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05.05.2021

15:41

Live-Tracking

Digitalisierung des Fußballs: Fifa kooperiert mit deutschem Start-up Kinexon

Von: Axel Höpner

Kinexon wertet die Zusammenarbeit mit der Fifa als Ritterschlag. Die Tracking-Analyse hilft bei Live-Berichterstattung, Spielanalyse und Training.

Fifa-Manager Nicolas Evans (v.l.), Maximilian Schmidt, Mitgründer und CRO von Kinexon Sports & Media, und Kinexon-Gründer Oliver Trinchera. Foto: Kinexon

Kinexon kooperiert mit der Fifa

Fifa-Manager Nicolas Evans (v.l.), Maximilian Schmidt, Mitgründer und CRO von Kinexon Sports & Media, und Kinexon-Gründer Oliver Trinchera.

Foto: Kinexon

München Der künftige FC-Bayern-Coach Julian Nagelsmann gehört zur neuen Generation der sogenannten Laptop-Trainer. „Daten werden immer wichtiger“, sagte der amtierende Coach des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig am Mittwoch in München. Die Analyse von Daten könne dabei helfen, Spieler physisch, aber vor allem auch taktisch weiterzuentwickeln. Daten würden auch immer wichtiger bei der Vorbereitung auf den nächsten Gegner.

Die Digitalisierung prägt auch den Profisport immer stärker: Topvereine aus aller Welt analysieren mithilfe von Daten Laufwege und Spielzüge der Spieler und optimieren das Training. Auf dem Gebiet sind Spezialisten wie Opta Sports, aber auch große IT-Konzerne wie SAP aktiv.

Umso stolzer ist nun das deutsche Start-up Kinexon, dass es mit seiner Sensortechnologie vom Fußballweltverband Fifa als Partner für das sogenannte Live-Player-Tracking ausgewählt wurde. Damit können während eines Spiels die Laufwege von Spielern live verfolgt und analysiert werden.

Kinexon-Gründer Oliver Trinchera sieht die Kooperation mit der Fifa als einen „Beweis dafür, dass wir uns gegenüber global etablierten Playern beweisen und durchsetzen können“. Europa sei in der Lage, technologisch „ganz oben in der Profiliga mitzuspielen“, sagte er dem Handelsblatt. Die Zusammenarbeit schaffe die Möglichkeit, „neue und innovative Technologien zu entwickeln, um den Sport auf eine neue Ebene zu bringen“.

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    Kinexon ist nun ein bevorzugter Ausstatter der Fifa. Vor allem in den USA hat das Unternehmen schon große Erfolge erzielt: In den Profi-Ligen NFL und NBA nutzen bereits unzählige Sportler die Chips des Münchener Start-ups. Die Teams tragen beispielsweise Sensoren in Shirts, die auch in Innenräumen per Ultrabreitband-Funk die Daten übermitteln können.

    Kreative Lösungen in der Corona-Pandemie

    Die Technologie bestimmt zentimetergenau die Position und Bewegung von Sportlern. Trainer können die Daten mit einer Echtzeit-Analyseplattform auswerten und für das Training nutzen, Sportreporter für die Berichterstattung. Trinchera betonte: „Wir wollen den Geist des Spiels nicht verändern.“ Mithilfe der Digitalisierung könne das Spiel aber noch attraktiver gemacht werden. Zudem könne die Analyse auch dabei helfen, Verletzungen zu vermeiden.

    Insgesamt sind nach Unternehmensangaben bereits mehr als 400 Vereine, Ligen und globale Events mit der Kinexon-Technologie ausgestattet. In Deutschland gehören zum Beispiel die Bundesligisten Bayer Leverkusen, RB Leipzig und TSG Hoffenheim zu den Kunden.

    Die Zusammenarbeit mit der Fifa wertet Trinchera nun als weiteren Ritterschlag. Vertreter des Weltverbands waren für die Vorstellung der Kooperation nach München gekommen. „Das ist ein wichtiger Schritt für die Fifa, um den Fußball zu innovieren und weiterzuentwickeln“, sagte Fifa-Funktionär Nicolas Evans. Man habe mehrere technologische Systeme intensiv analysiert und sich dann für die Partnerschaft mit Kinexon entschieden.

    Kinexon werde eine „noch bessere Erlebnisqualität für alle Beteiligten im Fußball schaffen – für Spieler, Vereine, Ligen, Verbände und Fans“, sagte Evans. Der nächste logische Schritt sei die Bereitstellung der Daten in Echtzeit, damit Anwender bei Spielen und im Training sofort reagieren können. Ziel sei es, „Standards für qualitativ hochwertige und präzise Live-Daten festzulegen und so ein besseres Spiel- und Stadionerlebnis zu ermöglichen“.

    Dreistellige Millionenbewertung

    Das von Oliver Trinchera und Alexander Hüttenbrink gegründete Kinexon ist eines der hoffnungsvollsten deutschen Start-ups. Bei der letzten Finanzierungsrunde vor drei Jahren erzielte die Firma eine dreistellige Millionenbewertung. Der Umsatz dürfte laut Branchenschätzungen im vergangenen Jahr prozentual dreistellig auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag gestiegen sein. Trinchera sagte, es sei noch zu früh, um abzuschätzen, welches Umsatzvolumen die Kooperation mit der Fifa bringen könne.

    In der Corona-Pandemie erwies sich die Firma als kreativ: Trinchera erkannte, dass sich die Technologie auch gut zum Abstandwahren und zum Nachverfolgen von Kontakten eignet. Die Teams in den USA nutzten die Sensoren, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. In Deutschland brachte die Telekom eine Lösung für Sportklubs und Firmen auf den Markt, die auf der Kinexon-Technologie basiert.

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