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10.06.2022

14:46

USB-C

Apple verliert den Anschluss – Ab 2024 einheitliche Ladebuchsen in der EU

Von: Christoph Herwartz

PremiumEuropa schafft in der Schublade Ordnung bei den Ladekabeln: Auch iPhones müssen künftig mit einem Standardstecker aufgeladen werden können.

USB-C Imago

USB-C

Um gesetzliche Vorgaben für Ladekabel wird schon lange gerungen.

Brüssel Die EU löst ihr schon vor Jahren abgegebenes Versprechen ein, dass elektronische Geräte auf einheitliche Weise geladen werden können. Ab Herbst 2024 müssen neue tragbare elektronische Geräte mit Akku eine USB-C-Buchse besitzen. Darauf haben sich die Unterhändler von EU-Parlament, Mitgliedstaaten und EU-Kommission am Dienstag geeinigt.

Im Gesetz werden folgende fünfzehn Geräte aufgeführt sein:

  • Mobiltelefone
  • Tablets
  • E-Reader
  • Ohrhörer
  • Kopfhörer
  • Headsets
  • Digitalkameras
  • tragbare Videospielkonsolen
  • tragbare Lautsprecher
  • Keyboards
  • Computermäuse
  • Navigationsgeräte
  • Smartwatches
  • elektronisches Spielzeug
  • Laptops – für sie gilt die USB-C-Pflicht allerdings erst in rund dreieinhalb Jahren

Produkte, die zu klein für einen USB-C-Anschluss sind, dürfen auch weiterhin ohne einen solchen verkauft werden. In Zukunft soll regelmäßig geprüft werden, ob die Liste der erfassten Geräte erweitert wird – mit Gesundheitstrackern, Körperpflegegeräten, Sportausrüstung und Lampen hatten schon diesmal weitere Geräte zur Debatte gestanden.

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    USB-C als Standard-Ladebuchse: Künftig weniger Elektroschrott in der EU

    Die neue Regel soll auf der einen Seite den Verbrauchern helfen: Ein einheitliches Kabel zu verwenden, ist komfortabler und auch billiger. Auf der anderen Seite soll Elektronikschrott vermieden werden.

    Dabei soll helfen, dass jedes Gerät künftig auch ohne Ladekabel angeboten werden muss. Insgesamt werden laut EU-Parlament pro Jahr 11.000 Tonnen an Ladegeräten entsorgt.

    Die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im Parlament, Anna Cavazzini, lobte das Gesetz. Dieses „spart Ressourcen, schont das Klima und die Nerven der Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagte sie. EU-Kommissar Thierry Breton nannte die Verhandlungen als beispielhaft dafür, was erreicht werden kann, wenn sich die Politik nicht von Lobbyinteressen aufhalten lässt.

    Apple setzte sich gegen das Gesetz zu USB-C ein

    Besonders der Apple-Konzern hatte sich gegen das Gesetz gestemmt. Es behindere Innovation, argumentierte das Unternehmen. Während die Apple-Laptops längst per USB-C geladen werden können, haben iPhones weiterhin den speziellen Lightning-Anschluss.

    Der US-Hersteller muss in Zukunft in Europa die USB-C-Buchse einbauen. dpa

    Lightning-Anschluss von Apple

    Der US-Hersteller muss in Zukunft in Europa die USB-C-Buchse einbauen.

    Auch Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Verbands Bitkom, äußerte sich kritisch. „Die politische Festlegung auf einen technischen Standard wird den Elektroschrott nicht reduzieren, sondern vor allem Innovationen bremsen, und läuft dem wichtigen Prinzip der Technologieoffenheit massiv zuwider“, erklärte er.

    EU muss Gesetz zu USB-C als Standard-Ladebuchse noch formal verabschieden

    Breton versprach, dass die Kommission die weitere technische Entwicklung im Blick behalten werde und bereit sei, das Gesetz wieder zu ändern, wenn sich eine bessere Lösung zeige. Weiter fördern will die EU auch das kabellose Laden. Dazu soll die Kommission die Entwicklung im Blick behalten und auf einen Standard für diese Technik hinwirken.

    Formal muss das Gesetz noch vom EU-Parlament und vom Rat der Mitgliedstaaten verabschiedet werden. Das ist aber Formsache, nachdem sich die Unterhändler beider Institutionen am Dienstag auf einen gemeinsamen Text verständigt haben.

    Erstpublikation: 07.06.22, 12:18 Uhr (zuletzt aktualisiert: 07.06.22, 15:24 Uhr).

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