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Hoffnung für den Klimaschutz

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Chinas Abhängigkeit von der Kohle ist groß

Ob das Weltklima nachhaltig von dieser Entwicklung profitieren wird, ist aber noch fraglich. Die große Abhängigkeit der größten Volkswirtschaft der Erde von der Kohle ist unverändert. Zwei Drittel der Energie des bevölkerungsreichsten Landes der Erde werden auf absehbare Zeit weiter aus Kohle kommen. Trotzdem sieht die Umweltorganisation Greenpeace eine Trendwende, weil sich die Kohleförderung seit zwei Jahren vom wirtschaftlichen Wachstum entkoppelt hat. „Das Ende des chinesischen Kohlebooms ist offenkundig“, sagte Fang Yuan von Greenpeace in Ostasien.

So war die Wirtschaft 2014 trotz schwächerer Konjunktur immerhin noch um 7,4 Prozent gewachsen, während die Kohleproduktion erstmals fiel. „Die Tatsache, dass Chinas Kohleverbrauch endlich anfängt, sich vom Wachstum zu entkoppeln, zeigt, dass die Spitze des Kohleverbrauchs in Reichweite ist“, sagte Fang Yuan. Mit energischen Maßnahmen könnte der bis 2020 angestrebte Gipfel des Kohlekonsums jetzt schon weit früher erreicht werden, hofft Greenpeace.

So plant der Staatsrat, den Kohleverbrauch bis 2020 auf maximal 4,2 Milliarden Tonnen steigen zu lassen – gegenüber 3,6 Milliarden 2013. In dem Klima-Deal mit den USA im November versprach China auch erstmals, seine Kohlendioxid-Emissionen nur noch bis 2030 steigen zu lassen. Dann soll der Anteil nicht fossiler Energien wie auch der Atomkraft auf rund 20 Prozent des Verbrauchs klettern.

In den vergangenen zehn Jahren war das Wachstum des Kohleverbrauchs in China nach Angaben von Greenpeace verantwortlich für mehr als die Hälfte des weltweiten Anstiegs der Kohlendioxid-Emissionen. Dass der unerwartete Rückgang der Kohleproduktion jetzt aber tatsächlich dazu führt, dass die Ziele früher erreicht werden können, wie Greenpeace hofft, ist nach Angaben chinesischer Experten eher unwahrscheinlich.

Qi Ye vom Tsinghua-Klimazentrum verweist darauf, dass der rückläufige Trend schon im Herbst erkennbar war, als sich die Regierung in Peking zu den neuen Zielen verpflichtet hat. „Es war damals schon eingerechnet worden“, dämpft er die Hoffnungen.

Von

dpa

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