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08.11.2018

10:27 Uhr

Ein Überzug aus Leiterbahnen und Algen macht diesen Champignon zur Stromquelle. (Foto: Sudeep Joshi, Stevens Institute of Technology)

Pilz als Stromquelle

Ein Überzug aus Leiterbahnen und Algen macht diesen Champignon zur Stromquelle. (Foto: Sudeep Joshi, Stevens Institute of Technology)

HeidelbergEs klingt wie eine schräge Idee aus dem Erfinderlabor von „Wallace & Gromit“: Mit Graphen und Algen aufgerüstete Champignons sollen die Welt mit Strom versorgen. Einen solchen Hightech-Pilz hat ein Team um Manu S. Mannoor vom Stevens Institute of Technology in New Jersey jetzt vorgestellt.

Wie die Arbeitsgruppe im Fachmagazin Nano Letters berichtet, erzeugt ein mit einem Drucker hergestelltes Geflecht auf dem Pilzhut bei Beleuchtung einen Strom von 65 Nanoampere. Verantwortlich dafür sind Cyanobakterien, auch bekannt als Blaualgen, die in einer Trägersubstanz gebunden sind und Elektronen an Leitungsbahnen aus Graphen – einer extrem stabilen Kohlenstoff-Modifikation mit sehr guten Leitungseigenschaften – abgeben.

Der Pilz wiederum bietet den Algen ein lebensfreundliches Milieu. Wie das Team um Manoor schreibt, sterben die Mikroorganismen auf einer Silikonattrappe recht bald, während sie auf einem lebenden Pilz lange überleben. Die Arbeitsgruppe führt den Effekt darauf zurück, dass das Trägergewebe mit der Trägersubstanz der Algen Nährstoffe und Wasser austauscht und außerdem den pH-Wert stabil hält.

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Pilze seien dafür besonders geeignet, so die Forscher, weil ihre Köpfe einerseits porös sind und andererseits komplett aus Pilzfäden bestehen, die Wasser und Nährstoffe von weiter entfernt heranführen. Pflanzen dagegen besitzen isolierende Schichten auf ihren Blättern und eignen sich daher nicht als Träger.

Manoors Team erzeugte zuerst das Netz von Leitungsbahnen, indem es einen leitenden Kunststoff mit Graphen-Nanobändern mischte und auf den Hut des Pilzes druckte. Anschließend druckte sie eine Mischung aus Alginat und Zyanobakterien in einem Spiralmuster auf den Pilz.

Manoor und sein Team bezeichnen das Ergebnis als „bionische Symbiose“, wobei allerdings nicht klar ist, was der Pilz von der ganzen Affäre hat – außer einem hübschen Muster auf dem Hut.

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