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27.01.2020

10:40

Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt überraschend dapd

Bauarbeiter auf einer Baustelle

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich verschlechtert.

Konjunktur

„Faustdicke Überraschung“: Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt

Die aktuelle Umfrage zeigt: Die Stimmung in den Unternehmen bleibt gedrückt. Dabei rechneten Experten mit einer Verbesserung des Geschäftsklimas.

München Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zu Jahresbeginn überraschend eingetrübt. Wie das Münchner ifo-Institut am Montag mitteilte, fiel das von ihm erhobene Geschäftsklima im Januar um 0,4 Punkte auf 95,9 Zähler. Analysten hatten dagegen mit einem Zuwachs gerechnet. Im Mittel wurde ein Anstieg auf 97,0 Punkte erwartet.

„Die deutsche Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Belastet wurde die Unternehmensstimmung durch die Erwartungen für das kommende halbe Jahr. Demgegenüber hellte sich die Bewertung der aktuellen Lage leicht auf. Das Ifo-Geschäftsklima ergibt sich aus einer Umfrage unter etwa 9000 Unternehmen.

Die Bundesbank erkennt inzwischen Anzeichen für ein Ende der Talfahrt der deutschen Industrie. Die Notenbank geht davon aus, dass die gesamte Wirtschaftsleistung Ende 2019 weitgehend stagnierte, nach einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent im dritten Quartal. So kommentierten die Chefvolkswirte die Entwicklung des Geschäftsklimas:

Thomas Gitzel (VP Bank): „Der konjunkturelle Aufschwung bleibt eine Wackelpartie. Nach dem Teilabschluss eines Handelsabkommens zwischen den USA und China ist die Feier vorbei, im Januar herrscht Katerstimmung. Der Rückgang im Januar zeigt, dass man in den deutschen Chefetagen skeptisch ist. Der Strukturwandel in der Automobilwirtschaft und der ungewisse Ausgang der Verhandlungen mit Großbritannien über ein Freihandelsabkommen belasten. Darüber hinaus gesellt sich aktuell mit dem Coronavirus ein weiterer temporärer Belastungsfaktor hinzu. Kein Wunder also, dass die Stimmung in den deutschen Unternehmen gedrückt bleibt.“

Alexander Krüger (Bankhaus Lampe): „Von Erleichterung über den US-chinesischen Handels-Deal keine Spur. Sorgen bereitet vor allem der Stimmungsabfall im so wichtigen Dienstleistungssektor. Zudem ist die Stimmung im Bausektor gedrückt geblieben. Mit dem Coronavirus und noch immer drohenden US-Autozöllen für die EU dürften die Sorgen nicht kleiner werden. Erwartungsseitig wird ein konjunkturelles Wendesignal weiter auf sich warten lassen.“

Uwe Burkert (LBBW): „Eine faustdicke Überraschung. Wir hatten mit einer Verbesserung gerade der Erwartungen gerechnet, weil mit dem 'Hard Brexit' und den Kompromisssignalen im Handelsstreit zwei Belastungsfaktoren weggefallen sind. Jetzt ist es anders gekommen. Offenbar hat die Schwäche der Industrie mit Zeitverzug auch die Dienstleister erreicht. Da kann man nur hoffen, dass dort auch die Erholung der Industrie, die wir inzwischen an den Daten ja auch ablesen können, ankommt. Alles in allem zeigt es, dass wir vor einem schwierigen Jahr stehen.“

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