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05.08.2014

13:42 Uhr

Computer-Therapie

Spiele wirken genauso gut wie Anti-Depressiva

Computer-Spiele sind womöglich genauso wirksam oder sogar noch effizienter gegen Altersdepression wie Medikamente – vor allem die, die grauen Zellen anregen. Das hat eine Studie der „Nature Communications“ ergeben.

Computer-Spiele haben doch etwas Gutes: Laut einer Studie wirken sie genauso gut wie Anti-Depressiva. dpa

Computer-Spiele haben doch etwas Gutes: Laut einer Studie wirken sie genauso gut wie Anti-Depressiva.

ParisComputer-Spiele, die die grauen Zellen anregen, sind womöglich genauso wirksam gegen schwere Altersdepression wie Medikamente – oder sogar noch effizienter. Das ergab eine neue Untersuchung, die am Dienstag im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler untersuchten eine Gruppe von 60- bis 89-Jährigen, bei denen Anti-Depressiva nicht geholfen hatten. Nachdem sie vier Wochen lang Computer-Spiele gespielt hatten, die die geistige Fitness steigern sollten, lebten die Senioren merklich auf.

Die Computer-Programme waren entwickelt worden, um eine Theorie zu testen, derzufolge das alternde Gehirn durch intensive Praxis regeneriert werden kann, indem verlorene Lern- und Gedächtnisfunktionen wiedergefunden und Entscheidungsprozesse verbessert werden - was wiederum Depressionen lindern kann.

Vorherige Studien hatten ergeben, dass eine Minderung intellektueller Fähigkeiten auch dazu führt, dass Anti-Depressiva nicht so gut wirken. Forscher aus den USA und China ließen nun elf Menschen ein vierwöchiges Computer-Trainingsprogramm durchlaufen; sie testeten danach die Verbesserungen bei intellektuellen Fähigkeiten und Depressionen. Sie verglichen die Testpersonen mit einer Gruppe von 33 älteren Menschen aus einer anderen Studie, denen das Anti-Depressivum Escitalopram gegeben worden war.

Den Ergebnissen zufolge war die Computer-Therapie genauso wirksam gegen Depressionen wie das Medikament Escitalopram - "aber innerhalb von vier Wochen statt zwölf", schrieben die Autoren der Studie. 72 Prozent hätten sogar eine volle Rückbildung ihrer Depression gehabt, hob Ko-Autorin Sarah Morimoto vom Institut für Geriatrische Psychiatrie in New York hervor. Zudem seien durch das Computer-Training Entscheidungsfunktionen des Gehirns stärker verbessert worden als durch das Medikament.

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Von

afp

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