MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2019

13:02

Drohnenabwehr

So lassen sich Drohnen vom Himmel holen

Von: Thomas Trösch

Störsender, Laserkanonen, Fangnetze: Um unerwünschte Drohnen vom Himmel zu holen, haben sich Experten einiges einfallen lassen. Ein Überblick über die aktuellen Möglichkeiten zur Drohnenabwehr.

Anti-Drohnenausrüstung auf einem Dach des Flughafen Gatwick. Die Londoner Airports Gatwick und Heathrow investieren Millionen in Abwehrsysteme gegen unbemannte Flugobjekte. dpa

Drohnenabwehr am Flughafen Gatwick

Anti-Drohnenausrüstung auf einem Dach des Flughafen Gatwick. Die Londoner Airports Gatwick und Heathrow investieren Millionen in Abwehrsysteme gegen unbemannte Flugobjekte.

BerlinLondons Flughäfen rüsten auf: Heathrow und Gatwick investieren Millionen in Drohnen-Abwehrtechnologie, nachdem der Flugbetrieb in Gatwick kurz vor Weihnachten durch Drohnen massiv beeinträchtigt worden war.

Um ähnliche Zwischenfälle künftig auszuschließen, setzen die Flughafen-Verantwortlichen auf eine Technik, die auch von den britischen Streitkräften benutzt wird: Störsender unterbinden die Kommunikation zwischen der Drohne und ihrem Piloten am Boden und zwingen das Flugobjekt damit zur Landung.

Welches System an den Londoner Airports konkret zum Einsatz kommt, ließen die Betreiber offen. Ein Kandidat wäre etwa das Abwehrsystem des israelischen Herstellers Rafael, das sich unter anderem bei Einsätzen von britischen und US-Streitkräften in Syrien und dem Irak bewährt hat. Sein Hightech-Radar erkennt anfliegende Drohnen bereits auf mehrere Kilometer Entfernung.

Wird das Flugobjekt als Bedrohung eingestuft, sorgen Störsignale für eine Überlastung des Kommunikationssystems der Drohne. Die Verbindung zum Drohnen-Navigator wird unterbrochen, das Flugobjekt stürzt ab oder muss notlanden. Auf Wunsch wird die Abwehrwaffe auch mit einem Lasersystem zum direkten Abschuss von Drohnen ausgestattet.

Auch der Luftfahrtkonzern Airbus hat ein System entwickelt, das Drohnen von gesperrten Lufträumen fernhalten soll. Es stört nicht nur die Elektronik der Drohne, sondern kann auch ihren Piloten orten. Wie problematisch die Suche nach dem Verursacher eines Drohnen-Zwischenfalls sein kann, zeigt wiederum das Beispiel Gatwick, wo die Polizei nach wie vor nach den Absendern der Mini-Flieger fahndet.

Andere Abwehrsysteme greifen die GPS-Navigation von Drohnen an. Mit speziellen Störsendern, sogenannten GPS-Jammern, lässt sich die Verbindung des Flugobjekts mit den Satelliten des Global Positioning Systems kappen. Aufwändiger ist das sogenannte GPS-Spoofing, bei dem der Drohne ein falsches GPS-Signal vorgegaukelt wird, das sie vom Kurs abbringen soll.

Laserkanone und Fangnetz

Weniger geeignet für den Schutz ziviler Einrichtungen sind jene Systeme, die Drohnen direkt unter Beschuss nehmen. Laserkanonen wie das vom US-Luftfahrtunternehmen Boeing entwickelte Compact Laser Weapons System sind eher für den militärischen Einsatz tauglich. Auch das 2014 erstmals auf einem US-Kriegsschiff installierte Laser Weapon System setzt auf Lasertechnik: Der energiereiche Lichtstrahl kann anfliegende Drohnen noch in 15 Kilometer Entfernung zerstören.

Wie eine Mischung zwischen Luftgewehr und Panzerfaust wirkt das Skywall-System der britischen Firma Openworks Engineering. Das schultergestützte Abwehrsystem verschießt ein Fangnetz, das sich um eine anfliegende Drohne wickelt und sie zum Absturz bringt. Allerdings ist die Reichweite des per Luftdruck verschossenen Netz-Projektils eher gering.

Schutz vor Drohnen: Kampf gegen die Spione in der Luft

Schutz vor Drohnen

Kampf gegen die Spione in der Luft

In wenigen Jahren könnten schon mehr als eine Million Drohnen durch Deutschlands Luftraum surren. Damit wachsen auch die Gefahren – und der Markt für Drohnenjäger, die unerwünschte Flugobjekte aufspüren.

Erfolgversprechender erscheint die Drohnen-Jagd per Drohne: So haben etwa Forscher der Michigan Technological University eine Jagddrohne entwickelt, die in der Luft ein Netz verschießt, in dem sich ein unerwünschter Eindringling verfängt. Um einen unkontrollierten Absturz zu vermeiden, bleibt das gefangene Objekt über eine Leine mit dem Fänger verbunden und kann von diesem aus dem Gefahrenbereich navigiert werden.

Ganz ohne Technik kommt ein Abwehrsystem aus, das unter anderem in den Niederlanden erprobt wurde: Dort stürzen sich speziell geschulte Greifvögel auf Drohnen und bringen sie zum Absturz.

An Flughäfen hätte der Einsatz der Tiere sogar noch einen nützlichen Nebenaspekt: Ihr Auftauchen vertreibt die bei Piloten so gefürchteten Vogelschwärme. An Airports, bei denen Falkner gezielt Raubvögel aufsteigen ließen, sank die Zahl schwarmbildender Federtiere um bis zu 90 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×