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10.02.2020

13:29

Netzausbau

Deutsche Glasfaser bekommt neue Investoren und Kapital

Von: Stephan Scheuer

Sieben Milliarden Euro wollen Investoren in den Glasfaserausbau in Deutschland investieren. Dafür verschmelzen sie zwei Firmen zu einer Gruppe.

Der Investor EQT hatte schon im vergangenen Jahr den Glasfasernetzbetreiber Inexio geschluckt. dpa

Glasfaserausbau

Der Investor EQT hatte schon im vergangenen Jahr den Glasfasernetzbetreiber Inexio geschluckt.

Düsseldorf Deutschland hängt im europäischen Vergleich beim Ausbau der schnellen Glasfaserverbindungen deutlich zurück. Jetzt kommt Bewegung in den Markt. Der Kabelnetzbetreiber Deutsche Glasfaser wird vom Finanzinvestor KKR an die Investoren EQT und Omers verkauft, wie KKR am Montag mitteilte.

In Branchenkreisen wurde der Verkaufspreis im niedrigen Milliardenbereich beziffert. Die beteiligten Unternehmen machten dazu keine Angaben. EQT hatte schon im vergangenen Jahr den Betreiber von Glasfasernetzen, Inexio, geschluckt. Jetzt will der Investor beide Firmen zu einer Gruppe verschmelzen.

Insgesamt sollen in den nächsten Jahren mehr als sieben Milliarden Euro in den Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Internetinfrastruktur investiert werden. Die Firma Deutsche Glasfaser war im Jahr 2011 gegründet worden. Vier Jahre später übernahm KKR die Mehrheit an dem Unternehmen vom niederländischen Investor Reggeborgh.

KKR unterstütze die Deutsche Glasfaser nach eigenen Angaben, um Investitionen von 1,2 Milliarden Euro in den Ausbau des Netzes voranzutreiben. Heute erreichen die Glasfaserverbindungen mehr als 600.000 Haushalte sowie mehr als 5000 Unternehmen.

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    Die Deutsche Telekom hatte nach Handelsblatt-Informationen in den vergangenen Jahren mehrmals einen Einstieg bei der Deutschen Glasfaser ausgelotet, sich letztlich jedoch dagegen entschieden. Klar ist: Deutschland braucht schnellere Netze.

    3,7 Millionen verfügbare Anschlüsse

    Bislang konzentrieren sich die Betreiber auf zwei Strukturen. Zum einen: DSL auf Basis von Telefonleitungen. Hinter dem Ansatz steht die Deutsche Telekom, die als ehemaliger Monopolist ihre DSL-Angebote auch Wettbewerbern zur Verfügung stellen muss.

    Zum anderen: Internet auf Basis der TV-Kabel. Fast das gesamte Kabelnetz in Deutschland gehört Vodafone, seit die Firma im vergangenen Jahr den Rivalen Unitymedia übernommen hat. Als langfristig zukunftssicher gilt jedoch nur eine Glasfaserleitung bis ins Haus, beziehungsweise bis in die Wohnung.

    Zum Jahresende 2018 wurden in Deutschland nur rund 1,1 Millionen dieser Glasfaseranschlüsse genutzt, wie aus dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht. Dem standen etwa 25 Millionen DSL-Anschlüsse gegenüber. Eigentlich könnten deutlich mehr Menschen in Deutschland auch die schnelleren Glasfaseranschlüsse nutzen.

    Die Bundesnetzagentur rechnet rund 3,7 Millionen verfügbare Anschlüsse vor. Doch in vielen Fällen sind Kunden derzeit offenbar noch nicht bereit, mehr Geld für die schnellere Infrastrukturtechnik zu zahlen. Die Netzbetreiber in Deutschland stehen vor Milliardeninvestitionen, um den Glasfaserausbau in Deutschland voranzubringen.

    Die Deutsche Telekom ist zwar Spitzenreiter bei der Strecke des verlegten Glasfasernetzes. Sie bringt es auf mehr als 500.000 Kilometer. Allerdings enden die Verbindungen meist in den Verteilerkästen. Der Ausbau der letzten Strecke bis an die Häuser, die sogenannte letzte Meile, ist allerdings der kostspieligste Weg. Ab dem Jahr 2021 will die Telekom jährlich zwei Millionen Haushalte mit Glasfaser anschließen.

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