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01.04.2019

15:54

Hannover-Messe 2019

Rundgang durch das Messegelände: Was Angela Merkel zum Staunen bringt

Von: Stephan Scheuer

Bei ihrem Eröffnungsrundgang auf der weltgrößten Industriemesse interessiert die Bundeskanzlerin ein Thema besonders: Was der Echtzeitmobilfunk 5G wirklich bringt.

Hannover Messe

Merkel macht Bekanntschaft mit 5G-Robotern

Hannover Messe: Merkel macht Bekanntschaft mit 5G-Robotern

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HannoverAls Bundeskanzlerin Angela Merkel am Messestand des schwedischen Netzausrüsters Ericsson auf einen Roboter zugeht, greift der zu einem Stapel mit visitenkartengroßen Schachteln mit Mintpastillen und reicht eine davon der Kanzlerin. Sensoren haben reagiert, die Regierungschefin lächelt erstaunt. Der Roboter auf der Hannover Messe gewährt der Kanzlerin einen Blick in die Zukunft.

Der Roboter ist mit der künftigen Mobilfunkgeneration 5G verbunden – und die ermöglicht eine Datenübertragung nahezu in Echtzeit. So können die Daten der Sensoren direkt ausgelesen werden und der Roboter kann auf die Menschen in seiner Umgebung reagieren, so wie auf die Kanzlerin.

Merkel sieht darin Chancen für die Industrie. Aber sie denkt bereits einen Schritt weiter. „Kommt als nächstes 6G?“ , fragt sie. Die Antwort gibt Ericsson-Deutschlandchef Stefan Koetz: „Bestimmt.“ Die Entwicklung der künftigen Mobilfunkgeneration 5G stelle bereits eine große Verbesserung dar. Daten könnten mithilfe der neuen Mobilfunkgeneration nicht nur nahezu in Echtzeit transportiert werden. Auch lokale Gebiete ließen sich etwa mit sogenannten Campus-Netzen mit dem schnellen Netz versorgen – wie etwa eine Fabrik oder ein Testgelände.

Die Hannover Messe erwägt etwa, das gesamte Gelände mit einem 5G-Netz auszurüsten. Das planen auch etliche große Industrieunternehmen mit ihren Werksgeländen.

Deutschland gehe einen besonderen Weg, sagt Merkel. Die Industrie bekomme die Möglichkeit, Frequenzen für eigene lokale 5G-Netze zu erwerben. „Gibt es das in Schweden auch?“, will sie von Stefan Löfven, Ministerpräsidenten des Messe-Gastlandes Schweden, wissen: „Noch nicht“, entgegnet dieser.

In Mainz werden derzeit die Frequenzen für den 5G-Mobilfunk versteigert. Die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica und der Herausforderer United Internet bieten mit. An diesem Montagmittag hatten die Firmen insgesamt rund zwei Milliarden Euro geboten. Doch das Bieterverfahren könnte sich noch Wochen hinziehen. Das Bundesfinanzministerium kalkuliert mit Erlösen in Höhe von fünf Milliarden Euro.

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Merkel wünscht noch viel Erfolg, als sie sich bei Ericsson verabschiedet. Dann streift sie mit einem Tross aus Beratern und Journalisten weiter durch die Messehallen. Beim japanischen Elektronikkonzern Omron bestaunt sie einen Tischtennis-Roboter. Auf die Frage, ob sie auch gegen die Maschine antreten wolle, lehnt sie aber ab.

Dafür schreitet sie mit mehr Einsatz zur Tat, als sie Andreas Lapp, Chef des gleichnamigen Kabelherstellers, dazu auffordert, die smarte Kabelrolle des Unternehmens auszuprobieren. Merkel zieht an dem Kabel, die Trommel setzt sich in Bewegung und eine Leinwand projiziert, wie viele Meter Kabel noch auf der Rolle verfügbar sind. „Dadurch wissen Firmen genau, wann sie Kabel nachbestellen müssen“, sagt der Firmenchef.

Die Hannover Messe gilt als Leitmesse der Industrie. 6500 Aussteller aus 75 Ländern zeigen bis zum 5. April den neuesten Stand von Industrierobotern und der vernetzten Produktion. Die Geschichte der Industrieschau geht zurück bis 1947. Damals gab es die erste „Export-Messe 1947 Hannover“, vorangetrieben vom Oberbefehlshaber der britischen Besatzungstruppen.

Dieses Jahr ist die Computermesse Cebit wieder in die Hannover Messe integriert. „Nachdem die Cebit vor 33 Jahren aus der Hannover Messe ausgegliedert wurde, ist sie nun wieder eingegliedert worden“, hatte die Bundeskanzlerin am Vorabend in ihrer Eröffnungsrede gesagt. Erst habe es eine gefühlte Distanz zwischen digitalen Optionen und Maschinen gegeben. „Jetzt erleben wir sozusagen eine neue Konvergenz, eine nicht erwartete Harmonie“, sagte die Kanzlerin.

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