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05.05.2022

17:55

Kurznachrichtendienst

Elon Musk sammelt Milliarden von Freunden und Investoren für Twitter-Übernahme ein

Von: Stephan Scheuer

Der Tesla-Chef hat Zusagen über sieben Milliarden Dollar erhalten – unter anderem von Larry Ellison. Musk könnte laut einem Bericht vorübergehend Twitter-CEO werden.

Tesla-Chef Elon Musk erhält bei der Twitter-Übernahme Unterstützung von Investoren. AP

Twitter

Tesla-Chef Elon Musk erhält bei der Twitter-Übernahme Unterstützung von Investoren.

San Francisco Tesla-Chef Elon Musk hat sich für die 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Twitter sieben Milliarden Dollar bei einer Gruppe von Investoren gesichert. Darunter sind Oracle-Mitgründer Larry Ellison, die Kryptobörse Binance und die Vermögensverwaltungsfirmen Fidelity, Brookfield und Sequoia Capital sowie Qatar Holding, wie aus einer Börsenmitteilung vom Donnerstag hervorgeht.

Ellison allein, der als Freund von Musk gilt, stelle rund eine Milliarde Dollar zur Verfügung. Bei der Risikokapitalfirma Sequoia sind es 800 Millionen Dollar, während die in Dubai ansässige Tech-Investmentfirma Vy Capital 700 Millionen Dollar bereitstellt. Binance will 500 Millionen Dollar beitragen.

Zudem habe der saudische Prinz Alwalid bin Talal zugestimmt, seine Beteiligung in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar einzubringen, statt zu Geld zu machen. Er hatte zuvor noch einen Verkauf an Musk abgelehnt. Musk hatte daraufhin kritische Nachfragen zu der Meinungsfreiheit in Saudi-Arabien gestellt. Der Prinz schrieb nun in einem Tweet, Musk sei ein „neuer Freund“.

Zuvor war bekannt geworden, dass Musk sein Margendarlehen auf 6,25 Milliarden von 12,5 Milliarden Dollar reduziert und seine Finanzierungszusage auf 27,25 Milliarden Dollar erhöht hat. Musk teilte auch mit, dass er daran arbeite, weitere Investoren, darunter den milliardenschweren Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey, einzubinden. Dabei würde er den bestehenden Aktionären die Möglichkeit geben, ihre Aktien in den Buy-out des Unternehmens einzubringen.

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    Der Verwaltungsrat der Firma hatte den Weg für den Verkauf der Plattform an Musk frei gemacht. Beschlossen wird der Deal aber wohl nicht mehr im Mai: „Das Geschäft muss zwar von den Aktionären genehmigt werden, steht aber nicht auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung am 25. Mai“, sagte Anwalt Andrew Thorpe von der Kanzlei Mintz Levin dem Handelsblatt. „Zu einem späteren Zeitpunkt – wahrscheinlich im Juni oder Juli – wird es eine außerordentliche Aktionärsversammlung geben, auf der die Twitter-Aktionäre über die Übernahme abstimmen werden.“

    Musk hatte angekündigt, er werde Twitters Potenzial als „Plattform für freie Meinungsäußerung rund um den Globus“ freisetzen, und angedeutet, dafür die Regeln zur Moderation von Inhalten zu lockern. Das könnte nach Ansicht von Kritikern dazu führen, dass deutlich mehr Hassbotschaften und Falschmeldungen auf Twitter verbreitet werden.

    Musk könnte Twitter übergangsweise selbst führen

    Werbekunden sorgen sich daher, dass ihre Anzeigen neben schädlichen oder beleidigenden Inhalten stehen könnten. Das Unternehmen hatte die Werbetreibenden angeschrieben und versichert, das werde nicht passieren. Zu den Details hatte Twitter jedoch keine Angaben gemacht.

    Die Twitter-Aktie stieg am Donnerstag zunächst um mehr als vier Prozent auf rund 51 Dollar. Der Aktienkurs blieb jedoch durchweg unter dem von Musk unterbreiteten Angebot von 54,20 Dollar je Aktie. Analysten vermuteten, die Anleger könnten fürchten, dass der Kauf von Twitter doch noch platzt. In diesem Fall müsste Musk eine Entschädigung in Höhe von einer Milliarde Dollar zahlen.

    Musk selbst dürfte einem Medienbericht zufolge nach der Übernahme vorerst den Spitzenposten bei Twitter übernehmen. Der Sender CNBC berichtete unter Berufung auf Insider, Musk könnte Twitter für einige Monate leiten.

    Twitter hatte zwar zunächst erklärt, dass Musk mit Vorstandschef Parag Agrawal zusammenarbeiten wolle. Das Verhältnis zwischen den beiden gilt aber als angespannt, gerade was die Frage freier Meinungsäußerung und des Eindämmens von Falschinformationen angeht. Der saudische Prinz Alwalid bin Talal schrieb in seinem Tweet, er glaube, dass Musk ein ausgezeichneter Chef wäre.

    Erst vergangene Woche hatte der Verwaltungsrat des US-Kurznachrichtendiensts der Übernahme durch Musk zugestimmt. Insidern zufolge hat dieser bei den Finanzierungsgesprächen mit Banken bereits erklärt, neue Wege finden zu wollen, um Tweets zu monetarisieren, und Managergehälter zu kürzen. Im Moment zählt Twitter rund 217 Millionen Nutzer.

    Mit Agenturmaterial.

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