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19.01.2022

09:30

Lieferengpässe

Samsung zieht im Boom der Chipbranche an Marktführer Intel vorbei

Von: Joachim Hofer

Der Umsatz der Chipindustrie ist 2021 um ein Viertel gewachsen. Die meisten Konzerne profitieren vom Boom – doch ausgerechnet der Branchenprimus nicht.

Die Südkoreaner haben Intel als größten Chiphersteller der Welt abgelöst. dpa

Samsung

Die Südkoreaner haben Intel als größten Chiphersteller der Welt abgelöst.

München Die Fabriken komplett ausgelastet, die Auftragsbücher randvoll: Die Chipindustrie hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt. Fast alle großen Hersteller haben den Marktforschern von Gartner zufolge vom gewaltigen Aufschwung profitiert. Nur einer nicht: Branchenführer Intel. Der Umsatz des US-Konzerns legte laut den Experten nur um ein halbes Prozent zu.

Weltgrößter Chipproduzent ist jetzt mit deutlichem Abstand der Elektronikkonzern Samsung. In den Jahren 2017 und 2018 standen die Südkoreaner zwar schon einmal an der Spitze der Halbleiterindustrie, ansonsten aber führte Intel die Branche seit Mitte der 1990er-Jahre an. Nur vom jüngsten Boom profitiert der US-Konzern vergleichsweise wenig.

Die Einnahmen der Chipbranche stiegen vergangenes Jahr um gut ein Viertel auf 583,5 Milliarden Dollar (513 Milliarden Euro). „Als sich die Weltwirtschaft im Jahr 2021 erholte, traten Engpässe in der gesamten Halbleiterlieferkette auf, insbesondere in der Automobilindustrie“, sagt Gartner-Analyst Andrew Norwood. Die Hersteller hätten das genutzt, um die Preise zu erhöhen.

Die Erlöse der gesamten Chipsparte des Tech-Mischkonzerns Samsung kletterten um fast ein Drittel auf rund 76 Milliarden Dollar. Das koreanische Unternehmen erzielte 2021 damit in diesem Bereich etwa drei Milliarden Dollar mehr Umsatz als Intel.

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    Der Wachwechsel hat zwei Gründe. So hilft zum einen das boomende Geschäft mit Speichermodulen. Der Umsatz in dieser Chipkategorie ist vergangenes Jahr um gut ein Drittel geklettert, es war das größte Plus aller Branchenkategorien. Samsung profitiert als De-facto-Weltmarktführer in diesem Bereich besonders vom Boom.

    Intel leidet unter hausgemachten Problemen

    Darüber hinaus leidet Intel unter hausgemachten technischen Problemen in seinen Fabriken. So kam es, dass AMD dem Rivalen massiv Marktanteile abnahm. Die beiden Konzerne aus dem Silicon Valley dominieren das Geschäft mit Prozessoren für PCs, Notebooks und Server. Prozessoren sind das Gehirn jedes Rechners.

    AMD ist so zum wachstumsstärksten Unternehmen unter den zehn führenden Chipherstellern geworden. Laut Gartner ist der Umsatz der Kalifornier vergangenes Jahr um rund zwei Drittel gestiegen.

    Ein prominenter Name fehlt in den Top Ten: TSMC. Das liegt daran, dass die Taiwaner als Auftragsfertiger tätig sind und nur an andere Chiphersteller oder Elektronikkonzerne wie Apple liefern. Mit einem Umsatz von rund 57 Milliarden Dollar stünde TSMC auf Platz drei der Rangliste.

    Grafik

    Die drei führenden europäischen Chipproduzenten Infineon, ST Microelectronics und NXP schafften es vergangenes Jahr nicht unter die Top Ten. Der Münchener Dax-Konzern Infineon erzielte im zum 30. September endenden Geschäftsjahr etwa drei Milliarden Euro weniger Umsatz als AMD, die Nummer zehn weltweit.

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