Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2021

12:29

Peloton-Bike im Test

Lohnt sich das Peloton-Bike, oder ist es ein teurer Staubfänger?

Von: Carina Kontio

Das Spinningbike ist einer der Fitness-Trends in der Pandemie. Ist es mehr als nur Hype? Wir haben den 2690 Euro teuren Hometrainer getestet.

In der Coronakrise ist der Fitnessanbieter rasant gewachsen. Peloton

Peloton-Trainingsrad mit Bildschirm

In der Coronakrise ist der Fitnessanbieter rasant gewachsen.

Düsseldorf Von Peloton habe ich zum ersten Mal gehört, als ich vor zwei Jahren meinen besten Freund in Berlin besuchte. Er hat lange in New York gelebt und ist eindeutig ein leichtes Opfer für Hypes. „Bist du wahnsinnig?“, fragte ich entsetzt, als er mir von dem smarten High-End-Indoorbike erzählte – und was man dafür hinblättern muss: 2145 Euro für das günstigste Rad, 2690 Euro für das „Peloton +“. Das ist kompatibel mit der Apple Watch, hat einen größeren und drehbaren Touchscreen, ein besseres Soundsystem – und sogar einen Knopf, der den inneren Schweinehund zum Schweigen bringen kann.

Dazu kommen 39 Euro im Monat, um die angebotenen Kurse (live aus London und New York oder „on demand“) nutzen zu können, vorausgesetzt, man verfügt über das entsprechende „Bike+ Zubehör Starter Set“, das man im Onlinestore für 205 Euro kaufen kann. Darin enthalten: Schuhe mit Klicksystem, Hanteln und Trainingsmatte.

Mit allen Mitteln der manipulativen Kommunikation („ viel zu teuer“, „nur was für Fitness-Snobs“, „sektenähnliche Community“, „steht am Ende eh nur rum“, „Sport ist draußen viel schöner“) habe ich ihm die Anschaffung ausgeredet. Aber dann kam das Jahr 2020 und Peloton erlebte einen rauschhaften Corona-Boom.

Die Nutzung der Bikes stieg in den Lockdowns so rasant an, dass es zu Lieferengpässen kam, und gefühlt stand in jedem zweiten Wohnzimmer so ein Heimtrainer. Und klar, wer eins hatte, zeigte das neue Statussymbol in allen verfügbaren virtuellen Netzwerken, und ich erkrankte an FOMO („fear of missing out“), also der Angst, etwas zu verpassen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Zeit also, dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Was kann dieses Peloton, was taugt das teure Fitnessgerät? Und welche Alternativen gibt es auf dem Markt? Ich habe den Test gemacht und drei Monate lang in die Pedale getreten.

    Was ist Peloton, und wer steckt dahinter?

    Hinter der Marke Peloton verbirgt sich das gleichnamige Unternehmen, ein US-Sportwarenhersteller, 2012 von Graham Stanton, Hisao Kushi, John Foley, Tom Cortese und Yony Feng gegründet. Die fünf Männer hatten über die Finanzierungsplattform Kickstarter mehr als 300.000 Dollar für ihr Start-up eingesammelt. Der Live-Fitness-Anbieter mit Sitz in New York kommt inzwischen auf einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar.

    Neun Jahre nach Gründung gilt das Unternehmen als „Apple des Fitnessgeschäfts“. In Amerika sind die Bikes Kult, sogar US-Präsident Joe Biden ist Fan und hat sein Bike mit ins Weiße Haus gebracht. Auch Stars wie Ellen DeGeneres, Barack und Michelle Obama, Leonardo DiCaprio und Hugh Jackman sind begeisterte User des Heimtrainers.

    Das Peloton-Bike wird jedem Käufer von zwei Peloton-Mitarbeitenden nach Hause gebracht, aufgebaut und persönlich eingestellt. Peloton

    Draufsetzen und loslegen

    Das Peloton-Bike wird jedem Käufer von zwei Peloton-Mitarbeitenden nach Hause gebracht, aufgebaut und persönlich eingestellt.

    In Deutschland ist Peloton seit 2019 aktiv, unter anderem mit Stores in Köln, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München, Frankfurt, Mannheim, Hannover und Stuttgart. Dort kann man die Bikes ausprobieren sowie Zubehör und eigene Sportbekleidung kaufen. Auch an der Börse ist das Unternehmens notiert.

    Wie funktioniert das Peloton-Bike?

    Zugegeben: Nachdem mir das Rad in einem mattschwarzen edlen Peloton-Lieferwagen nach Hause geliefert, mit Handschuhen sorgfältig aufgebaut und mit mir eingerichtet wurde, war ich ziemlich schnell im Cycling-Fieber. Das Peloton-Bike stand noch keinen Tag im Wohnzimmer, da ploppten die ersten WhatsApp-Nachrichten von Nachbarn auf. Sie hatten den Lieferwagen gesehen, und das weckte Begehrlichkeiten: „Kann ich das auch mal testen?“ Aus Berlin schrieb mein Freund: „Na, wie ist es?“ – Und ich: „Mega, leider…!“

    Was ist eigentlich jetzt das Besondere daran? Spinningbikes und Hometrainer gibt es schließlich nicht erst seit gestern. Wenn ich auf dem Peloton-Bike sitze, versehen mit Getränkehalter, kleinen Hanteln und einem am Lenker montierten überdimensionalen Bildschirm, trainiere ich via Livestream mit der ganzen Welt – und die ganze Welt mit mir.

    Ich lege ein Benutzerprofil an und kann mich mit anderen zum Training verabreden, sie anfeuern oder mich über eine Echtzeitrangliste mit ihnen messen. Die Kurse können aber auch zu jeder anderen Zeit gestartet werden. Ob ich live dabei bin oder nicht, bleibt mir selbst überlassen.

    Im Angebot sind unzählige Live-Kurse und Trainings in allen Schwierigkeitsstufen aus dem Archiv. Peloton

    Gesteuert wird über den Touchscreen

    Im Angebot sind unzählige Live-Kurse und Trainings in allen Schwierigkeitsstufen aus dem Archiv.

    Alternativ zu den Kursen kann man auch reale Strecken unter anderem in den Alpen oder Neuseeland abfahren – allerdings läuft dabei nur ein Video ohne Widerstand, was ein bisschen schade ist. Carina Kontio

    Ab in die Alpen

    Alternativ zu den Kursen kann man auch reale Strecken unter anderem in den Alpen oder Neuseeland abfahren – allerdings läuft dabei nur ein Video ohne Widerstand, was ein bisschen schade ist.

    Registrierungsfaul wie ich bin, habe ich mich mit zwei Klicks über mein Facebook-Profil angemeldet. Vorteil dieses Single-Sign-on-Verfahrens, das auch mit einem Google-Konto funktioniert: Es geht bequem und schnell. Nachteil: zack, Daten gespendet, Facebook weiß jetzt viel mehr über mich und kann seine Werbung noch gezielter ausspielen.

    API-Schwachstelle und sensible Daten: Wie sicher ist das Peloton?

    Im Januar erst wurde das Präsidenten-Peloton zum Politikum. IT-Experten sahen in der im Monitor integrierten und mit dem Netz verbundenen Kamera und dem Mikrofon ein zu hohes Sicherheitsrisiko für das Weiße Haus und ein Einfallstor für Hacker.

    Das Tech-Magazin „Tech Crunch“ berichtete vor wenigen Tagen, dass es eine Schwachstelle in der API von Peloton gab, durch die es jedem möglich war, private Nutzerdaten wie Alter, Geschlecht, Gewicht, Wohnort oder Trainingsdaten abzufragen. Die Sicherheitslücke ist zwar inzwischen geschlossen, aber offen bleibt die Frage, ob andere diese Schwachstelle böswillig ausgenutzt und massenhaft Kontodaten abgegriffen haben – Peloton kommt immerhin inzwischen auf über vier Millionen Nutzer, davon mehr als zwei Millionen zahlende Abonnenten. Mir versichert eine Sprecherin: „Wir überwachen jeden Teil unseres Systems genau, führen regelmäßig Sicherheitsbewertungen mit professionellen Sicherheitsexperten von Drittanbietern durch und verschlüsseln die Daten, die zwischen den mit Peloton verbundenen Fitnessprodukten und der cloudbasierten Peloton-App übertragen werden.“

    Können sich Kinder auf dem Peloton verletzen?

    Zu Hause habe ich ein ganz anderes Sicherheitsrisiko entdeckt. Das smarte Bike hat offenbar eine magische Anziehungskraft auf Kinder. Die allerdings haben oft noch keine Erfahrung mit Fahrrädern, die keinen Freilauf und keine Bremsen haben. Sie denken: Wenn ich aufhöre zu treten, bleiben auch die Pedale stehen. Das ist bei Spinningrädern allerdings nicht der Fall, gebremst und angehalten wird über einen Drehknopf am Rahmen.

    Es kam also, wie es kommen musste: Die zehnjährige Tochter meiner Partnerin kletterte mit Turnschuhen auf das Peloton, strampelte ein paar Minuten fröhlich darauf herum, und als sie keine Lust mehr hatte und absteigen wollte, drehten sich die Pedale weiter und sie verletzte sich am Schienbein.

    Offenbar sind wir nicht die Einzigen, die Tränchen trocknen und Schrammen verarzten mussten, denn Peloton liefert extra eine Kindersicherung für die Pedale mit – tja, hätte ich die mal montiert gehabt. Ansonsten ist das Rad aber gut abgesichert, sodass Kinder sich eigentlich nirgendwo verletzen können.

    Über den roten Drehknopf am Bike wird nicht nur der Widerstand höher oder niedriger gestellt, sondern auch gebremst. AFP

    Manuelle Bedienung

    Über den roten Drehknopf am Bike wird nicht nur der Widerstand höher oder niedriger gestellt, sondern auch gebremst.

    Im Gegensatz zu einem normalen Fahrrad besitzt ein Spinningrad vorn nur ein Schwungrad. Deswegen gibt es keinen Leerlauf und keine Bremsen. AFP

    Kein Freilauf

    Im Gegensatz zu einem normalen Fahrrad besitzt ein Spinningrad vorn nur ein Schwungrad. Deswegen gibt es keinen Leerlauf und keine Bremsen.

    Und dann ist da natürlich noch die Suchtgefahr: Die durchtrainierten Instruktoren und Instruktorinnen in den Trainingsvideos sind so motivierend, dass ich manchmal drei Tage hintereinander auf dem Gerät gesessen habe. Meine längste Einheit dauerte fast zwei Stunden.

    Das macht sich zwar irgendwann in der Po-Muskulatur bemerkbar, aber Sie wissen ja: Wer schön sein will, muss leiden. Immerhin ist der montierte Sattel angenehm weich und lässt sich individuell – wie Lenker und Sitzhöhe auch – einstellen.
    Die Kurse und Livestreams kann ich ebenfalls individuell nach Schwierigkeitsgrad und Fitnesslevel aussuchen. Ebenso kann ich nach Dauer, Musikrichtung und Trainer filtern lassen.

    Was mir besonders gut gefällt: Während ich beim Spinning im Fitnessstudio gut schummeln und den Widerstand unentdeckt niedrig lassen kann, gibt es bei den Peloton-Kursen die Option, die Steigerungen per Knopfdruck vom System einstellen zu lassen, so, wie sie der Trainer auf dem Bildschirm vorgibt. Da gibt es dann kein Entkommen mehr.

    Große Auswahl an Trainingsdisziplinen

    Persönlich hat es mich nicht gereizt, mich mit Tausenden anderen Usern zu vergleichen. Ich kenne diese Menschen ja gar nicht und mache beim Sport gerne mein Ding. Positiv finde ich, dass ich die Einheiten anschließend auf andere Trainingsplattformen wie Strava hochladen kann und mir auch dort die detaillierten Ergebnisse (unter anderem Watt, Herzfrequenz und Trittfrequenz) angezeigt werden.

    Gestört hat mich, dass ich keine eigenen Trainingssessions programmieren kann mit Intervallen und anderen Vorgaben, beispielsweise von meinem Trainer aus dem Triathlonverein. Zwar gibt es viele intensive HIIT-Sessions (hochintensives Intervalltraining) im Kursangebot, aber ich kann sie selbst nicht verändern. Hat man einen eigenen Trainingsplan, gibt es immerhin die Option, das Rad ganz ohne Kurs zu nutzen und dann eben manuell mit Drehen am Rädchen die eigenen Intervalle zu fahren.

    Selten genutzt habe ich bislang die anderen Kurse, die zum Abo dazugehören und Abwechslung zum Strampeln bringen. Etwa Yoga, Meditation, Pilates oder Stretching, Athletik- und Krafttraining (auch auf dem Fahrrad mit Hanteln). Es ist diese Kombination mehrerer Trainingsarten, mit der Peloton punkten und sich von Wettbewerbern absetzen will.

    Irène Scholz ist bei Peloton die erste deutschsprachige Spinning-Trainerin. Sie hat zuvor lange für Adidas in Kapstadt gearbeitet und dort auch ein eigenes Fitnessstudio eröffnet. Carina Kontio

    Deutschsprachige Kurse im Aufbau

    Irène Scholz ist bei Peloton die erste deutschsprachige Spinning-Trainerin. Sie hat zuvor lange für Adidas in Kapstadt gearbeitet und dort auch ein eigenes Fitnessstudio eröffnet.

    Für mich kein Problem, aber hierzulande für einige User sicherlich ein Manko: Bislang sind die allermeisten Peloton-Kurse auf Englisch. Fürs Spinning gibt es nur vier deutschsprachige Trainer. Entsprechend eingeschränkt ist die Auswahl für Sportler, die nur Deutsch verstehen. Die erste deutschsprachige Yogalehrerin wurde gerade engagiert. Zwar haben ein paar Kurse auch Untertitel, aber wer kann schon schnell genug mitlesen, wenn man auf der Yogamatte vor dem Rad im herabschauenden Hund steht und sich darauf konzentriert, überhaupt erst mal alle Positionen korrekt auszuführen? Und beim Meditieren mit geschlossenen Augen – nun ja.

    Wird das Peloton-Bike ein teurer Staubfänger?

    Nun stellt sich, wie bei allen Herstellern von Hometrainern, die Frage, ob die Peloton-Käufer nicht doch irgendwann die Motivation verlieren. CEO John Foley glaubt, dass die Livekurse, in denen die Abonnenten sich mit anderen messen können, und die beliebten Trainer, die in der Peloton-Gemeinde teils Starstatus erlangen, das verhindern: „Wir sehen, dass unsere Geräte immer stärker genutzt werden, und das von mehreren Familienmitgliedern“, sagt er. „Wir verkaufen keine Staubfänger“, ist er überzeugt.

    Und ja, ich muss schon sagen, dass ich gerne ein bis zwei Mal in der Woche auf dem Bike sitze und der deutschen Trainerin Irène Scholz auch auf Instagram folge. Allerdings gehöre ich eher zur Fraktion der Draußensportler, und wenn das Wetter schön ist, schnappe ich mir lieber meine Laufschuhe oder ziehe mit meinem Rennrad los.

    Die Auswertung des Trainings ist ausführlich und grafisch übersichtlich dargestellt und zusammengefasst. Wer einen Brustgurt oder eine Apple-Watch trägt, kann die Geräte mit dem Peloton koppeln und zusätzlich die Herzfrequenz erfassen. Carina Kontio

    Umfangreiche Daten

    Die Auswertung des Trainings ist ausführlich und grafisch übersichtlich dargestellt und zusammengefasst. Wer einen Brustgurt oder eine Apple-Watch trägt, kann die Geräte mit dem Peloton koppeln und zusätzlich die Herzfrequenz erfassen.

    Wer möchte, kann seine Trainingseinheiten anschließend auf anderen Plattformen wie zum Beispiel Strava hochladen oder mit seinen Freunden via Facebook teilen. Carina Kontio

    Schnittstellen verfügbar

    Wer möchte, kann seine Trainingseinheiten anschließend auf anderen Plattformen wie zum Beispiel Strava hochladen oder mit seinen Freunden via Facebook teilen.

    Wenn ich mal zu faul bin, mache ich gerne ein leichtes Stretching-Workout oder ein 20-Minuten-Körper-Stabilitätstraining. Das Angebot ist so vielfältig und die Trainer und Trainerinnen so unterschiedlich, das für jeden etwas dabei ist, und weil ständig neue Kurse dazu kommen, wird es auch nie langweilig.

    Letzteres hatte allerdings im Testzeitraum einen erheblichen Nachteil: Ich bin im Januar in eine neue Wohnung gezogen, in der es noch keinen Internetanschluss gab, weil das Gebäude erst kurz zuvor gebaut wurde. Zur Überbrückung bin ich über einen LTE-Hotspot ins Netz gegangen und fühlte mich zurückversetzt in eine Zeit, in der es noch knarrende Modems gab. Weil Peloton dauernd aktualisiert und auch Updates im Stand-by-Modus einspielt, werden ordentlich Daten abgesaugt (inzwischen ziehe ich öfter mal den Stecker).

    Und auch die Trainingssessions selbst brauchen einiges an Volumen. So hatte ich im Januar schnell etwa 175 Euro auf der Onlinerechnung und im Februar noch mal 150 Euro, bevor ich mich im März wirklich eingeschränkt habe, bis ich endlich einen richtigen Internetanschluss buchen konnte.

    Fazit: Lohnt sich der Kauf eines Peloton-Bikes?

    Wenn Sie sich nun überlegen, sich ein Peloton-Fahrrad zu kaufen, sollten Sie noch zwei weitere Punkte bedenken. Zum einen: So ein Fahrrad ist nicht gerade klein. Bei uns steht es im Wohnzimmer, das offen mit der Küche verbunden ist, und es passt ganz gut in die Ecke. Allerdings braucht das Peloton am Sockel eine Stellfläche von mindestens 1,20 Meter auf 60 Zentimeter. Das Rad selbst ist 1,50 Meter lang, 1,50 Meter hoch und 56 Zentimeter breit. Zwar sind am Rad Transportrollen montiert, aber das Gerät ist mit seinen 61,2 Kilogramm so schwer, dass es sich nicht mal eben schnell im Schrank verstecken lässt, wenn Besuch kommt.

    Sind leider nicht im Kaufpreis enthalten: die passenden Peloton-Bikeschuhe. Das Rad lässt sich aber auch mit jeden anderen Rennradschuhen mit Klicksystem nutzen. Carina Kontio

    Viel Zubehör

    Sind leider nicht im Kaufpreis enthalten: die passenden Peloton-Bikeschuhe. Das Rad lässt sich aber auch mit jeden anderen Rennradschuhen mit Klicksystem nutzen.

    Außerdem würde ich dazu raten, das Peloton-Bike in einem Raum aufzustellen, in dem man ordentlich lüften kann, denn es wird einem schnell heiß beim intensiven Training. Alternativ sollten Sie noch eine Schippe obendrauf legen und sich einen Ventilator kaufen, damit Sie im Wohn- oder Schlafzimmer nicht überhitzen und so schnell die Freude am Peloton verlieren. Hier sind andere Wettbewerber wie Nordictrack schon weiter.

    Reden wir noch einmal über den Preis: Ja, für 2690 Euro muss man sich ganz schön abstrampeln. Wer aber gerne zu Hause trainiert und sich virtuell motivieren und von anderen Usern anspornen lässt, für den ist das Peloton genau das Richtige. Vor allem jetzt, wo die Fitnessstudios noch geschlossen sind. Vielleicht gibt es ja auch nette Nachbarn, mit denen man sich das Gerät teilen kann.

    Ansonsten lohnt sich immer auch ein Blick auf Ebay-Kleinanzeigen. Dort gibt es inzwischen etliche gebrauchte Räder zu einem günstigen Preis.

    In Zukunft könnte es vielleicht aber auch ein günstigeres Fahrrad geben, das sich mehr Menschen leisten können, meinte Peloton-CEO Foley kürzlich in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. „Bezahlbarkeit ist ein wichtiges Thema“, sagte er. „Wir denken auch über einen Markt für gebrauchte Pelotons nach.“

    Peloton-Alternativen im Überblick

    • Direkter Peloton-Konkurrent ist das Technogym-Bike. Es sieht ziemlich ähnlich aus, hat dieselben Dinge im Angebot, kostet allerdings 2950 Euro. Wesentlicher Unterschied: Technogym liefert die Live- und On-Demand-Kurse über andere Anbieter (1Rebel und Revolution). Monatliche Kosten dafür: 29 Euro. Es gibt aber auch einige kostenlose Kurse von Technogym, die im Kaufpreis enthalten sind.
    • Ein ähnliches Spinninggerät wie Peloton bietet auch das US-Unternehmen Icon Health & Fitness unter der Marke Nordictrack. Dort kostet das „S15i Studio Cycle“ 2299 Euro. Pluspunkt: Am Lenker gibt es einen Ventilator, der sich in seiner Geschwindigkeit automatisch an die Intensität eines Workouts anpasst. Außerdem lassen sich per Knopfdruck Gefälle von zehn Prozent und Steigungen bis zu 20 Prozent simulieren. Streaming-Kurse und personalisierte Trainings sind im ersten Jahr umsonst, danach kosten sie circa 33 Euro im Monat.
    • Immerhin kompatibel mit der Peloton-App ist das Schwinn Speedbike 800IC. Der Hersteller sieht es als günstige Alternative zu den Amerikanern und verkauft das Indoor-Rad für 1099,00 Euro. Im Netz finden sicher aber auch günstigere Angebote. Es ist zwar nicht ganz so edel und smart wie das viel teurere Peloton-Bike, aber durchaus solide verarbeitet und in weniger als einer Stunde aufgebaut. Apps von Zwift, Tacx, Apple Health, Google Fit, Jrny, Sufferfest (inzwischen Wahoo Systm), Explore the World oder Kinomap lassen sich via Bluetooth verbinden und auf dem eigenen Smartphone oder iPad anzeigen. Dafür gibt es sogar eine integrierte Halterung am Rad.
    • Wem es nur ums Radfahren geht, der sollte sich auch mal Rollentrainer als Alternative zum Peloton anschauen. Ich persönlich trainiere mit dem Wahoo Kickr, auf dem mein eigenes Rennrad eingespannt ist. Verbunden mit der Trainings-App von Zwift, erwarten mich ebenfalls echte Sparringspartner aus der ganzen Welt, virtuelle Touren, Videos von echten Rennstrecken und knackige Intervallprogramme. Kosten für einen guten Rollentrainer: ab 500 Euro. Kosten für die Zwift-App: 14,99 Euro im Monat.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×