 Uhr

Wenn die Polen uns jetzt abzocken wollen, dann sollten wir von ihnen unsere Ländereien zurückfordern, auf denen sie sich seit dem Ende des 2.Weltkrieges breitgemacht haben. Die Polen können sich ja dann mit denen rumstreiten, die jetzt auf dem ehemaligen Polengebiet wohnen.

Herr Kurt Bäcker

11.09.2017, 17:13 Uhr

Diese Frechheit würde nicht ohne Konsequenzen bleiben, wenn auch nur ein Cent überwiesen wird.

Herr C. Falk

11.09.2017, 17:18 Uhr

Durch die Besitzübertragung der ehemaligen deutschen Ostgebiete, Pommern, Schlesien und Teile von Ostpreussen sind Werte in polnischen Besitz gekommen, die wohl jede Reparationsforderung um ein Mehrfaches übersteigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×