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02.10.2018

13:23 Uhr

Nobelpreise 2018

Physik-Nobelpreis für Laser-Forscher Ashkin, Mourou und Strickland

VonHelmut Steuer, Thomas Trösch

Drei Wissenschaftler teilen sich den diesjährigen Physik-Nobelpreis: Arthur Ashkin, Gerard Mourou und Donna Strickland werden geehrt für ihre Arbeiten zur Laser-Physik.

Nobelpreise 2018: Physik-Nobelpreis für Ashkin, Mourou und Strickland AFP

Physik-Nobelpreis für Laser-Forscher

Drei Wissenschaftler teilen sich in diesem Jahr den Physik-Nobelpreis.

Stockholm/BerlinDer Physiknobelpreis geht in diesem Jahr an Arthur Ashkin (USA), Gerard Mourou (Frankreich) und Donna Strickland (Kanada). Die Forscher werden geehrt für ihre bahnbrechende Forschung in der Lasertechnologie. Ashkin erhält eine Hälfte des Preises, Mourou und Strickland teilen sich die andere Hälfte.

Die Forschung der drei Wissenschaftler habe die Lasertechnologie „revolutioniert“, heißt es in der Begründung. Sie hätten „Werkzeuge aus Licht“ entwickelt. Durch die drei Wissenschaftler seien Präzisionsinstrumente möglich geworden, die in der Forschung, aber auch in der Industrie und in der Medizin eingesetzt würden.

Ashkin arbeitete in den Bell Laboratories in Holmdel, USA. Er entwickelte eine optische Pinzette, bei der durch Laserlicht winzige Objekte wie Bakterien oder Viren festgehalten und untersucht werden können, ohne dass die Untersuchungsobjekte beschädigt werden. In vielen Laboren werden heute solche Laserpinzetten eingesetzt, um biologische Phänomene zu untersuchen, etwa Proteine, molekulare Motoren, DNA oder das Innenleben von Zellen.

Mourou, der an der Ecole Polytechnique im französischen Palaiseau lehrt, und die an der Universität im kanadischen Waterloo forschende Strickland schufen die Grundlagen für Arbeiten mit ultrakurzen, extrem energiereichen Laserpulsen. Das von ihnen entwickelte Verfahren, bei dem ein Laserpuls zunächst gedehnt und verstärkt und danach wieder komprimiert wird, ist unter dem Namen „Chirped Pulse Amplification“ (CPA) bekannt. CPA wird inzwischen nicht nur in der Forschung eingesetzt, sondern auch in der Medizin, etwa bei Augenoperationen.

Strickland ist nach Marie Curie (1903) und Maria Goeppert-Mayer (1963) erst die dritte Frau, die mit einem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet worden ist. In einem ersten Telefoninterview bezeichnete sie die Auszeichnung für sie als ein bisschen verrückt: „Man fragt sich immer, ob das wahr ist.“ Frauen in der Physik müssten gefeiert werden, so die Forscherin weiter.

Ihr Nobelpreis-Kollege Ashkin kann Anspruch auf den Titel des bislang ältesten Preisträgers erheben - er ist 96 Jahre alt. Mourou ist Jahrgang 1944, Strickland wurde 1959 geboren.

Die drei Laser-Forscher folgen den US-Amerikanern Rainer Weiss, Barry C. Barrish und Kip S. Thorne, die im vergangenen Jahr den Physik-Nobelpreis für den Nachweis von Gravitationswellen erhalten hatten. Die Ehrung für Ashkin, Mourou und Strickland setzt den diesjährigen Nobelpreis-Reigen fort, der am gestrigen Montag durch den Medizin-Nobelpreis für zwei Krebsforscher aus den USA und Japan eröffnet worden war. James P. Allison aus den USA und Tasuku Honjo aus Japan erhielten den Preis für ihre Arbeiten über die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems zum Kampf gegen Krebszellen.

Die beiden Geehrten hatten unabhängig voneinander verschiedene Proteine untersucht, die wie eine Bremse auf unser Immunsystem wirken. Werden diese Bremsen gelöst, können Zellen unseres Immunsystems Tumorzellen angreifen.

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Am Mittwoch wird der diesjährige Chemienobelpreisträger bekanntgegeben, am Freitag erfolgt in Oslo die Präsentation des Friedensnobelpreisträgers. Die Bekanntgabe des Preisträgers für Wirtschaftswissenschaften beschließt am kommenden Montag den diesjährigen Nobelreigen. Der Literaturnobelpreis wird in diesem Jahr nicht verliehen.

Die Schwedische Akademie, die für die Auswahl der Literaturnobelpreisträger verantwortlich ist, wird seit einem Jahr von einem Sexskandal erschüttert. Jean Claude Arnault, der Ehemann von Akademiemitglied Katarina Frotsenson, hat über Jahre Frauen sexuell belästigt. Die Übergriffe sollen teilweise sogar in Räumen der Schwedischen Akademie stattgefunden haben. Am Montag wurde er deshalb zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Arnault bestreitet die Vorwürfe und will in die Revision gehen.

Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit jeweils neun Millionen Kronen (870.000 Euro) dotiert. Sie werden am 10. Dezember, dem Todestag ihres Stifters Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo überreicht.

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