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11.11.2019

11:16

SpaceX

In 20 Jahren soll es die erste Stadt auf dem Mars geben – sagt Elon Musk

Von: Lisa Oenning

Der Chef des Raumfahrtunternehmens SpaceX hat die Vision, dass Menschen eines Tages auf dem roten Planeten leben. Nun hat er seine Pläne konkretisiert.

SpaceX: Elon Musk konkretisiert seine Mars-Pläne AFP

SpaceX-Gründer Elon Musk

Der Tech-Unternehmer hat die Vision, dass Menschen eines Tages auf dem Mars leben können.

Düsseldorf Elon Musk – dieser Name steht für skurrile Tech-Fantasien. Mit seinem Start-up Neuralink will der US-Unternehmer beispielsweise das menschliche Gehirn mit Computern vernetzen. Mit der Firma The Boring Company plant der Milliardär, in Metropolen auf der ganzen Welt den Nahverkehr zu entlasten, indem er Hyperloop-Röhren baut, die Passagiere unterirdisch befördern. Und sein Raumfahrtunternehmen SpaceX soll es den Menschen eines Tages ermöglichen, auf dem Mars zu leben.

Letztere Vision hat der 48-Jährige nun in dem Kurznachrichtendienst Twitter konkretisiert. Anfang der Woche sprach Musk auf einer Start-up-Veranstaltung in Kalifornien über seine Mission. Auf Nachfrage von Followern erläuterte der Tesla-Chef seine Pläne nun auf Twitter detaillierter.

So hat es sich Musk zum Ziel gesetzt, dass es bereits in 20 Jahren „eine autarke Stadt“ auf dem roten Planeten geben soll. Der Mensch solle sich langfristig zu einem Wesen entwickeln, das nicht nur auf der Erde, sondern auf mehreren Planten lebt.

Um die Stadt auf dem Mars auszubauen, bedarf es nach Musks bisherigen Schätzungen etwa 1000 Raketenstufen vom Typ „Starship“, die Fracht von der Erde in die Erdumlaufbahn transportieren. Die Kosten für einen einzelnen solchen Flug eines Raumschiffs beliefen sich nach jetzigem Stand auf etwa zwei Millionen US-Dollar, weit weniger als derzeit ein Raketenstart kostet.

Ein „Starship“ soll laut Musk dreimal pro Tag fliegen können – ein einziges Schiff sei also in der Lage, bis zu 1000 Flüge pro Jahr zu absolvieren.

Die Raumschiffflotte müssen dem Unternehmer zufolge darauf ausgerichtet sein, Fracht, Infrastruktur und Crew zum Mars zu befördern. Nach Musks Berechnungen nimmt der gesamte Transport etwa zwei Jahrzehnte in Anspruch, da bei der Ausrichtung des Planeten Flüge zum Mars nur alle zwei Jahre möglich seien.

Musk gründete SpaceX bereits 2002. Anfangs war das Start-up für den in Südafrika geborenen Unternehmer nur ein kleines Projekt, um die US-Weltraumorganisation Nasa zu unterstützen. Mittlerweile ist SpaceX eines der erfolgreichsten Jungunternehmen auf dem Globus. Derzeit wird es mit 33 Milliarden Dollar bewertet.

Die Raumfahrt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Die Investmentbank UBS schätzt den jährlichen Umsatz in der Weltraumwirtschaft derzeit auf 400 Milliarden Dollar, ein Wert, der sich bis 2030 verdoppeln soll.

Korrektur: Eine Raketenstufe vom Typ „Starship“ soll nach Angaben von Elon Musk dreimal pro Tag in die Erdumlaufbahn fliegen können und pro Start zwei Millionen US-Dollar kosten. In einer früheren Version dieses Artikels wurden diese Daten fälschlicherweise einem Flug zum Mars zugeschrieben.

Mehr: Rund um die Raumfahrt ist ein Milliardenmarkt entstanden, in dem auch deutsche Unternehmen mitspielen. Was sind die Geschäftsmodelle und Technologien?

Kommentare (2)

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Herr Peter Meier

14.11.2019, 11:37 Uhr

"Mit der Firma The Boring Company plant der Milliardär, in Metropolen auf der ganzen Welt den Nahverkehr zu entlasten, indem er Hyperloop-Röhren baut, die Passagiere unterirdisch befördern."

In Testprojekten werden zur Zeit Tunnel für Elektrofahrzeuge und städtische U-Bahnen gebaut. Ziel der Boring Company ist aber in erster Linie die Schaffung eines unterirdischen Hochgeschwindigkeits-Straßensystems für Innenstädte auf dem sich Elektrofahrzeuge wie die von Tesla auf mehreren Ebenen fortbewegen können um Großstadtstaus zu umgehen.

Hyperloop wurde von Musk inklusive Patenten geopen-sourced. Es werden zwar noch alljährliche Wettbewerbe mit diversen Universitäten auf Musks Teststrecke abgehalten, die Entwicklung findet aber nicht mehr durch ihn statt. Hyperloop macht nur auf Fernstrecken zwischen Großstädten Sinn, erfordert enorme Investitionen, und steckt in den Kinderschuhen.

Es würde nicht wundern, wenn die Tunnel der Boring Company noch vor einer Hyperloop-Verwendung auf dem Mars eingesetzt werden. Kann so doch die dortige Sonnenstrahlung auf den Menschen reduziert werden.

Herr Andreas Gräber

14.11.2019, 13:19 Uhr

Warum schafft es die Presse eigentlich nie den Unterschied zwischen Hyperloop und Loop (wofür die Boring Company u.a. die tunnel bohren würde) zu begreifen. Hyperloop ist oberirdisch und eben "hyper" schnell, loop unterirdisch unter Städten (aber deutlichst langsamer).

Generell macht Musk das schlau, weil alle Technologien quer durch seine Firmen genutzt werden... z.B. jetzt Tesa Akkupacks beim Spaceship... oder auch für spezialversionen angedachten cold gas thrusters bei tesla Modellen. Fast alle Technologien lassen sich langfristig auch auf dem Mars einsetzen. Das mit in 20 Jahren (bzw. 25 jahre eher) sagt im übrigen nicht nur Musk... dort ist das ideale Zeitfenster um massiv Material hin zu schicken, von daher könnte er recht haben (zumindest ab da würde sie entstehen).

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