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01.04.2022

08:12

Coronavirus

Telekom-Tochter: T-Mobile entlässt in USA ungeimpfte Mitarbeitende

Von: Stephan Scheuer

Die US-Tochter der Telekom setzt eine Impfpflicht durch, ab 2. April drohen Entlassungen. Andere US-Konzerne waren von einer Pflicht wieder abgerückt.

Das Unternehmen verlangt von fast allen seiner 75.000 Beschäftigten in den USA, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. imago/Levine-Roberts

T-Mobile US

Das Unternehmen verlangt von fast allen seiner 75.000 Beschäftigten in den USA, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

San Francisco Der Mobilfunkkonzern T-Mobile US will ungeimpfte Mitarbeitende, die das Unternehmen zunächst unbezahlt freigestellt hatte, nun entlassen. Das kündigte das Unternehmen in einer internen E-Mail an die Belegschaft an, das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor. Eine Firmensprecherin bestätigte, bis zum 2. April müssten Mitarbeitende Nachweise über gültige Impfungen gegen das Coronavirus vorlegen.

„Wir verstehen, dass dies für einige Mitarbeiter eine sehr persönliche Entscheidung ist“, erklärte die T-Mobile-Sprecherin. Trotzdem sei das Unternehmen überzeugt, die Impfpflicht sei der beste Weg, die gesamte Belegschaft zu schützen. Zur konkreten Zahl der Entlassungen äußerte sich das Unternehmen nicht, erläuterte ab: „Dies wird nur einen kleinen Prozentsatz der Beschäftigten betreffen.“ Das Unternehmen beschäftigt, Stand Ende 2021, etwa 75.000 Menschen.

Innerhalb des Unternehmens wird das Thema Impfpflicht kontrovers diskutiert. Dabei gibt es Verständnis für die Entscheidung des Managements. Ein T-Mobile-Mitarbeiter sagte dem Handelsblatt, er finde die Impfpflicht richtig: „Ich würde nicht mit einem Impfgegner zusammenarbeiten wollen.“

Roger Entner, Gründer des Telekommunikationsspezialisten Recon Analytics, vermutet, dass Entlassungen im Zusammenhang mit der Impfpflicht möglicherweise sogar helfen könnten, Personal abzubauen. Aufgrund der Fusion von T-Mobile mit dem Rivalen Sprint im vergangenen Jahr habe das Unternehmen manche Positionen doppelt besetzt. Unabhängig davon halte er die Impfpflicht für die richtige Entscheidung: „Die Faktenlage bei der Impfung ist klar. Wenn sich heute dennoch jemand weigert, muss man sich fragen, ob er dann im Job richtige Entscheidungen für die Firma treffen kann.“

Impfpflicht per Gesetz in den USA gescheitert

Mehrere Unternehmen wie die Kaffeekette Starbucks, die Fluggesellschaft United Airlines oder der Technologiekonzern General Electric hatten zunächst verpflichtende Impfungen für ihre Belegschaft angekündigt, waren später davon aber wieder abgerückt.US-Präsident Joe Biden hatte versucht, gesetzlich eine Impfpflicht für Beschäftigte von Großkonzernen zu implementieren. Der Plan war jedoch vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten gestoppt worden.

In Deutschland betrieb die Telekom 18 Impfzentren. „Die Deutsche Telekom hat sich immer für die Impfung ausgesprochen“, sagte ein Unternehmenssprecher. Insgesamt seien über die Zentren und weitere Standorte 50.000 Impfdosen verabreicht worden. „Wir sind davon überzeugt, dass konsequentes Impfen zu einem Ende der pandemischen Lage führt“, sagte der Sprecher.

Eine Impfpflicht nach Vorbild der USA stehe in Deutschland nicht an. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind andere, von daher stellt sich die Frage nicht“, sagte der Sprecher. Eine allgemeine Impfpflicht für alle Erwachsenen fand entgegen der Ankündigung der Bundesregierung bislang keine Mehrheit im Bundestag.

In den USA herrschte bei T-Mobile zuletzt bereits personelle Unruhe. CEO Mike Sievert hat einen Umbau der Führungsmannschaft angestoßen, nachdem sich Beschwerden über den Kundenservice beim Unternehmen häuften. Sievert tauschte daraufhin den zuständigen Posten aus. Der langjährige T-Mobile-Manager Jon Freier führt den Bereich nun.

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