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03.05.2021

11:32

Chipmangel

TSMC: Können bis Ende Juni Chipnachfrage der Autoindustrie decken – Knappheit bleibt jedoch

Von: Dennis Pesch

Der taiwanische Halbleiter-Riese hat von der Chipkrise massiv profitiert. Für die Autoindustrie könnte es nun kurzfristig Entspannung geben.

"Der Chipkonzern aus Taiwan stellt für Juni eine leichte Entspannung auf dem Markt für Halbleiter in Aussicht. dpa

TSMC-Logo

"Der Chipkonzern aus Taiwan stellt für Juni eine leichte Entspannung auf dem Markt für Halbleiter in Aussicht.

Düsseldorf. Der taiwanische Chiphersteller TSMC rechnet mit einer gewissen Entspannung der Halbleiter-Engpässe in der Autobranche bis Ende Juni. TSMC-Chef Mark Liu sagte dem Sender CBS, er habe im Dezember zum ersten Mal von den Engpässen gehört. Ab dem Folgemonat habe sein Unternehmen alles getan, um so viele Chips wie möglich für die Autohersteller bereitzustellen.

„Heute gehen wir davon aus, dass wir die Mindestanforderungen vor Ende Juni erfüllen können“, sagte Liu dem Sender. Das bedeute aber nicht, dass die Zeit der Knappheit in zwei Monaten überwunden sei. „Es gibt eine zeitliche Verzögerung. Bei Auto-Chips ist die Lieferkette lang und komplex.“

Zu den großen Kunden von TSMC gehört auch der iPhone-Hersteller Apple. Durch die teils verzweifelte Suche großer Konzerne nach Halbleiter-Bauelementen ist TSMC ins Zentrum eines globalen Verteilungskampfes gerückt.

Chips sind momentan ein knappes Gut, vor allem bei Autoherstellern, die teilweise die Produktion einzelner Modelle stoppen mussten wie Audi, Volkswagen oder Ford. Die deutsche Autoindustrie kämpft seit Monaten mit der Halbleiter-Krise. Daimler drosselte Mitte April massiv die Produktion in zwei seiner größten Werke in Deutschland. In Bremen und Rastatt schickte der Dax-Konzern Tausende Beschäftigte in Kurzarbeit, zunächst befristet.

TSMC-Produktion ist ausgelastet

Viele Lieferketten sind derzeit in Gefahr. Auch US-Präsident Joe Biden hat das Thema zur Top-Priorität erklärt und Mitte April ein Spitzentreffen mit der Wirtschaft einberufen, um die Krise zu lösen. Biden will 37 Milliarden Dollar in die Chipindustrie in den USA investieren.

Obwohl die Auslastung der Fabriken von TSMC den Angaben zufolge bei über 100 Prozent liegt, hat auch der größte Chipkonzern des ostasiatischen Landes nicht genügend Kapazität, um die Nachfrage aller Kunden zu bedienen. Der Hersteller will in den nächsten drei Jahren 100 Milliarden Dollar investieren, um zu expandieren. Trotzdem könne die Knappheit noch bis in das nächste Jahr anhalten.

TSMC hatte im ersten Quartal vom weltweiten Halbleitermangel profitiert und seinen Gewinn überraschend stark gesteigert. Die erhöhte Nachfrage unter anderem von Autoherstellern nach den derzeit schwer verfügbaren Chips erhöhte den Überschuss im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 140 Milliarden Taiwan-Dollar (4,1 Milliarde Euro).

Mit Agenturmaterial von Reuters

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