Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2022

00:03

Deutsche Telekom

T-Mobile US will Aktien im Wert von 14 Milliarden Dollar zurückkaufen

Von: Stephan Scheuer

Die Telekom-Tochter ist das wertvollste Mobilfunkunternehmen der Welt. Der Aktienrückkauf könnte vor allem der Mutter in Bonn helfen – wenn es nicht eine Sonderregel gäbe.

T-Mobile LightRocket/Getty Images

T-Mobile US

Die US-Tochter der Deutschen Telekom ist an der Börse mehr als 182 Milliarden Dollar wert.

Das gesamte Programm soll bis Ende September 2023 laufen. „Der genaue Zeitpunkt, der Preis und der Umfang der Rückkäufe hängen von den aktuellen Aktienkursen, der allgemeinen Wirtschafts- und Marktlage ab“, teilte T-Mobile mit.

Der Schritt könnte vor allem der Deutschen Telekom helfen. Denn sie hält nicht die Aktienmehrheit an ihrer US-Tochtergesellschaft. Laut Berechnungen des Dienstleisters S&P Global Market Intelligence liegt der Anteil der Telekom an T-Mobile US bei 48,25 Prozent. Die Konzernführung in Bonn will die Schwelle zum Mehrheitsanteil schließen. Eine Sonderregel sichert der Telekom die Stimmrechtsmehrheit – doch dieser Deal läuft in zwei Jahren aus.

Eigentlich könnte die Telekom die Aktienmehrheit schlicht durch einen Zukauf weiterer Papiere schließen. Doch das wäre teuer. Schon heute hat der Dax-Konzern Rekordschulden in Höhe von 146 Milliarden Euro angehäuft.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    T-Mobile gilt in USA vor Verizon und AT&T als wertvollster Mobilfunkanbieter

    Und ein Zukauf von Aktien wäre derzeit besonders kostspielig. Denn T-Mobile hat an der Börse stark zugelegt. Erstmals ist das Unternehmen zum wertvollsten Mobilfunker der Welt aufgestiegen und hat die US-Rivalen Verizon und AT&T hinter sich gelassen. Zum Börsenschluss am Donnerstag belief sich die Marktkapitalisierung von T-Mobile auf mehr als 182 Milliarden US-Dollar.

    Grafik

    Dank des Aktienrückkaufs müsste die Telekom keine neuen Papiere erwerben, um die Mehrheit an T-Mobile zu erreichen. Die US-Tochter kündigte bereits an: „Die Deutsche Telekom AG, der Hauptaktionär der Gesellschaft, hat derzeit nicht die Absicht, Stammaktien im Rahmen des Rückkaufprogramms zu verkaufen.“ Anders ausgedrückt: Wenn T-Mobile Aktien zurückkauft, die Telekom aber keine Papiere abgibt, steigt der prozentuale Anteil, den der Dax-Konzern an seiner US-Tochter hält.

    Wie viel Prozent die Deutsche Telekom nach Abschluss des Rückkaufprogramms an T-Mobile halten wird, blieb bislang unklar. T-Mobile ließ eine Anfrage dazu bisher unbeantwortet.

    Experte: 14 Milliarden Dollar reichen Telekom für Aktienmehrheit nicht

    Der Wert der Anteile ist letztlich davon abhängig, zu welchem Wert die Aktien zurückgekauft werden. Bei konstanten Kursen könnte der Wert der Telekom-Anteile an der Tochtergesellschaft auf mehr als 52 Prozent steigen.

    Roger Entner, Gründer des Telekommunikationsspezialisten Recon Analytics, zeigte sich überzeugt: „Die 14 Milliarden Dollar werden wahrscheinlich nicht reichen, damit die Telekom die Aktienmehrheit bekommt.“ Der Grund ist eine Sonderregel, die die Deutsche Telekom aufgrund eines Zukaufs in den USA mit dem japanischen Investor Softbank geschlossen hatte. Diese sieht vor, dass Softbank zusätzliche T-Mobile-Aktien ausgestellt bekommt, sollte der Kurs des Mobilfunkers für 45 Tage konstant über 150 Dollar je Aktie liegen. Zum Börsenschluss am Donnerstag waren die T-Mobile-Papiere rund 145 Dollar je Aktie wert.

    T-Mobile-US-Aktie: Telekom und T-Mobile könnte für Rückkauf mehr Geld bereitstellen

    „T-Mobile steht gut da. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Aktie auf mehr als 150 Dollar steigen wird“, zeigte sich Entner überzeugt. Doch das könnte die Sonderregel mit Softbank aktivieren und damit den Telekom-Anteil an T-Mobile verwässern. „Paradoxerweise muss die Konzernführung der Telekom in Bonn gerade darauf hoffen, dass der Kurs von T-Mobile nicht weiter steigt“, sagte Entner.

    Für die Telekom und T-Mobile gäbe es aber noch einen weiteren Weg: Das Aktienrückkaufprogramm könnte aufgestockt werden. Am Mittwoch hatte T-Mobile-Finanzchef Peter Osvaldik auf einer Konferenz der Bank of America gesagt: „Wir sind weiterhin optimistisch, dass in unserem Geschäft zwischen den Jahren 2023 und 2025 bis zu 60 Milliarden Dollar an potenziellen Aktionärsrenditen möglich sind. Es ist also eine großartige Zeit, um T-Mobile-Aktionär zu sein.“ Schon ein Jahr zuvor hatte T-Mobile-Chef Mike Sievert ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 60 Milliarden Dollar angekündigt.

    Die nun kommunizierten 14 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe könnten nur der Anfang sein.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×