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30.11.2022

04:26

Elon Musk

Neuer Start von Twitter-Abo für Freitag erwartet – Republikaner stellen sich auf Seite Musks im Streit mit Apple

Von: Ana Radić

Mit einem chaotischen Start eines neuen Abos hatte der neue Twitter-Chef Werbekunden verschreckt. Gleichzeitig bekommt Musk prominente Unterstützung im Streit mit Apple.

Die Plattform geht seit dieser Woche nicht mehr gegen Falschinformationen zum Coronavirus vor. Reuters

Seit der Übernahme durch Musk häufen sich bei Twitter die Probleme.

Die Plattform geht seit dieser Woche nicht mehr gegen Falschinformationen zum Coronavirus vor.

San Francisco Am Freitag könnte Elon Musk offenbar einen neuen Versuch unternehmen, das acht Dollar teure Abo beim Kurzmitteilungsdienst Twitter einzuführen. Der Dienst werde zunächst nur für Apple-Geräte verfügbar sein, berichtete die Nachrichtenseite „The Information“ am Dienstag unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person. Die Android-Version werde erst später aktualisiert. Twitter hatte sich zunächst nicht zu den Berichten geäußert.

Elon Musk bekam zudem Rückendeckung von US-Politikern im jüngsten Streit mit dem Techgiganten Apple. Der einflussreiche Gouverneur Floridas, Ron DeSantis, sagte bei einer Pressekonferenz: „Wenn Apple darauf reagiert, indem es Twitter aus dem App-Store verbannen, wäre das meiner Meinung nach ein großer, großer Fehler, und es wäre eine wirklich grobe Ausübung monopolistischer Macht.“ Ein anderer republikanischer Politiker, Senator J.D. Vance aus Ohio, schrieb auf Twitter: „Dies wäre die roheste Ausübung von Monopolmacht seit einem Jahrhundert, und kein zivilisiertes Land sollte dies zulassen.“

Am Montag hatte Musk Apple in einer Reihe von Tweets beschuldigt, der Twitter-App mit einer Sperre für Apple-Geräte gedroht zu haben. „Apple hat damit gedroht, Twitter aus dem App Store zu verbannen, will uns aber nicht sagen, warum“, schrieb der Milliardär. Zudem habe der iPhone-Hersteller seine Werbung auf der Social-Media-Plattform eingestellt. Zudem warf Musk Apple vor, überzogen hohe Gebühren von App-Anbietern zu nehmen. Apple verlangt in der Regel 15 Prozent bis 30 Prozent der erlöse für Käufe innerhalb von Apps auf dem iPhone-Betriebssystem. Diese Gebühren könnten auch für den Abo-Dienst von Twitter anfallen. In einem später gelöschten Tweet deutet Musk an, „in den Krieg“ gegen Apple ziehen zu wollen.

Apple hatte auf die Vorwürfe zunächst nicht reagiert. Erst vor einer Woche war ein neues Update der Twitter-App von Apple freigegeben worden.

In der Vergangenheit hat Apple bereits wichtige Apps im Streit um Gebühren gesperrt. Im Jahr 2020 fügte die Firma Epic Games im beliebten Spiel Fortnite ein System in seine iPhone-App ein, das es den Nutzern ermöglichte, die meist 30 Prozent betragene Abgabe an Apple zu umgehen. Apple entfernte Fortnite noch am selben Tag aus dem App Store. Der Vorfall löste einen Rechtsstreit aus, den Apple in den meisten Punkten gewann, aber derzeit in Berufung geht.

Twitter lässt Falschinformationen über Coronavirus zu

Twitter geht seit dieser Woche zudem nicht mehr gegen Falschinformationen zum Coronavirus vor. Die Maßnahmen, die die Verbreitung falscher und irreführender Informationen über das Virus unterbinden sollten, wurden gestoppt.

Im September, vor der Übernahme durch Musk, hatte Twitter noch stolz mitgeteilt, dass die Durchsetzung seiner COVID-19-Fehlinformationsrichtlinie dazu geführt hat, dass seit vorletztem Jahr 11,7 Millionen Konten angefochten, mehr als 11.000 Konten gesperrt und fast 100.000 einzelne Inhalte entfernt wurden. Das Vorgehen wurde vor allem aus dem rechten politischen Lager in den USA kritisiert. Musk selbst hatte die Pandemie 2020 verharmlost.

Zudem leidet Twitter unter schwinden Werbeeinnahmen. Rund 90 Prozent steuerten Werbeerlöse zuletzt zu den Twitter-Umsätzen bei. Doch etliche Großkonzerne, darunter auch die Autobauer Volkswagen und GM hatten ihre Werbung auf Twitter pausiert. Das üblicherweise gut informierte Technologieportal Platformer berichtete am Dienstag unter Berufung auf eine interne Firmenpräsentation, dass wöchentliche Werbebuchungen um 49 Prozent zurückgegangen seien.

Auch werden bei dem Tech-Unternehmen neue Sicherheitslücken befürchtet. Twitter ist nach den Worten des ehemaligen Leiters des Bereichs „Vertrauen und Sicherheit“ unter dem neuen Eigentümer Musk nicht sicherer geworden. Das Unternehmen habe nicht mehr genug Personal für die Sicherheitsarbeit, sagte Yoel Roth am Dienstag in einem Interview mit der bekannten Tech-Journalistin Kara Swisher.

Roth hatte nach der Übernahme der Social-Media-Plattform durch Musk noch getwittert, dass sich die Sicherheit unter dem Tesla-Gründer in einigen Punkten verbessert habe. Auf einer Journalistenkonferenz sagte er auf die Frage, ob er immer noch dieser Meinung sei: „Nein.“

Mit Agenturmaterial.

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