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16.05.2018

10:35 Uhr

Jupitermond Europa

Neue Hinweise auf Europas verborgenen Ozean

VonRobert Gast
Quelle:Spektrum.de

Blubbern unter dem Eispanzer des Jupitermonds Europa heiße Quellen? Ein neuer Blick auf eine alte Messung lässt das wahrscheinlicher erscheinen denn je.

Die Raumsonde Galileo passiert den Mond Europa. Im Hintergrund der Planet Jupiter. (Foto: Nasa)

Raumsonde Galileo

Die Raumsonde Galileo passiert den Mond Europa. Im Hintergrund der Planet Jupiter. (Foto: Nasa)

HeidelbergEine zwei Jahrzehnte alte Messung lässt Astronomen mehr denn je von einem unterirdischen Ozean auf dem Jupitermond Europa träumen. Zwar deutet bereits eine ganze Reihe von Beobachtungen darauf hin, dass sich unter dem mehrere Kilometer dicken Eispanzer des Trabanten flüssiges Wasser verbirgt, das hier und da ins All gepustet wird.

So sind beispielsweise auf Bildern des Weltraumteleskops Hubble helle Flecken über dem Äquator des Mondes zu sehen, die Astronomen für 200 Kilometer hohe Wasserdampf-Fontänen halten. Aus Sicht von Experten bieten die Aufnahmen aber noch Raum für Zweifel.

Nun könnten ausgerechnet die Daten einer längst vergangenen Mission Gewissheit bringen. Das meint zumindest ein Team um Xianzhe Jia von der University of Michigan im Fachmagazin Nature Astronomy. Die Weltraumforscher haben erneut einen Blick auf Messungen der Raumsonde Galileo geworfen, die in den 1990er Jahren wiederholt an Europa vorbeigeflogen ist.

Jupiter und seine Monde

Größe

Jupiter ist der mit Abstand größte Planet unseres Sonnensystems und nach Sonne, Mond und Venus das hellste Objekt am Himmel. Jupiters Durchmesser beträgt etwa 143.000 Kilometer. Zum Vergleich: Der Erddurchmesser liegt bei knapp 13.000 Kilometer.

Umlaufzeit

Für einen Umlauf um die Sonne braucht Jupiter fast zwölf Erdenjahre, für eine Drehung um die eigene Achse aber weniger als zehn Erdenstunden.

Aussehen

Durch das Teleskop betrachtet bietet Jupiter einen fantastischen Anblick: Der überwiegend aus Wasserstoff und Helium bestehende Gasplanet ist von dunklen Streifen überzogen, die parallel zum Äquator verlaufen.

Monde

Jupiter hat mehrere Dutzend Monde, die bekanntesten sind die vier von Galileo Galilei bereits im Jahr 1610 entdeckten: Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Am 16. Dezember 1997 passierte der kleine Flitzer den Trabanten in einem Abstand von gerade einmal 400 Kilometern. Und dabei spielten seine Messgeräte fast verrückt: In einer dreiminütigen Phase des Vorbeiflugs sprangen sowohl die Stärke des Magnetfelds als auch die Messwerte für die Dichte geladener Teilchen wild umher.

Die kuriose Episode fiel Wissenschaftlern bereits 2001 auf. Sie hielten damals aber eher natürliche Schwankungen von Jupiters launischem Magnetfeld für die Ursache. Die Forscher um Xianzhe Jia haben nun jedoch genauer als damals simuliert, welche Messdaten man erwarten würde, wenn Galileo direkt durch eine Wasserdampf-Fontäne fliegen würde.

Dabei würden unter anderem ionisierte Sauerstoffmoleküle das Magnetfeld und die Teilchenströme stark verändern – und für eine rasch vorbeirasende Sonde ergäben sich umherspringende Messwerte. Tatsächlich passen die Ergebnisse der Simulation gut zu Galileos Messdaten, berichten die Forscher. Das mache den unterirdischen Ozean auf Europa noch wahrscheinlicher.

Genaueres könnte eine Raumsonde verraten, die in den 2020er Jahren starten soll. Der Europa Clipper soll nicht nur an dem Eismond vorbeifliegen, sondern in eine Umlaufbahn einschwenken. Von dort aus könnte er in aller Ruhe die Zusammensetzung der mutmaßlichen Fontänen analysieren – und unter anderem klären, ob sich darin Hinweise auf mikrobielles Leben verstecken, die in Europas unterirdischem Ozean zumindest denkbar sind.

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