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28.07.2021

15:01

Analyse

Nur der Chipmangel gefährdet Apples aktuellen Superzyklus

Von: Christof Kerkmann

Mit dem iPhone 12 stellt Apple auch außerhalb des Weihnachtsgeschäfts neue Rekorde auf. Das größte Problem ist nicht die Konkurrenz, sondern der Chipmangel.

Die aktuelle iPhone-Generation ist sehr gefragt – der Konzern fährt Rekordergebnisse ein. dpa

Apple Store in New York

Die aktuelle iPhone-Generation ist sehr gefragt – der Konzern fährt Rekordergebnisse ein.

Für Apple ist das zweite Quartal traditionell das schwächste: Der Reiz der neuen iPhones lässt im Frühjahr, einige Monate nach der Einführung, nach, was sich deutlich aufs Geschäft auswirkt. Mit der aktuellen Gerätegeneration scheint der Elektronikhersteller diese Gesetzmäßigkeit jedoch außer Kraft zu setzen – das Zwischenergebnis ist bombastisch.

Alle Produkte sind derzeit gefragt – für Wohl und Wehe ist allerdings immer noch das iPhone maßgeblich. Und mit den neuen Modellen befindet sich der Konzern in einem „Superzyklus“ mit besonders hohen Verkaufszahlen, wie Analysten es verzückt nennen. Der könnte noch einige Zeit anhalten. Das größte Problem für Apple ist derzeit nicht die Konkurrenz, sondern der Chipmangel.

Man muss sich die Zahlen vergegenwärtigen, die Apple vorgelegt hat: Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 81 Milliarden Dollar – das ist in einem einzelnen Quartal zweieinhalb mal so viel, wie der wertvollste deutsche Technologiekonzern SAP im ganzen Jahr erwirtschaftet. Fast die Hälfte stammte aus dem Smartphone-Geschäft, das sogar um 50 Prozent zulegte.

Das kommt nicht von ungefähr. Die iPhone-12-Modelle haben ein neues Design, was die Begehrlichkeit erhöht, besonders in China. Dort sind auch die beiden Geräte mit großen Bildschirmen gefragt, die im vergangenen Herbst neu herausgekommen sind.

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    Zudem ist mit Huawei ein mächtiger Wettbewerber praktisch vom Markt verschwunden – die Sanktionen der USA schwächen den Konzern weltweit. Der neue Mobilfunkstandard 5G dürfte bei vielen Technikfans ebenfalls geholfen haben. Allerdings ist die Technologie in vielen Ländern noch nicht flächendeckend verfügbar, die Mobilfunkanbieter bauen gerade erst die Infrastruktur auf. Apple-Chef Tim Cook betonte, dass die Marktdurchdringung niedrig sei.

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    Damit machte er den Analysten und Aktionären Hoffnung, dass die Nachfrage nicht so schnell wieder abreißt, wie es in der Vergangenheit nach sehr erfolgreichen Produktgenerationen der Fall war. Den Beweis muss er ab dem Herbst mit dem iPhone 13 liefern.

    Ohne die Lieferschwierigkeiten der Halbleiterhersteller hätte das Ergebnis noch besser ausfallen können. Der Chipmangel hat sich erstmals auf die iPhone-Produktion ausgewirkt – und im Herbst dürfte er noch gravierender werden.

    Die Konkurrenz wird sich darüber nicht freuen: Wenn selbst ein mächtiger Produzent wie Apple nicht alle Bestellungen erhält, ist das ein schlechtes Zeichen für die ganze Branche. Der Konzern wird damit vermutlich besser klarkommen als viele andere.

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