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25.05.2018

07:43

Amazons digitaler Assistent war wohl etwas übereifrig. Reuters

Amazon Echo

Amazons digitaler Assistent war wohl etwas übereifrig.

Amazon Echo

Amazons digitaler Assistent verschickt heimlich Privatgespräch

Von: Thomas Trösch

Da war Amazons digitaler Assistent wohl etwas übereifrig: Ohne Wissen der Betroffenen hat der Smart Speaker Amazon Echo ein Privatgespräch aufgezeichnet und verschickt.

Berlin Es ist der Albtraum für jeden Echo-Besitzer: Der smarte Amazon-Lautsprecher zeichnet private Gespräche auf und sendet sie dann an andere Personen, ohne dass der Nutzer irgendetwas davon mitbekommt.

Genau das ist einer Familie in Portland (US-Bundesstaat Oregon) passiert, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf den lokalen TV-Kanal Kiro 7 berichtet. Amazon hat den Vorfall inzwischen bestätigt und spricht von einer „unwahrscheinlichen Verkettung von Ereignissen“.

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Dem Bericht zufolge nutzte das betroffene Paar den Amazon-Lautsprecher, um mittels des cloudbasierten Sprachassistenten Alexa Licht, Heizung und andere Funktionen im Haus zu steuern.

Vor etwa zwei Wochen erhielten sie dann einen Anruf von einem Bekannten, der sie aufforderte, das System zu deaktivieren. Wie sich zeigte, hatte der Anrufer eine Nachricht mit einem aufgezeichneten Privatgespräch des Paars erhalten.

Amazon, von den Betroffenen kontaktiert, äußerte sich per E-Mail zu dem Vorfall: Demnach habe sich der Lautsprecher während des Gesprächs zugeschaltet, als ein Wort fiel, das wie „Alexa“ klang – der Begriff, mit dem das System normalerweise aktiviert wird.

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Danach habe der Assistent weitere Teile des Gesprächs als Aufforderung zum Versenden einer Nachricht sowie als Name einer Person, die die Nachricht erhalten solle, fehlinterpretiert.

Auch eine Bestätigung, dass die Nachricht versandt werden solle, filterte das System aus der Konversation des Paars – und schickte die Nachricht daraufhin ab. „So unwahrscheinlich diese Verkettung von Ereignissen auch ist, werden wir Optionen prüfen, um so einen Fall noch unwahrscheinlicher zu machen“, zitiert Bloomberg aus der Amazon-Mail.

Der Vorfall dürfte den Bedenken gegen Smart-Home-Systeme neue Nahrung geben. Datenschützer warnen schon länger vor möglichen Gefahren durch das Vordringen der smarten Assistenten in den privatesten Bereich, die eigene Wohnung.

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Doch trotz aller Mahnungen wächst der Markt rasch: Allein in den USA dürften in diesem Jahr mehr als 60 Millionen Menschen einen smarten Lautsprecher mindestens einmal im Monat benutzen, so Bloomberg unter Berufung auf Zahlen von eMarketer Inc.

Entsprechend stark ist der Wettbewerb unter den Großen der IT-Branche: Neben Amazon wetteifern auch Apple und Google mit jeweils eigenen Systemen um die Gunst der Käufer.

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