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17.03.2022

08:45

Mobilfunknetz

United Internet will 1&1-Kunden ab Sommer 2023 sein eigenes Netz anbieten

United Internet will 2022 eine Milliarde Euro investieren, davon 400 Millionen in 1&1. Zudem erhöht der Konzern die Umsatzprognose für das laufende Jahr.

Zu dem geplanten Börsengang der Cloudtochter Ionos hatte Dommermuth zunächst keine Neuigkeiten mitzuteilen. dpa

Bürokomplex von 1&1 in Montabaur

Zu dem geplanten Börsengang der Cloudtochter Ionos hatte Dommermuth zunächst keine Neuigkeiten mitzuteilen.

Berlin Der zu United Internet gehörende Mobilfunker 1&1 will ab Sommer 2023 seinen rund elf Millionen Kunden nationales Roaming anbieten. „So können wir schon während des Netzaufbaus die bundesweite Versorgung sicherstellen“, sagte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. „Dort, wo wir noch über kein eigenes Netz verfügen, nutzen unsere Kunden automatisch das Netz von Telefonica Deutschland“, betonte Dommermuth, der auch Chef von 1&1 ist.

Bereits bis Jahresende muss Dommermuth über 1000 Basisstationen verfügen, um das vierte Mobilfunknetz neben Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland an den Start zu bringen. „Wir bauen natürlich auch neue Standorte, aber wir werden so weit wie möglich auch welche anmieten, beispielsweise von Vantage Towers“, sagte der United-Internet-Chef.

Dommermuth ergänzte mit Blick auf die Konkurrenten und die Kritik am chinesischen Netzwerkausrüster Huawei: „Unser Netz wird als einziges Netz in Deutschland ohne spezielle chinesische Hardware auskommen. Darauf sind wir schon ein bisschen stolz.“ Stattdessen setzt der MDax-Konzern auf Rakuten aus Japan, die die Software zur Verfügung stellen sollen. Huawei wird eine Nähe zu Chinas kommunistischer Partei nachgesagt.

Außerdem will United Internet in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld für den Netzausbau ausgeben. „Der Höhepunkt der Investitionen ist 2022 noch nicht erreicht. Auch in den kommenden Jahren werden wir erheblich in unser Netz investieren“, sagte Dommermuth der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

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    Im laufenden Jahr will der Manager insgesamt bis zu einer Milliarde Euro ausgeben. Das wären mehr als dreimal so viel wie 2021. Rund 400 Millionen Euro sollen in das Netz der Tochter 1&1 fließen.

    Keine Neuigkeiten bei Börsengang von Cloudtochter Ionos

    Dommermuth hat erst zum Jahresende den von ihm 1988 gegründeten Konzern übernommen. „Die Firma ist mehr wert als ihr Aktienkurs. Das habe ich als Chance gesehen“, begründete er seine Entscheidung. Am Mittwoch war United Internet rund 5,7 Milliarden Euro an der Börse wert und 1&1 knapp 3,9 Milliarden Euro.

    Für 2021 sollen United-Internet-Aktionäre erneut eine Dividende von 50 Cent je Aktie erhalten, bei 1&1 sollen es wieder fünf Cent sein. Die Vorschläge müssen noch bei der Hauptversammlung am 18. Mai genehmigt werden.

    Der Konzernerlös des abgeschlossenen Jahres wuchs um fünf Prozent auf rund 5,65 Milliarden Euro, während der 1&1-Umsatz um 3,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zulegte. Bereinigt um Sondereffekte stieg das Konzernergebnis von United Internet vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um drei Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Bei der Tochter waren es auf vergleichbarer Basis mit 672 Millionen Euro etwa fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

    Für das laufende Jahr hebt der Gmx.de- und Web.de-Anbieter zudem seine Umsatzprognose leicht an. Es werde nun mit Erlösen von rund 5,85 Milliarden Euro gerechnet, teilte das Unternehmen aus Montabaur mit. Bisher waren 5,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden nach knapp 5,65 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

    United Internet wie auch 1&1 wollen ihr Betriebsergebnis (Ebitda) 2022 stabil halten – bei knapp 1,26 Milliarden Euro beziehungsweise bei 672 Millionen Euro. „Unser Geschäft läuft gut. Neben dem Umsatz konnten wir auch das Ergebnis schön steigern, obwohl wir viel investiert haben“, sagte Dommermuth.

    Bei dem für dieses oder kommendes Jahr geplanten Gang auf das Parkett der Cloudtochter Ionos rechnet Dommermuth zunächst mit keinen Neuigkeiten. „Im Moment gibt es keine Börsengänge. Aber wir haben es nicht eilig, Ionos wächst und ist sehr profitabel“, sagte er. Man sei in der Lage, „bei einem aufnahmefähigen Kapitalmarkt kurzfristig an die Startlinie zu kommen“. Der Finanzinvestor Warburg Pincus hält derzeit rund ein Viertel an Ionos.

    Von

    rtr

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