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06.01.2019

09:21

Weltraum

Satellitengalaxie auf Crashkurs mit der Milchstraße

Unsere Heimatgalaxie wird Astronomen zufolge mit einer weiteren zusammenstoßen – in 2,4 Milliarden Jahren. Nach kosmischen Maßstäben eine kurze Zeit.

Dieses lebendige Bild des NASA-Spitzer-Weltraumteleskops zeigt die Große Magellansche Wolke, eine Satellitengalaxie unserer eigenen Milchstraße. dpa

Große Magellansche Wolke

Dieses lebendige Bild des NASA-Spitzer-Weltraumteleskops zeigt die Große Magellansche Wolke, eine Satellitengalaxie unserer eigenen Milchstraße.

DurhamDer Milchstraße steht ein Galaxiencrash bevor: Die Große Magellan'sche Wolke, eine Begleiterin unserer Heimatgalaxie, wird in etwa 2,4 Milliarden Jahren mit ihr kollidieren. Das sagen Simulationsrechnungen einer Forschergruppe der Universität Durham in Großbritannien voraus. Das Team um Marius Cautun stellt seine Prognose im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (MNRAS) vor. Die Astronomen halten es für möglich, dass bei dem Crash der beiden Galaxien auch unser Sonnensystem aus seiner Bahn geschleudert wird.

Die Große Magellan'sche Wolke ist die hellste Satellitengalaxie der Milchstraße. Das von der Südhalbkugel aus sichtbare Sternsystem besteht aus rund 15 Milliarden Sonnen. Es umkreist unsere Heimatgalaxie, die bis zu 300 Milliarden Sonnen besitzt, in rund 163.000 Lichtjahren Entfernung. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Die Zwerggalaxie hat erst vor rund 1,5 Milliarden Jahren unsere kosmische Nachbarschaft erreicht.

Bislang hätten Astronomen angenommen, dass die Große Magellan'sche Wolke entweder die Milchstraße für viele Milliarden Jahre umkreisen oder dank ihrer hohen Eigengeschwindigkeit der Schwerkraft unserer Heimatgalaxie wieder entkommen und ins All entschwinden würde, erläuterte die Universität in einer Mitteilung. Die Supercomputer-Simulation des Teams um Cautun sage nun eine Kollision mit der Milchstraße in rund zwei Milliarden Jahren voraus.

„Während zwei Milliarden Jahre verglichen mit einem Menschenleben sehr lang sind, ist es nach kosmischen Maßstäben eine kurze Zeit“, unterstrich Cautun. Die Verschmelzung werde unsere Heimatgalaxie einschneidend verändern. Der Crash werde das zentrale Schwarze Loch der Milchstraße zu immenser Aktivität erwecken. Es werde sich große Mengen Materie einverleiben und dadurch auf die achtfache Masse zunehmen und einen sogenannten aktiven Galaxienkern bilden.

„Dieses Phänomen wird mächtige Jets energiereicher Strahlung erzeugen, die knapp außerhalb des Schwarzen Lochs entspringen“, sagt Cautun voraus. „Während dies unser Sonnensystem nicht beeinflussen wird, besteht ein kleines Risiko, dass wir nicht unversehrt der Kollision der beiden Galaxien entkommen, die uns aus der Milchstraße ins All schleudern könnte.“

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Der Crash werde eine beträchtliche Zahl von Sternen aus der Scheibe der Milchstraße in den sogenannten Halo schleudern, eine kugelförmige Anordnung von Sternen, die unsere Heimatgalaxie umgibt. Dieser Halo wird den Simulationsrechnungen zufolge durch die Kollision auf das Fünffache anwachsen. Auch unser Sonnensystem könnte eventuell in den Halo geschleudert werden.

Allerdings wird sich unsere Sonne in etwa zu dieser Zeit bereits zu einem Roten Riesenstern aufblähen, wodurch es ohnehin zu heiß für Leben auf unserem Planeten werden wird. Falls die Menschheit dann noch existiert, muss sie sich eine andere Heimat gesucht haben.

Der Galaxiencrash ist nach Einschätzung der Astronomen überfällig. Die Milchstraße habe sich, gemessen an vergleichbaren Sterneninseln, im Laufe der kosmischen Geschichte erst sehr wenige andere Galaxien einverleibt, erläutern sie.

So habe die benachbarte Andromeda-Galaxie fast 30 Mal soviel Masse geschluckt wie unsere Heimatgalaxie. Die Kollision mit der Großen Magellan'schen Wolke werde die galaktische Statistik wieder ins Lot bringen. In etwa acht Milliarden Jahren wird die Milchstraße dann nach Astronomenberechnungen mit der noch größeren Andromeda-Galaxie verschmelzen, die derzeit mit einer Geschwindigkeit von rund 400.000 Kilometern pro Stunde auf uns zurase.

Von

dpa

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