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Special

Stimmen zur US-Wahl

So reagieren die CEOs auf Trumps Sieg

Viele Vorstandschefs blicken mit gemischten Gefühlen in eine Zukunft mit einem US-Präsidenten Donald Trump. Einige hoffen, dass er seine Versprechen nicht umsetzen wird. Allerdings erwarten sie auch positive Effekte.

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„Kurzfristig erwarte ich große Unsicherheit, die vor allem Investitionen beeinträchtigt. Die Volatilität bei Zinsen oder Währungskursen und die Unsicherheit bei Themen wie Handelsabkommen mit China, Nafta und Europa oder auch der Unternehmensbesteuerung  wird zunehmen. Deshalb werden vor allem multinationale Konzerne vorsichtig sein und sich bei Investitionen zurückhalten. Das ist eine ganz normale Reaktion. Wir müssen auf Sicht fahren. 2017 rechnen wir mit deutlichen Bremsspuren in der US-Wirtschaft. Trump ist programmatisch nicht vorbereitet. Er ist beim politischen Establishment isoliert auch in seiner republikanischen Partei. Man muss abwarten, bis die wichtigen Ministerposten besetzt sind. Das wird dauern. Die Unsicherheit wird auf der anderen Seite für einen Anstieg des Dollarkurses sorgen, wovon wir wiederum  profitieren würden, da wir 25 Prozent unseres Umsatzes in Dollar erzielen. Mittelfristig  sehe ich für unsere Industrie positive Effekte. Trump hat sich ganz klar für einen Ausbau der Infrastruktur ausgesprochen, viel stärker noch als Clinton. Nur so kann er schnell Jobs schaffen. Ob das Thema Mauerbau an der mexikanischen Grenze tatsächlich kommt, muss man erstmal abwarten. Wenn ja, wären wir mit Zementwerken in Texas und Arizona gut vorbereitet.“ dpa

Bernd Scheifele, Heidelberg-Cement-Chef

„Kurzfristig erwarte ich große Unsicherheit, die vor allem Investitionen beeinträchtigt. Die Volatilität bei Zinsen oder Währungskursen und die Unsicherheit bei Themen wie Handelsabkommen mit China, Nafta und Europa oder auch der Unternehmensbesteuerung wird zunehmen. Deshalb werden vor allem multinationale Konzerne vorsichtig sein und sich bei Investitionen zurückhalten. Das ist eine ganz normale Reaktion. Wir müssen auf Sicht fahren. 2017 rechnen wir mit deutlichen Bremsspuren in der US-Wirtschaft. Trump ist programmatisch nicht vorbereitet. Er ist beim politischen Establishment isoliert auch in seiner republikanischen Partei. Man muss abwarten, bis die wichtigen Ministerposten besetzt sind. Das wird dauern. Die Unsicherheit wird auf der anderen Seite für einen Anstieg des Dollarkurses sorgen, wovon wir wiederum profitieren würden, da wir 25 Prozent unseres Umsatzes in Dollar erzielen.

Mittelfristig sehe ich für unsere Industrie positive Effekte. Trump hat sich ganz klar für einen Ausbau der Infrastruktur ausgesprochen, viel stärker noch als Clinton. Nur so kann er schnell Jobs schaffen. Ob das Thema Mauerbau an der mexikanischen Grenze tatsächlich kommt, muss man erstmal abwarten. Wenn ja, wären wir mit Zementwerken in Texas und Arizona gut vorbereitet.“

Bild: dpa

"Die US-Amerikaner haben demokratisch entschieden. Die USA sind für Bertelsmann als internationales Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen der weltweit zweitgrößte Markt und damit von großer strategischer Bedeutung. Bertelsmann setzte dort mit 11.000 Mitarbeitern im Jahr 2015 rund 4 Mrd. Euro um – mit wachsender Tendenz. Nach der langen Wahlkampfperiode ist es nun an der Zeit, die Gesellschaft wieder zu einen und rasch zu Sachthemen zurückzukehren. Politische, gesellschaftliche und auch wirtschaftliche Stabilität sind für unser Unternehmen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der US-Geschäfte." dpa

Thomas Rabe, Bertelsmann-Chef

"Die US-Amerikaner haben demokratisch entschieden. Die USA sind für Bertelsmann als internationales Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen der weltweit zweitgrößte Markt und damit von großer strategischer Bedeutung. Bertelsmann setzte dort mit 11.000 Mitarbeitern im Jahr 2015 rund 4 Mrd. Euro um – mit wachsender Tendenz. Nach der langen Wahlkampfperiode ist es nun an der Zeit, die Gesellschaft wieder zu einen und rasch zu Sachthemen zurückzukehren. Politische, gesellschaftliche und auch wirtschaftliche Stabilität sind für unser Unternehmen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der US-Geschäfte."

Bild: dpa

"Er ist ein demokratisch gewählter Präsident, das ist zu akzeptieren. Jetzt ist der Blick nach vorne zu richten, wie das Land geeinigt wird." dpa

Olaf Berlien, Osram-Chef

"Er ist ein demokratisch gewählter Präsident, das ist zu akzeptieren. Jetzt ist der Blick nach vorne zu richten, wie das Land geeinigt wird."

Bild: dpa

"Ich hätte nach den Umfragen nicht erwartet, dass Trump auf der Zielgeraden Clinton noch abfängt. Ich persönlich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht, aber die amerikanischen Wähler haben nun so entschieden. Meine Befürchtung ist, dass Trump in der Wirtschafts- und Handelspolitik den amerikanischen Interessen rigoros den Vorzug geben wird. Jedenfalls hat er einem weiteren Ausbau des Freihandels, etwa über das TTIP-Abkommen, bisher eine klare Absage erteilt, TTIP dürfte damit tot sein. Für unsere Industrie, für die die USA der wichtigste Exportmarkt sind, wäre das schädlich - übrigens langfristig auch für die US-Wirtschaft. Dass Trump außenpolitisch zurückhaltender auftreten und weniger aggressiv gegenüber Russland agieren will, gegebenenfalls auch die Sanktionen aufhebt, darauf würde ich mich nicht verlassen. Dazu sind seine außenpolitischen Positionen bislang zu wenig klar und zum Teil widersprüchlich. Was mir wirklich Sorgen bereitet, ist die Frage, wie Trump die amerikanische Gesellschaft wieder zusammenführen will. Nicht zuletzt er selbst hat ja zu der erkennbaren Spaltung durch einen extrem aggressiven Wahlkampf maßgeblich beigetragen. Er sollte also dringend seine eigenen Anhänger beschwichtigen und auch auf die Clinton-Wähler zugehen. Denn er ist der Präsident aller US-Amerikaner." dpa

Stefan Wolf, Vorsitzender Südwestmetall und Elring-Klinger-Chef

"Ich hätte nach den Umfragen nicht erwartet, dass Trump auf der Zielgeraden Clinton noch abfängt. Ich persönlich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht, aber die amerikanischen Wähler haben nun so entschieden. Meine Befürchtung ist, dass Trump in der Wirtschafts- und Handelspolitik den amerikanischen Interessen rigoros den Vorzug geben wird. Jedenfalls hat er einem weiteren Ausbau des Freihandels, etwa über das TTIP-Abkommen, bisher eine klare Absage erteilt, TTIP dürfte damit tot sein. Für unsere Industrie, für die die USA der wichtigste Exportmarkt sind, wäre das schädlich - übrigens langfristig auch für die US-Wirtschaft. Dass Trump außenpolitisch zurückhaltender auftreten und weniger aggressiv gegenüber Russland agieren will, gegebenenfalls auch die Sanktionen aufhebt, darauf würde ich mich nicht verlassen. Dazu sind seine außenpolitischen Positionen bislang zu wenig klar und zum Teil widersprüchlich.

Was mir wirklich Sorgen bereitet, ist die Frage, wie Trump die amerikanische Gesellschaft wieder zusammenführen will. Nicht zuletzt er selbst hat ja zu der erkennbaren Spaltung durch einen extrem aggressiven Wahlkampf maßgeblich beigetragen. Er sollte also dringend seine eigenen Anhänger beschwichtigen und auch auf die Clinton-Wähler zugehen. Denn er ist der Präsident aller US-Amerikaner."

Bild: dpa

"Die digitale Wirtschaft steht für Grundwerte wie die freie Meinungsäußerung und Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Der Grundsatz des Respekts gerade gegenüber demokratischen Entscheidungen gilt auch mit Blick auf die aus deutscher Perspektive erstaunlichen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in den USA. Sie sind ein Signal, die digitale Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen und die Inklusion weltweit zu stärken, und eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Die digitale Wirtschaft wird weiterhin für Freiheit und internationale Vernetzung eintreten. Sie wird sich für eine Verbesserung des Bildungswesens und den freien Zugang zu Informationen stark machen. Die besten Mittel gegen diffuse Ängste und Populismus sind eine ausgezeichnete Bildung - und ein eigener klarer Kopf." dpa

Bernhard Rohleder (r.), Hauptgeschäftsführer Bitkom

"Die digitale Wirtschaft steht für Grundwerte wie die freie Meinungsäußerung und Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Der Grundsatz des Respekts gerade gegenüber demokratischen Entscheidungen gilt auch mit Blick auf die aus deutscher Perspektive erstaunlichen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in den USA. Sie sind ein Signal, die digitale Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen und die Inklusion weltweit zu stärken, und eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.

Die digitale Wirtschaft wird weiterhin für Freiheit und internationale Vernetzung eintreten. Sie wird sich für eine Verbesserung des Bildungswesens und den freien Zugang zu Informationen stark machen. Die besten Mittel gegen diffuse Ängste und Populismus sind eine ausgezeichnete Bildung - und ein eigener klarer Kopf."

Bild: dpa

"Die transatlantische Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Europa bleibt auch für die Wirtschaft ein unverzichtbarer Bestandteil für Wachstum und damit für den Wohlstand der Menschen auf beiden Kontinenten. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese langen, historisch gewachsenen Bindungen stark bleiben und sich weiter entwickeln werden. Wir hoffen, dass die USA auch beim Ausbau erneuerbarer Energien und damit beim Klimaschutz in den kommenden Jahren ein verlässlicher Partner sein werden." AP

Johannes Teyssen, Eon-Chef

"Die transatlantische Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Europa bleibt auch für die Wirtschaft ein unverzichtbarer Bestandteil für Wachstum und damit für den Wohlstand der Menschen auf beiden Kontinenten.

Ich bin fest davon überzeugt, dass diese langen, historisch gewachsenen Bindungen stark bleiben und sich weiter entwickeln werden. Wir hoffen, dass die USA auch beim Ausbau erneuerbarer Energien und damit beim Klimaschutz in den kommenden Jahren ein verlässlicher Partner sein werden."

Bild: AP

"Ich bin zuversichtlich, dass der zukünftige Präsident der USA die wirtschaftliche Partnerschaft mit Deutschland und der ganzen Welt fortführen wird. Die Vergangenheit hat klar gezeigt, dass insbesondere die amerikanische Wirtschaft, wie auch Gesellschaft, vom freien und globalen Handel profitierte." dpa

Karl-Heinz Streibich, Software-AG-Chef

"Ich bin zuversichtlich, dass der zukünftige Präsident der USA die wirtschaftliche Partnerschaft mit Deutschland und der ganzen Welt fortführen wird. Die Vergangenheit hat klar gezeigt, dass insbesondere die amerikanische Wirtschaft, wie auch Gesellschaft, vom freien und globalen Handel profitierte."

Bild: dpa

"Donald Trump schlägt Hillary Clinton. Ein Black Tuesday für den Welthandel. Trumps Unberechenbarkeit und sein Protektionismus bringen enorme Unsicherheit mit sich – politisch und wirtschaftlich. Beide Präsidentschaftskandidaten haben sich wiederholt gegen Freihandelsabkommen ausgesprochen und protektionistische Parolen verbreitet. Dabei hat der designierte Präsident immer noch eine Schippe draufgelegt. Nun sind Senat und Repräsentantenhaus gefragt, Trumps Unberechenbarkeit in strukturierte Politik zu überführen. Und Trump ist gefragt, das Land im Innern wieder zu einen. Ob er dafür der Richtige ist, bleibt fraglich. Doch nur eine sozial stabile USA ist auch ein starker Handelspartner." dpa

Lutz Goebel, Präsident des Verbands der Familienunternehmen

"Donald Trump schlägt Hillary Clinton. Ein Black Tuesday für den Welthandel. Trumps Unberechenbarkeit und sein Protektionismus bringen enorme Unsicherheit mit sich – politisch und wirtschaftlich.

Beide Präsidentschaftskandidaten haben sich wiederholt gegen Freihandelsabkommen ausgesprochen und protektionistische Parolen verbreitet. Dabei hat der designierte Präsident immer noch eine Schippe draufgelegt. Nun sind Senat und Repräsentantenhaus gefragt, Trumps Unberechenbarkeit in strukturierte Politik zu überführen. Und Trump ist gefragt, das Land im Innern wieder zu einen. Ob er dafür der Richtige ist, bleibt fraglich. Doch nur eine sozial stabile USA ist auch ein starker Handelspartner."

Bild: dpa

"Die Verunsicherung, wohin die USA nun steuern ist groß. Wir hoffen, dass Donald Trump trotz nationalistischer und protektionistischer Positionen im Wahlkampf als Präsident der Vereinigten Staaten an die engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und den USA anknüpfen wird. Wir brauchen eine stabile transatlantische Zusammenarbeit bei weltweit wichtigen Zukunftsfragen – zum Beispiel bei der Handels-, Klima- und Wirtschaftspolitik." dapd

Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie

"Die Verunsicherung, wohin die USA nun steuern ist groß. Wir hoffen, dass Donald Trump trotz nationalistischer und protektionistischer Positionen im Wahlkampf als Präsident der Vereinigten Staaten an die engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und den USA anknüpfen wird. Wir brauchen eine stabile transatlantische Zusammenarbeit bei weltweit wichtigen Zukunftsfragen – zum Beispiel bei der Handels-, Klima- und Wirtschaftspolitik."

Bild: dapd

"Wir können nur hoffen, dass er (Trump) seinen Worten keine entsprechenden Taten folgen lässt." obs

Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA

"Wir können nur hoffen, dass er (Trump) seinen Worten keine entsprechenden Taten folgen lässt."

Bild: obs

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