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02.06.2022

09:15

Arbeitsmarkt

Ifo: Kurzarbeit in allen Branchen auf dem Rückzug

Die Zahl der Menschen in Kurzarbeit in Deutschland sinkt laut Ifo-Institut stetig. Die Forscher können aber nicht für alle Branchen Entwarnung geben.

Trotz eines allgemeinen Rückgangs der Kurzarbeit ist sie in der Autoindustrie noch immer vergleichsweise hoch. dpa

Autowerk

Trotz eines allgemeinen Rückgangs der Kurzarbeit ist sie in der Autoindustrie noch immer vergleichsweise hoch.

Berlin Trotz enormer Konjunkturrisiken ist die Zahl der Kurzarbeitenden im Mai mit dem Abebben der Corona-Pandemie quer durch alle Branchen hinweg gesunken. Betroffen waren in Deutschland noch 277.000 Beschäftigte nach 399.000 im April, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Das sind noch 0,8 Prozent der Beschäftigten, nach 1,2 Prozent im Vormonat. „Der Rückgang zieht sich durch alle Wirtschaftszweige“, sagte Ifo-Experte Stefan Sauer, dessen Institut Tausende Unternehmen befragt und Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet hat.

Die größten Rückgänge verzeichnet der Handel: Hier spielt Kurzarbeit mit einem Anteil von 0,5 Prozent „kaum noch eine Rolle“, wie Sauer sagte. Im Gastgewerbe sind noch 3,9 Prozent der Beschäftigten oder 42.000 Menschen auf Kurzarbeit. Ausreißer nach oben sind den Angaben zufolge die Autoindustrie mit 4,1 Prozent oder 38.000 Beschäftigten, die Textilhersteller mit 3,9 Prozent (13.000) und die Drucker mit 4,2 Prozent (5000).

Unmittelbar vor Beginn der Corona-Pandemie hatte die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000 gelegen. Im darauffolgenden März war sie auf 2,6 Millionen gesprungen, ehe sie im April 2020 den Rekordwert von sechs Millionen erreichte. Der vorherige Höchstwert während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise lag im Frühjahr 2009 bei 1,5 Millionen.

Die Unsicherheit über die künftige Konjunkturentwicklung ist angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine und der hohen Inflation sehr groß. „Wir müssen vermeiden, dass die Inflation zu einer Rezession führt“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Die Teuerungsrate ist im Mai mit 7,9 Prozent auf ein Niveau gestiegen, das seit den frühen 70er Jahren während der ersten Ölkrise nicht mehr gesehen wurde. Das drückt die Kaufkraft der Verbraucher, was wiederum die Konjunktur belasten dürfte.

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