Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2015

09:30 Uhr

Anfeindungen auf Facebook

„Lübecker Nachrichten“ ohne Flüchtlingsthemen

Eine geplante Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge sorgt für Streit in Lübeck. Wegen Hass-Kommentaren und Beleidigungen verlinken die „Lübecker Nachrichten“ nun keine Artikel mehr zu dem Thema auf Facebook.

„Die Masse der justitiablen Anfeindungen und die Folgen wie Beleidigungsklagen sind einfach nicht mehr zu handhaben.“ Screenshot: Facebook.com

Facebook-Seite der „LN“

„Die Masse der justitiablen Anfeindungen und die Folgen wie Beleidigungsklagen sind einfach nicht mehr zu handhaben.“

LübeckWegen immer neuer Hass-Kommentare verlinken die „Lübecker Nachrichten“ auf ihrer Facebook-Seite vorerst nicht mehr auf Berichte zum Thema Flüchtlinge in Lübeck. Auf diese Entscheidung habe es überwiegend positive Reaktionen von Lesern gegeben, zitierte der Branchendienst Meedia am Dienstag den stellvertretenden Chefredakteur der „Lübecker Nachrichten“, Lars Fetköter. Es habe jedoch auch den Vorwurf gegeben, die Redaktion zensiere sich selbst.

Bereits Ende der vergangenen Woche hatte die Redaktion auf ihrer Facebook-Seite mitgeteilt: „Die Masse der justitiablen Anfeindungen und die Folgen wie Beleidigungsklagen sind einfach nicht mehr zu handhaben.“ Man halte das Thema Flüchtlinge aber weiter für relevant und werde in der Online-Ausgabe der Zeitung weiter darüber berichten.

Facebook in Zahlen

Monatliche Nutzer

Pro Monat waren im dritten Quartal 2017 über zwei Milliarden Nutzer bei Facebook aktiv. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,7 Milliarden.

Umsatz

2016 machte Facebook einen Umsatz von rund 27,64 Milliarden US-Dollar und konnte einen Gewinn in Höhe von rund 10,22 Milliarden US-Dollar ausweisen.

Die meisten Fans

hatten im August 2017 die Fanseiten von Christiano Ronaldo (122 Millionen), Real Madrid (106 Millionen) und Shakira (104 Millionen).

Mitarbeiter

Von gerade einmal knapp 2.100 Mitarbeitern im Jahr 2010 wuchs das Unternehmen auf über 17.000 im Jahr 2016.

Whatsapp

Der Nachrichtendienst Whatsapp, gemeinhin bekannt als das Ende der SMS, zählte im Juli 2017 rund 1,3 Milliarden Nutzer.

Instagram

Die Foto-Plattform Instagram wurde 2016 jeden Monat von 428 Millionen Nutzern besucht. Bis 2021 sollen es knapp 930 Millionen sein, schätzt das Marktforschungsunternehmen eMarketer.

Forschung und Entwicklung

Für diese Bereiche gab der Konzern 2016 knapp sechs Milliarden US-Dollar aus – 2011 waren es noch 388 Millionen US-Dollar.

In Lübeck wird derzeit heftig über das Thema Flüchtlinge diskutiert. Streitthema ist ein Plan der Landesregierung und der Stadt, eine Erstaufnahme-Einrichtung für 600 Flüchtlinge zu errichten. Die rund 1700 Anwohner in dem Neubaugebiet fordern eine kleinere Einrichtung.

„Die Anfeindungen stammen aus zwei Lagern“, berichtete ein Sprecher der Madsack Mediengruppe, zu der die „LN“ gehören. „Von Gegnern und Befürwortern der Einrichtung gab es gegenseitige Anschuldigungen, die beleidigend und ehrverletzend waren.“ Dies habe ein Ausmaß und eine Intensität angenommen, die so nicht mehr hinnehmbar oder kontrollierbar gewesen seien.

„Wenn Beleidigungen überhandnehmen, verfehlt die offene Debatte auf Facebook, der wir uns sonst auch weiterhin gerne stellen, ihren Zweck.“ Nach wie vor stehe allen Lesern die Kommentarfunktion auf der Internetseite „LN Online“ offen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×