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13.06.2018

11:23 Uhr

Rover Opportunity ausgefallen

Gigantischer Staubsturm legt Mars-Rover lahm

VonThomas Trösch

Größer als Nordamerika ist der Staubsturm, der gegenwärtig auf dem Mars tobt. In den Staubschwaden gefangen, droht dem Nasa-Rover Opportunity der Saft auszugehen.

Drohende Zerstörung

Schwerer Sturm legt Sonde lahm – Mars-Roboter „Opportunity“ von Staubwolke bedroht

Drohende Zerstörung: Schwerer Sturm legt Sonde lahm – Mars-Roboter „Opportunity“ von Staubwolke bedroht

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BerlinEin gewaltiger Staubsturm fegt gegenwärtig über die Marsoberfläche – und das sind schlechte Nachrichten für das Kontrollteam des Nasa-Rovers Opportunity. Der Veteran unter den Mars-Robotern, seit nunmehr beinahe 15 Jahren im Einsatz auf dem Roten Planeten, hat vorerst die Arbeit eingestellt. Zu wenig Sonnenlicht dringt durch die Staubschwaden, um die per Sonnenenergie betriebenen Batterien des Rovers aufzuladen.

Am Sonntag hatte Opportunity ein letztes Signal zur Erde gefunkt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Sturm, der Ende Mai erstmals von einer den Mars umkreisenden Nasa-Sonde registriert worden war, eine Ausdehnung von 18 Millionen Quadratkilometern erreicht und war damit bereits größer als Nordamerika. Inzwischen ist er auf 30 Millionen Quadratkilometer angewachsen und bedeckt damit rund ein Viertel der Planetenoberfläche.

Staubstürme sind keine Seltenheit auf dem Mars, sie entstehen sehr rasch und können dann Wochen oder sogar Monate andauern. Ungewöhnlich an dem aktuellen Ereignis ist allerdings die Größe des Sturms. Für Opportunity, der sich derzeit in einer Marsregion namens Perseverance Valley befindet, könnte es zum Problem werden, wenn der Sturm länger andauert. Denn um die Bordinstrumente auf der kalten Marsoberfläche betriebsbereit zu halten, verfügt der Rover über Heizelemente, die auf Strom von den Bordbatterien angewiesen sind.

Erhalten die Sonnensegel des Rovers, die für das Aufladen der Batterien verantwortlich sind, längere Zeit kein Sonnenlicht, könnte das den betagten Rover dauerhaft außer Gefecht setzen. Genau das dürfte dem baugleichen Nasa-Rover Spirit passiert sein, der 2010 wohl als Folge der extremen Kälte auf dem Planeten verlorenging.

Für Opportunity, der sich mit Beginn des Sturms in einen Energiesparmodus geschaltet hat, spricht allerdings, dass er bereits einmal ähnliche Turbulenzen heil überstanden hat. 2007 wütete der bis dahin größte je beobachtete Staubsturm auf dem Planeten, was den Rover seinerzeit ebenfalls veranlasste, die Systeme vorübergehend herunterzufahren. Als Folge davon ging für einige Tage der Kontakt zur Erde verloren. Nach Ende des Sturms konnte Opportunity seine Arbeit aber wieder aufnehmen.

Sollte der aktuelle Sturm den Rover dauerhaft außer Betrieb setzen, kann die Nasa trotzdem auf eine extrem erfolgreiche Mission zurückblicken. Denn ursprünglich war der Einsatz des Rovers nur auf 90 Tage angesetzt – inzwischen rollt Opportunity fast 15 Jahre über den Mars. Und mit dem 2012 auf dem Planeten gelandeten Curiosity besitzt die Nasa zudem noch einen weiteren Rover, der sich bereits als ähnlich zäh erwiesen hat.

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