MenüZurück
Wird geladen.

01.04.2019

19:20

Messetrends

Das sind die wichtigsten Tech-Trends der Hannover Messe

Von: Christof Kerkmann, Kevin Knitterscheidt, Stephan Scheuer

Die neuesten Technologien für die Industrie 4.0 prägen die Hannover Messe. Zu den Top-Themen zählen der Mobilfunkstandard 5G und kollaborative Roboter.

Spart Lack dank Künstlicher Intelligenz. dpa

Lackierroboter von ABB

Spart Lack dank Künstlicher Intelligenz.

HannoverAuf der Hannover Messe ist schon seit 2011 die Rede von der Industrie 4.0. Über die Jahre ist die Vision zur Realität geworden: Mehr als die Hälfte der Industrieunternehmen (53 Prozent) nutzen in ihren Fabriken inzwischen smarte Anwendungen, weitere 21 Prozent planen es. Neue Technologien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Trends im Überblick.

Mobilfunk 5G

Die Technik soll als Turbo für die Industrie 4.0 fungieren. Die Netzausrüster Nokia und Ericsson haben auf dem Messegelände lokale 5G-Netze errichtet, um die Leistung des neuen Mobilfunkstandards zu präsentieren. Dazu gehört vor allem eine Datenübertragung nahezu in Echtzeit.

Die Latenz beträgt bei 5G weniger als eine Millisekunde. In Deutschland werden derzeit die Frequenzen versteigert. Die Industrie kann unabhängig davon lokale Frequenzen bei der Bundesnetzagentur beantragen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hob in ihrer Eröffnungsrede hervor: „Das ist ein positives Phänomen. Sie dürfen nicht vergessen: Alle anderen müssen dafür bezahlen.“

Bosch, Siemens, ABB und andere zeigen in Hannover, welche Anwendungen der Echtzeitmobilfunk möglich machen soll. „5G ist die Basis“, sagte Bosch-CEO Volkmar Denner bei der Vorstellung einer vernetzten Fabrik. Siemens stellte einen ähnlichen Ansatz vor. Und der Roboterbauer ABB zeigte, wie 5G die Interaktion zwischen Menschen und Maschinen verbessern soll.

Edge-Computing

Um die Leistung des 5G-Netzes auszureizen, versuchen die Firmen, die Rechenleistung möglichst nah an die Maschinen zu bringen. Server sollen nicht in Großrechenanlagen Hunderte Kilometer entfernt stehen, sondern direkt am Gerät, also am Rand des Netzwerks – daher der Name (Edge = Rand).

Leistungsschau der deutschen Industrie: Angst vor dem Abschwung – Die Hannover Messe startet mit düsteren Aussichten

Leistungsschau der deutschen Industrie

Angst vor dem Abschwung – Die Hannover Messe startet mit düsteren Aussichten

Für 2019 rechnen viele Wirtschaftsverbände mit einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur – und einer Stagnation der Industrieproduktion.

Die Server können sich beispielsweise direkt in den Basisstationen der Mobilfunkbetreiber befinden. Der japanische Robotik- und Fabrikautomatisierungsspezialist Fanuc experimentiert auch mit Lösungen, die noch näher an die Roboter heranrücken sollen.

 Neue Transportsysteme

Kleine Scheiben, die über ein unsichtbares Magnetfeld schweben, künden vom Ende des klassischen Fließbands: Der Automatisierungshersteller Beckhoff präsentiert auf der Messe sein neues Transportsystem X-Planar, das die interne Logistik vieler Unternehmen revolutionieren soll. Das System funktioniert ohne Verschleiß und lässt sich kinderleicht reinigen. Das ist vor allem für Chemie- und Pharmahersteller interessant, in deren Produktion Sauberkeit eine besonders große Rolle spielt.

Dabei ist X-Planar nur eines von vielen neuartigen Transportsystemen, mit denen verschiedene Hersteller das Ende des klassischen Fließbands besiegeln wollen. So präsentiert etwa der Antriebstechnik-Hersteller SEW Eurodrive ein komplettes Produktionssystem, bei dem eine Pkw-Karosserie auf einer autonom fahrenden Plattform von einer Produktionsstation zur nächsten gefahren wird.

Begleitet wird der Pkw dabei von einem kleinen Wagen mit Werkzeugen, die der Techniker für die Montage benötigt. Ist der Arbeitsgang beendet, bewegen sich die Wagen zur nächsten Station. Beim Aachener Elektro-Autohersteller E.Go ist das System bereits im Einsatz.

Robotik

Sie sind das Highlight jeder Hannover Messe und entwickeln sich von Jahr zu Jahr stets ein kleines Stückchen weiter: Mit Industrierobotern versuchen Hersteller wie ABB oder Fanuc, die Industrieproduktion ihrer Kunden weitgehend zu automatisieren. Waren vor einigen Jahren sogenannte Cobots der letzte Schrei, sind es heute Roboter mit 5G-Fähigkeiten: Hierbei können die Roboterbauer auf Kabel zur Datenübertragung verzichten und bekommen trotzdem eine Rückmeldung in Echtzeit.

Kommentar: Ein starker Mittelstand ist für Deutschland wichtiger denn je

Kommentar

Ein starker Mittelstand ist für Deutschland wichtiger denn je

Kleine und mittlere Firmen spüren bisher wenig von der Konjunkturkrise. Einmal mehr beweist der Mittelstand, dass er das Rückgrat der Wirtschaft ist.

So hat der Netzwerkausrüster Ericsson ein Modell des Herstellers Universal Robots mit einem Sensor ausgestattet, der über 5G mit einem Computer kommuniziert. Kommt ein Mensch dem Gerät zu nah, wird über das Funknetz ein Warnsignal abgesetzt. Das sorgt für mehr Sicherheit bei der Zusammenarbeit zwischen Arbeiter und Maschine.

Künstliche Intelligenz

Von Maschinen, die aufs Wort hören, über Lackieranlagen, die Fehler selbst erkennen, bis hin zu Produktionssystemen, die viele Aufgaben automatisch erledigen können: Die Technologien, die unter dem Schlagwort Künstliche Intelligenz (KI) zusammengefasst werden, bieten zahlreiche Einsatzmöglichkeiten in der Fabrik. Mehr als 100 Beispiele sind nach Angaben der Deutschen Messe AG in diesen Tagen in Hannover zu sehen.

Nach einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom nutzen zwölf Prozent der Industrieunternehmen KI im Kontext von Industrie 4.0, gar 49 Prozent erwarten „disruptive“ Veränderungen. Die Investitionen dürften also weiter wachsen. Das Potenzial sei revolutionär, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg – gerade die deutsche Wirtschaft mit der Fertigungsindustrie könne die Spitze erobern.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Anja Michael

04.04.2019, 09:58 Uhr

Ich finde, das hört sich nach Zukunft an.
Jetzt lösen wir noch das Thema "5 G" und bilden die Mitarbeiter entsprechend weiter.
Weiter so, wir lassen uns nicht schlecht reden.

Schönes Wochenende

Peter Michael

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×