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11.10.2018

12:38 Uhr

Raumfahrt

Sojus-Raumschiff nach Startabbruch notgelandet

Der Start einer russischen Sojus zur Raumstation ISS ist fehlgeschlagen. Die Raumkapsel mit zwei Astronauten an Bord musste in Kasachstan notlanden.

Raumfahrt

Panne bei Sojus-Start – Astronauten müssen in Kasachstan notlanden

Raumfahrt: Panne bei Sojus-Start – Astronauten müssen in Kasachstan notlanden

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MoskauBeim Start einer russischen Sojus-Raumkapsel hat es einen Fehler an der Rakete gegeben. Die Besatzung, der Amerikaner Nick Hague und der Russe Alexej Owtschinin, sei per Notlandung erfolgreich zur Erde zurückgekehrt, teilten die Raumfahrtagenturen Russlands und der USA am Donnerstag mit.

Die Rakete war pünktlich im Raumfahrtzentrum Baikonur gestartet. Minuten später musste die zweite Stufe aber nach einem Notfall abgeschaltet werden. Die „Sojus“-Kapsel wurde abgetrennt und ging in eine ballistische Flugbahn über. Sie landete in der Region, in der die Sojus-Raumschiffe auch bei der Rückkehr aus dem All niedergehen. Allerdings war der Landewinkel bei der Notlandung spitzer.

Die Nachrichtenagenturen Tass und Ria meldeten, Rettungsmannschaften hätten die notgelandete Kapsel erreicht. Ärzte hätten berichtet, die Astronauten seien unverletzt. „Gott sei Dank ist die Besatzung am Leben“, sagte der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow laut Nachrichtenagentur AP.

Raumschiff Sojus: Russlands unverwüstliches Weltraumtaxi

Raumschiff Sojus

Russlands unverwüstliches Weltraumtaxi

Private Raumfahrtfirmen wie SpaceX mischen die Branche mit wiederverwertbaren Raketen ordentlich auf. Russland hingegen setzt weiter auf sein erprobtes Arbeitspferd.

Auf Fernsehbildern sind kleine Explosionen an der Rakete kurz nach dem Start zu sehen. Wenig später entweicht außer dem Feuerschweif auch weißer Rauch aus den Triebwerken. Aufnahmen aus dem Inneren der Kapsel zeigten, wie Owtschinin und Hague umhergeworfen wurden, als es mitten im Flug zu dem Zwischenfall kam.

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Hague und Owtschinin sollten die Besatzung der Raumstation ISS verstärken. Dort arbeiten derzeit der Deutsche Alexander Gerst, dessen US-Kollegin Serena Auñón-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew. Für Hague wäre es der erste Raumflug gewesen. Owtschinin war bereits sechs Monate an Bord der ISS.

Die Pannenserie der russischen Raumfahrt

Mai 2015

Eine Proton-M-Trägerrakete mit einem mexikanischen Satelliten an Bord stürzt kurz nach dem Start über Sibirien ab.

April 2015

Eine Sojus-Trägerrakete versagt bei dem Versuch, einen Progress-Versorgungstransporter auf den Weg zur Raumstation zu bringen. Der außer Kontrolle geratene Transporter verglüht wenige Tage später in der Erdatmosphäre.

Februar 2013

Nur 20 Sekunden nach dem Start von einer schwimmenden Plattform im Pazifik stürzt eine Rakete mit einem Kommunikationssatelliten ins Meer. Experten vermuten, dass die russischen Antriebssysteme versagten.

August 2012

Durch einen Fehler bei der dritten Stufe der russischen Proton-Trägerrakete geraten ein russischer und ein indonesischer Satellit in eine falsche Umlaufbahn. Roskosmos kostet der Fehlstart rund 150 Millionen Euro.

Januar 2012

Die 120 Millionen Euro teure Marsmondsonde „Phobos Grunt“ stürzt unkontrolliert in den Pazifik. Eine Mischung aus menschlichem Versagen und technischen Fehlern soll die Ursache gewesen sein.

Januar 2012 - 2

Wegen einer undichten Landekapsel und einem Kurzschluss nach einem Kabelbruch verschiebt Russland zwei bemannte Weltraumflüge und den Start einer Trägerrakete mit einem Satelliten. Durch die Pannen müssen drei der sechs Crew-Mitglieder der Internationalen Raumstation ISS einen Monat länger als geplant im All bleiben.

Dezember 2011

Wegen einer fehlerhaften Zündung der dritten Stufe einer Sojus-Rakete verliert Russland einen militärischen Kommunikationssatelliten. Der „Meridian“-Satellit stürzt in Sibirien ab. Der Schaden wurde auf rund 50 Millionen Euro geschätzt.

August 2011

Ein unbemannter Versorgungstransporter mit 2,6 Tonnen Nachschub für die ISS stürzt ab. Kurz nach dem Start des Raumschiffs vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan traten Probleme mit der Zündung der dritten Stufe der Sojus-Trägerrakete auf. Erst wenige Tage zuvor war kurz nach dem Start von Baikonur der Kontakt zu einem Nachrichtensatelliten abgerissen. Der „Express AM-4“-Satellit stürzt im März 2012 in den Pazifik.

Dezember 2010

Wegen des Fehlstarts einer Proton-Rakete in Baikonur verliert Russland auf einmal drei Satelliten für sein geplantes Navigationssystem Glonass. Der Schaden wird auf mehrere 100 Millionen Euro geschätzt. Die Satelliten fallen in den Pazifik.

Seit dem Ende der Spaceshuttle-Ära im Jahr 2011 kann die Nasa ihre Astronauten nicht mehr selbst ins All bringen. Zwar arbeitet die US-Weltraumbehörde ebenso wie private Anbieter wie SpaceX an der Entwicklung von Raketen für bemannte Raumflüge, doch derzeit verfügt allein Russland mit der Sojus über ein entsprechendes Raumschiff. Auch Alexander Gerst, derzeit Kommandant auf der ISS, flog mit einer russischen Rakete ins All.

1967 startete erstmals eine Sojus-Rakete, seither wurde das Raumschiff mehrfach modernisiert und gilt gemeinhin als zuverlässig. In jüngerer Vergangenheit hatte es allerdings mehrfach Probleme mit russischen Raketen gegeben.

So sorgte erst vor wenigen Wochen ein Leck an einer an der ISS angedockten Sojus für einen Druckabfall auf der Raumstation. Der Schaden konnte allerdings schnell behoben werden.

Mit Agenturmaterial.

Von

tt

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