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Geldgeber auf dem Hemd

Die umstrittensten Sponsoren der Bundesliga

Ultras, Hochprozentiges und ein Geflügelmäster: Wenn Vereine ihre Trikotbrust verkaufen, kann das Image des Werbepartners zum Problem werden. Jetzt lässt Rot-Weiß Essen mit einem umstrittenen Sponsor aufhorchen.

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Für die neue Saison hat sich der Regionalligist aus de m Ruhrgebiet etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Gleich 70 Sponsoren werden die Trikots von Rot-Weiß Essen zieren. Die Namen der spendablen Gönner stehen ganz klein im großen „Essen“-Schriftzug auf der Brust. Eine Neuheit in der Geschichte des Bundesliga-Sponsoring: Zu den Sponsoren zählen auch die „Ultras Essen“. Der Verein betont, dass die Gruppe noch nie negativ aufgefallen sei. Die Gruppe selbst lobt die Idee als „ehrlicher“, als die Werbung auf der Brust dem zu verkaufen, der am meisten dafür zahlt. Während der gesamten Vorrunde bietet der Verein seinen Fans an, sich durch Sponsoring ihrer Liebe zu Rot-Weiß Ausdruck zu verleihen. Die Deadline für ein Platz auf den Trikots ist am 22. Juli. picture alliance / dpadpa / picture alliance

Für die neue Saison hat sich der Regionalligist aus de m Ruhrgebiet etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Gleich 70 Sponsoren werden die Trikots von Rot-Weiß Essen zieren. Die Namen der spendablen Gönner stehen ganz klein im großen „Essen“-Schriftzug auf der Brust. Eine Neuheit in der Geschichte des Bundesliga-Sponsoring: Zu den Sponsoren zählen auch die „Ultras Essen“. Der Verein betont, dass die Gruppe noch nie negativ aufgefallen sei. Die Gruppe selbst lobt die Idee als „ehrlicher“, als die Werbung auf der Brust dem zu verkaufen, der am meisten dafür zahlt. Während der gesamten Vorrunde bietet der Verein seinen Fans an, sich durch Sponsoring ihrer Liebe zu Rot-Weiß Ausdruck zu verleihen. Die Deadline für ein Platz auf den Trikots ist am 22. Juli.

Bild: picture alliance / dpadpa / picture alliance

Die Essener sind nicht die ersten, die beim Thema Trikotsponsoring auf die Liebe der Fans setzen. Als Fortuna Düsseldorf nach dem Abstieg in die vierte Liga der Lizenzentzug drohte, sprang die Punkband „Die Toten Hosen“ als Sponsor ein. Frontmann Campino zählt zu den bekanntesten Fans des rheinländischen Clubs. In den kommenden Saison spielte die Elf entsprechend mit einem Totenkopf-Emblem auf der Brust. Unter Fortuna-Fans gelten die Trikots aus diesen Zeiten inzwischen als Liebhaberstücke. picture-alliance / dpa/dpawebdpa / picture alliance

Die Essener sind nicht die ersten, die beim Thema Trikotsponsoring auf die Liebe der Fans setzen. Als Fortuna Düsseldorf nach dem Abstieg in die vierte Liga der Lizenzentzug drohte, sprang die Punkband „Die Toten Hosen“ als Sponsor ein. Frontmann Campino zählt zu den bekanntesten Fans des rheinländischen Clubs. In den kommenden Saison spielte die Elf entsprechend mit einem Totenkopf-Emblem auf der Brust. Unter Fortuna-Fans gelten die Trikots aus diesen Zeiten inzwischen als Liebhaberstücke.

Bild: picture-alliance / dpa/dpawebdpa / picture alliance

Das Trikot von Borussia Dortmund kann auf eine rege Geschichte zurückblicken. Nicht nur die Sponsoren wechselten – wie bei anderen Vereinen auch – regelmäßig. Der Ruhrgebietsverein ging 1976 sogar noch einen Schritt weiter und änderte sein Logo für seinen Geldgeber. Statt des bekannten Emblems „BVB 09“ zierte zwei Jahre lang ein Löwenkopf, das Logo von Tabakhersteller und Sponsor Samson, die Brust der Spieler. Danach besann man sich in Dortmund wieder auf das ursprüngliche Design. Glücklicherweise, wird manch ein Fan sagen. picture alliance / dpadpa / picture alliance

Das Trikot von Borussia Dortmund kann auf eine rege Geschichte zurückblicken. Nicht nur die Sponsoren wechselten – wie bei anderen Vereinen auch – regelmäßig. Der Ruhrgebietsverein ging 1976 sogar noch einen Schritt weiter und änderte sein Logo für seinen Geldgeber. Statt des bekannten Emblems „BVB 09“ zierte zwei Jahre lang ein Löwenkopf, das Logo von Tabakhersteller und Sponsor Samson, die Brust der Spieler. Danach besann man sich in Dortmund wieder auf das ursprüngliche Design. Glücklicherweise, wird manch ein Fan sagen.

Bild: picture alliance / dpadpa / picture alliance

Trikotwerbung stößt häufig nicht auf Gegenliebe bei den Anhängern. Trotz Protesten von Fans und Tierschützern ist der  SV Werder Bremen im Sommer 2012 einen Sponsoringvertrag mit dem umstrittenen Geflügelkonzern Wiesenhof eingegangen (hier zu sehen: der damalige Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs, rechts, mit dem Wiesenhof-Geschäftsführer für Marketing Ingo Stryck). „Ich bin froh, und das möchte ich wirklich betonen, dass wir diese Partnerschaft eingegangen sind“, sagte Allofs damals, „auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht etwas mutig erscheint von beiden Parteien.“ dpa

Trikotwerbung stößt häufig nicht auf Gegenliebe bei den Anhängern. Trotz Protesten von Fans und Tierschützern ist der SV Werder Bremen im Sommer 2012 einen Sponsoringvertrag mit dem umstrittenen Geflügelkonzern Wiesenhof eingegangen (hier zu sehen: der damalige Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs, rechts, mit dem Wiesenhof-Geschäftsführer für Marketing Ingo Stryck). „Ich bin froh, und das möchte ich wirklich betonen, dass wir diese Partnerschaft eingegangen sind“, sagte Allofs damals, „auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht etwas mutig erscheint von beiden Parteien.“

Bild: dpa

Wiesenhof steht seit längerem in der Kritik, weil Tierschützer dem Konzern schlechte Haltungsbedingungen sowie eine Preisdumping-Politik vorwerfen. Die Protestbekundungen bei der offiziellen Saisoneröffnung im August 2012 (Foto). Werder hatte Protestierenden zur Saisoneröffnung die Tore geöffnet und kritische Stimmen zugelassen, hielt am Sponsorenvertrag aber fest. Der Deutsche Tierschutzbund weist in seiner Kritik am Wiesenhof-Sponsoring besonders auf die „Vorbildfunktion“ des Sport hin, die „im Besonderen für erfolgreiche Bundesligavereine gelten“ müsse. „Wenn Sie die Zahl der Proteste sehen, ist das eine Minderheit. Aber auch die wollen wir überzeugen“, sagte Allofs damals.

Wiesenhof steht seit längerem in der Kritik, weil Tierschützer dem Konzern schlechte Haltungsbedingungen sowie eine Preisdumping-Politik vorwerfen. Die Protestbekundungen bei der offiziellen Saisoneröffnung im August 2012 (Foto). Werder hatte Protestierenden zur Saisoneröffnung die Tore geöffnet und kritische Stimmen zugelassen, hielt am Sponsorenvertrag aber fest.

Der Deutsche Tierschutzbund weist in seiner Kritik am Wiesenhof-Sponsoring besonders auf die „Vorbildfunktion“ des Sport hin, die „im Besonderen für erfolgreiche Bundesligavereine gelten“ müsse. „Wenn Sie die Zahl der Proteste sehen, ist das eine Minderheit. Aber auch die wollen wir überzeugen“, sagte Allofs damals.

Der Vertrag mit Wiesenhof läuft bis 2014 mit angeblichen fünf bis sechs Millionen Euro Einnahme pro Saison. Mit dem Geld geht für Werder aber ein Imageverlust einher. Fans drohen mit Austritten, im Netz tobt der Shitstorm, zum Teil mit sarkastischen Kommentaren zu der „Hühnerbrust“ auf dem Trikot.

Der Vertrag mit Wiesenhof läuft bis 2014 mit angeblichen fünf bis sechs Millionen Euro Einnahme pro Saison. Mit dem Geld geht für Werder aber ein Imageverlust einher. Fans drohen mit Austritten, im Netz tobt der Shitstorm, zum Teil mit sarkastischen Kommentaren zu der „Hühnerbrust“ auf dem Trikot.

Die Skandale und Streitereien um das Trikotsponsoring in der Bundesliga haben eine lange Tradition. Hier zu sehen ist das Trikot von Eintracht Braunschweig aus dem Jahre 1973, das für sich genommen bereits einen Skandal darstellte. Denn bis dato war Trikotwerbung untersagt – wegen eines generellen Werbeverbots. Doch die Braunschweiger umgingen diese Regelungen erstmalig vor genau 40 Jahren mit der neuartigen Werbeform, von der noch dazu ein hochprozentig alkoholisches Getränk profitierte.

Die Skandale und Streitereien um das Trikotsponsoring in der Bundesliga haben eine lange Tradition. Hier zu sehen ist das Trikot von Eintracht Braunschweig aus dem Jahre 1973, das für sich genommen bereits einen Skandal darstellte. Denn bis dato war Trikotwerbung untersagt – wegen eines generellen Werbeverbots. Doch die Braunschweiger umgingen diese Regelungen erstmalig vor genau 40 Jahren mit der neuartigen Werbeform, von der noch dazu ein hochprozentig alkoholisches Getränk profitierte.

Mittelfeldspieler Paul Breitner auf einem Foto von 1977. Vor 35 Jahren bezahlte der Spirituosen-Unternehmer Günter Mast für die erste Trikotwerbung rund 160.000 D-Mark an den Fußballverein, auch den juristischen Streit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) entschied Braunschweig für sich. Es war die offizielle Geburtsstunde des Trikotsponsorings.

Mittelfeldspieler Paul Breitner auf einem Foto von 1977. Vor 35 Jahren bezahlte der Spirituosen-Unternehmer Günter Mast für die erste Trikotwerbung rund 160.000 D-Mark an den Fußballverein, auch den juristischen Streit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) entschied Braunschweig für sich. Es war die offizielle Geburtsstunde des Trikotsponsorings.

Heute ist das Sponsoring auf diese Weise ein Multi-Millionen-Geschäft. Eines, bei dem hohe Einnahmen und harsche Kritik eng beieinander liegen können. Der russische Gaskonzern Gazprom etwa ist seit 2007 Hauptsponsor von Schalke 04. Der Vertragsabschluss rief schon damals die Kritiker auf den Plan: Der russische Quasi-Staatskonzern Gazprom soll für große Umweltschäden verantwortlich sein und reiht sich nahtlos ein in die Riege der großen Rohstoffkonzerne, die von Oligarchen geführt werden.

Heute ist das Sponsoring auf diese Weise ein Multi-Millionen-Geschäft. Eines, bei dem hohe Einnahmen und harsche Kritik eng beieinander liegen können. Der russische Gaskonzern Gazprom etwa ist seit 2007 Hauptsponsor von Schalke 04. Der Vertragsabschluss rief schon damals die Kritiker auf den Plan: Der russische Quasi-Staatskonzern Gazprom soll für große Umweltschäden verantwortlich sein und reiht sich nahtlos ein in die Riege der großen Rohstoffkonzerne, die von Oligarchen geführt werden.

Dem Konzern hat Schalke viel zu verdanken: Geschätzte 15 Millionen Euro jährlich wandern aus Russland nach Gelsenkirchen. Gute Geschäft also für Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (links) und Gerhard Rehberg (Mitte), Vorstandschef von Schalke, hier 2006 in inniger Verbundenheit mit Sergej Fursenko, Präsident vom FC Zenit St. Petersburg und Beauftragter von Gazprom.

Dem Konzern hat Schalke viel zu verdanken: Geschätzte 15 Millionen Euro jährlich wandern aus Russland nach Gelsenkirchen. Gute Geschäft also für Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (links) und Gerhard Rehberg (Mitte), Vorstandschef von Schalke, hier 2006 in inniger Verbundenheit mit Sergej Fursenko, Präsident vom FC Zenit St. Petersburg und Beauftragter von Gazprom.

Fans, Funktionäre, Unternehmen und gar Gerichte treibt immer wieder die Frage um, ob und wenn ja, inwieweit Fußball-Bundesligavereine für private Glücksspielanbieter werben dürfen. Trotz einer drohenden gerichtlichen Unterlassungsverfügung trainierten die Spieler des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München 2006 mit Trikots mit der umstrittenen Werbung „bwin.de“ des Hauptsponsors betandwin. Das Training wurde von der Staatsanwaltschaft beobachtet. Bayerns Landesregierung betrachtete das Unternehmen als illegalen Wettanbieter.

Fans, Funktionäre, Unternehmen und gar Gerichte treibt immer wieder die Frage um, ob und wenn ja, inwieweit Fußball-Bundesligavereine für private Glücksspielanbieter werben dürfen. Trotz einer drohenden gerichtlichen Unterlassungsverfügung trainierten die Spieler des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München 2006 mit Trikots mit der umstrittenen Werbung „bwin.de“ des Hauptsponsors betandwin. Das Training wurde von der Staatsanwaltschaft beobachtet. Bayerns Landesregierung betrachtete das Unternehmen als illegalen Wettanbieter.

Werder kam in ähnliche Bedrängnis: Die Werbung ebenfalls für den Glücksspielanbieter „bwin“ verstieß gegen das allgemeine Werbeverbot im Glücksspielstaatsvertrag. Das Oberverwaltungsgericht Bremen untersagte Werder in zweiter Instanz die Werbung für „bwin“. Deshalb kündigten die Bremer Profis im September 2006 an, im Nord-Derby beim Hamburger SV mit „we win“-Trikots aufzulaufen. Die Bremer Toto- und Lottogesellschaft erwog daraufhin eine erneute Klage. Daraufhin stellte sich Werder quer und zog die Teilnahme an einem Amateurturnier im Dezember 2006 zurück. Heute wäre das Sponsoring dank neuer Regelungen kein Problem mehr, allerdings wartete „bwin“ nicht so lange und beendete den Vertrag.

Werder kam in ähnliche Bedrängnis: Die Werbung ebenfalls für den Glücksspielanbieter „bwin“ verstieß gegen das allgemeine Werbeverbot im Glücksspielstaatsvertrag. Das Oberverwaltungsgericht Bremen untersagte Werder in zweiter Instanz die Werbung für „bwin“. Deshalb kündigten die Bremer Profis im September 2006 an, im Nord-Derby beim Hamburger SV mit „we win“-Trikots aufzulaufen.

Die Bremer Toto- und Lottogesellschaft erwog daraufhin eine erneute Klage. Daraufhin stellte sich Werder quer und zog die Teilnahme an einem Amateurturnier im Dezember 2006 zurück. Heute wäre das Sponsoring dank neuer Regelungen kein Problem mehr, allerdings wartete „bwin“ nicht so lange und beendete den Vertrag.

Werder hat offenbar ein Händchen für umstrittene Trikot-Sponsoren: Von 2004 bis 2006 war der Schriftzug des Kleidungsdiscounters Kik auf den Trikots der Werderaner zu sehen. Das Unternehmen mit rund 3000 Filialen steht wegen seiner radikalen Billigstrategie in der Kritik, ebenso wegen Arbeits- und Produktionsbedingungen in den Zulieferländern, wegen des Ausspähens von Mitarbeitern und Lohndumpings. Kik hatte zuvor bereits Arminia Bielefeld gesponsert und ist auch heute noch in der Sportförderung aktiv.

Werder hat offenbar ein Händchen für umstrittene Trikot-Sponsoren: Von 2004 bis 2006 war der Schriftzug des Kleidungsdiscounters Kik auf den Trikots der Werderaner zu sehen. Das Unternehmen mit rund 3000 Filialen steht wegen seiner radikalen Billigstrategie in der Kritik, ebenso wegen Arbeits- und Produktionsbedingungen in den Zulieferländern, wegen des Ausspähens von Mitarbeitern und Lohndumpings.

Kik hatte zuvor bereits Arminia Bielefeld gesponsert und ist auch heute noch in der Sportförderung aktiv.

Auch Werders Ex-Werbepartner, die Citibank (die nach dem Eigentümerwechsel seit 2010 Targobank heißt) reiht sich ein in die Liste der umstrittenen Werdersponsoren. Seit 2007 war das Institut Sponsor des Vereins, in der Saison 2010 und 2011 sogar Hauptsponsor. Die Bank stand bereits bei Vertragsabschluss in der Kritik: Extrem hohe Ratenkreditzinsen ließen damals die Verbraucherzentrale Alarm schlagen.

Auch Werders Ex-Werbepartner, die Citibank (die nach dem Eigentümerwechsel seit 2010 Targobank heißt) reiht sich ein in die Liste der umstrittenen Werdersponsoren. Seit 2007 war das Institut Sponsor des Vereins, in der Saison 2010 und 2011 sogar Hauptsponsor. Die Bank stand bereits bei Vertragsabschluss in der Kritik: Extrem hohe Ratenkreditzinsen ließen damals die Verbraucherzentrale Alarm schlagen.

Lange waren die verbandelt, doch nach nach 13 Jahren war Schluss: Opel war von 1989 bis 2002 Sponsor des FC Bayern München - für jährlich rund 30 Millionen Mark. Als es aber Entlassungen beim Autohersteller gab, wurde der Ruf nach einem Ende des Sponsorings laut. Jetzt will Opel jetzt aber wieder im Glanz der von Erfolgs-Fußballers sonnen: Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass der marode Autobauer aus Rüsselsheim als Sponsor bei Borussia Dortmund einsteigt. Meister-Trainer Jürgen Klopp gewann der Konzern gar als Markenbotschafter. Außerdem hatte Opel schon vorher Verträge mit den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen, SC Freiburg und FSV Mainz 05 von der neuen Spielzeit an geschlossen.

Lange waren die verbandelt, doch nach nach 13 Jahren war Schluss: Opel war von 1989 bis 2002 Sponsor des FC Bayern München - für jährlich rund 30 Millionen Mark. Als es aber Entlassungen beim Autohersteller gab, wurde der Ruf nach einem Ende des Sponsorings laut.

Jetzt will Opel jetzt aber wieder im Glanz der von Erfolgs-Fußballers sonnen: Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass der marode Autobauer aus Rüsselsheim als Sponsor bei Borussia Dortmund einsteigt. Meister-Trainer Jürgen Klopp gewann der Konzern gar als Markenbotschafter. Außerdem hatte Opel schon vorher Verträge mit den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen, SC Freiburg und FSV Mainz 05 von der neuen Spielzeit an geschlossen.

Gerade Jugendschützer ruft Werbung für Alkohol auf der Brust der Sport-Idole auf den Plan. Reklame für Hochprozentiges war unter den Bundesligisten lange verbreitet. Der FC St. Pauli (hier Carsten Pröpper, links, Jens Scharping, rechts, und Torhüter Klaus Thomforde, 1997) trugen in den 90ern das Logo der Whisky-Marke Jack Daniels auf der Brust. Schon rund 20 Jahre vorher, von 1973 bis 1975, wurde auf den Oberkörpern der Spieler des Hamburger SV der italienische Aperitif-Produzenten Campari beworben.. Wenn auch nicht auf jedem Trikot und nicht immer mit vielen Prozenten: Die örtliche Brauerei ist in der Regel bei den meisten Klubs im Sponsorenpool. Schalke 04 etwa warb für Veltins. picture-alliance / dpapda/ picture alliance

Gerade Jugendschützer ruft Werbung für Alkohol auf der Brust der Sport-Idole auf den Plan. Reklame für Hochprozentiges war unter den Bundesligisten lange verbreitet. Der FC St. Pauli (hier Carsten Pröpper, links, Jens Scharping, rechts, und Torhüter Klaus Thomforde, 1997) trugen in den 90ern das Logo der Whisky-Marke Jack Daniels auf der Brust.

Schon rund 20 Jahre vorher, von 1973 bis 1975, wurde auf den Oberkörpern der Spieler des Hamburger SV der italienische Aperitif-Produzenten Campari beworben.. Wenn auch nicht auf jedem Trikot und nicht immer mit vielen Prozenten: Die örtliche Brauerei ist in der Regel bei den meisten Klubs im Sponsorenpool. Schalke 04 etwa warb für Veltins.

Bild: picture-alliance / dpapda/ picture alliance

Für einen kleinen Skandal sorgte 1987/88 der FC Homburg 08 - nicht aber wegen der Werbung für Karlsberg Urpils, wie hier zu sehen. Sondern, als der Verein auf den Spielertrikots für Kondome der Marke „London“ warb  (Vertragshöhe: DM 200.000). Der DFB drohte dem Erstligaklub damals sogar mit Punktabzug. So spielten die Homburger in der Saison vorübergehend mit schwarzen Balken auf der Brust. Anfang 1989 entschied das Landgericht Frankfurt: Die Werbung für Kondome auf dem Fußballerlaibchen - und damit praktisch auch für Safer Sex - ist erlaubt. In den unteren Ligen kann ein nicht ganz alltäglicher Sponsor nicht nur für Geld in der Vereinskasse, sondern auch für mehr Bekanntheit sorgen: Beim Kreisligist TC Freisenbruch 02 war wohl auch eine gehörige Portion PR-Kalkül dabei, als der Klub 2010 mit dem Schriftzug „Mach ihn rein“ nicht (nur) seine Stürmer ansprach, sondern mit dem Slogan eindeutig zweideutig Werbung für den Kondomhersteller Billy Boy machte. picture-alliance/ dpadpa/ picture aliance

Für einen kleinen Skandal sorgte 1987/88 der FC Homburg 08 - nicht aber wegen der Werbung für Karlsberg Urpils, wie hier zu sehen. Sondern, als der Verein auf den Spielertrikots für Kondome der Marke „London“ warb (Vertragshöhe: DM 200.000). Der DFB drohte dem Erstligaklub damals sogar mit Punktabzug. So spielten die Homburger in der Saison vorübergehend mit schwarzen Balken auf der Brust.

Anfang 1989 entschied das Landgericht Frankfurt: Die Werbung für Kondome auf dem Fußballerlaibchen - und damit praktisch auch für Safer Sex - ist erlaubt.

In den unteren Ligen kann ein nicht ganz alltäglicher Sponsor nicht nur für Geld in der Vereinskasse, sondern auch für mehr Bekanntheit sorgen: Beim Kreisligist TC Freisenbruch 02 war wohl auch eine gehörige Portion PR-Kalkül dabei, als der Klub 2010 mit dem Schriftzug „Mach ihn rein“ nicht (nur) seine Stürmer ansprach, sondern mit dem Slogan eindeutig zweideutig Werbung für den Kondomhersteller Billy Boy machte.

Bild: picture-alliance/ dpadpa/ picture aliance

Zweitliga-Neuling Hertha BSC wirbt zwar auf seinen Trikots weiter für die Deutsche Bahn, im Olympiastadion aber für ganz andere Dienstleistungen als den öffentlichen Nah- und Fernverkehr: Per Werbebanner, verkauft für eine sechsstellige Summe, darf Berlins größtes Bordell am Spielfeldrand für sich werben. dpa

Zweitliga-Neuling Hertha BSC wirbt zwar auf seinen Trikots weiter für die Deutsche Bahn, im Olympiastadion aber für ganz andere Dienstleistungen als den öffentlichen Nah- und Fernverkehr: Per Werbebanner, verkauft für eine sechsstellige Summe, darf Berlins größtes Bordell am Spielfeldrand für sich werben.

Bild: dpa

Wie man es ganz anders macht, zeigte der FC Barcelona über Jahre: Kein kommerzieller Partner prangte bis 2010 auf der Sportbekleidung, sondern das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Darüber hinaus zeigte sich der Verein generös und spendete jährlich 1,5 Millionen Euro für wohltätige Projekte des Hilfswerks. Mittlerweile muss sich Unicef das Trikot mit der „Qatar Foundation“ teilen - die zahlte 2010 die astronomische Summe von 165 Millionen Euro für den Ehrenplatz auf dem Hemd bis 2016. ap

Wie man es ganz anders macht, zeigte der FC Barcelona über Jahre: Kein kommerzieller Partner prangte bis 2010 auf der Sportbekleidung, sondern das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Darüber hinaus zeigte sich der Verein generös und spendete jährlich 1,5 Millionen Euro für wohltätige Projekte des Hilfswerks. Mittlerweile muss sich Unicef das Trikot mit der „Qatar Foundation“ teilen - die zahlte 2010 die astronomische Summe von 165 Millionen Euro für den Ehrenplatz auf dem Hemd bis 2016.

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