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27.04.2022

02:17

Quartalszahlen

Cloud-Geschäft lässt Microsoft deutlich wachsen

Von: Axel Postinett

Microsoft profitiert weiter von seiner Cloud-Technologie Azure. Anleger reagierten jedoch zunächst verschreckt auf die vorgelegten Zahlen.

Der US-Konzern präsentierte seine Ergebnisse am Dienstagabend. Reuters

Microsoft in Paris

Der US-Konzern präsentierte seine Ergebnisse am Dienstagabend.

San Francisco Der US-Softwarekonzern Microsoft hat im ersten Quartal 2022 vom Cloud-Geschäft profitiert. Der Umsatz stieg um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, der Nettogewinn um acht Prozent auf 16 Milliarden Dollar. Das ist mehr, als Analysten erwartet hatten. Nachbörslich sackte die Microsoft-Aktie am Dienstag jedoch zunächst in die Verlustzone, erholte sich im weiteren Verlauf aber leicht.

Microsoft-CEO Satya Nadella betonte in der Telefonkonferenz mit Analysten die Zukunftsperspektiven von Microsoft-Produkten: „Digitale Technologie wird der zentrale Input sein, um ökonomischen Output zu generieren“, so Nadella. „Anhaltendes Interesse an unserer Cloud und starke Vertriebstätigkeit“, ergänzte Finanzchefin Amy Hood, „haben zu einem besser als erwarteten Absatz im Geschäftskundenbereich von Plus 28 Prozent geführt, und der Cloud-Umsatz ist um 32 Prozent, im Jahresvergleich auf 23,4 Milliarden Dollar, gestiegen.“

CEO Nadella sieht keine Anzeichen für Einsparungen bei den IT-Ausgaben in Unternehmen. Im Gegenteil: Er betonte, Automation und Software könnten helfen, mit den gegenwärtig steigenden Preisen umzugehen. Was Office angehe, habe man erstmals auch Produkte, um gezielt Kunden in Schwellenländern anzusprechen.

Was die Covidsituation in China angehe, schätzt Finanzchefin Amy Hood, dass das PC-Segment betroffen sein dürfte, sollten Fabrikschließungen in den Mai hinein andauern. Bislang wird in der Sparte More Personal Computer im laufenden Quartal ein Umsatz von 14,65 bis 14,95 Milliarden Dollar erwartet.

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    Die nähere Zukunft sieht für Microsoft weiter gut aus. Der wichtige Wachstumsbringer Azure, die zentrale Plattform des Cloud-Computings, werde wohl um rund 47 Prozent wachsen – nur zwei Prozentpunkte weniger als im abgelaufenen Quartal. Damit dürfte Microsoft wieder als wachstumsstärkster Cloud-Anbieter vor Amazon Web Services (AWS) und Googles Cloud liegen. Für das laufende Quartal wird der Umsatz der Intelligent-Cloud-Sparte (alle Cloud-Angebote einschließlich Azure) mit 21,1 bis 21,35 Milliarden Dollar eingeschätzt.

    Selbst die lange von Lieferschwierigkeiten betroffene Gaming-Sparte legte im Jahresverlauf deutlich zu. Die Konsole Xbox habe Marktanteile gewonnen, und Cloud-Gaming wurde ebenfalls wichtiger. Über zehn Millionen Spieler hätten Cloud-Angebote genutzt. Der Umsatz bei Azure Gaming sei seit Jahresbeginn um 66 Prozent angestiegen.

    US-Anleger reagierten zunächst verschreckt auf die vorgelegten Zahlen – Microsoft-Aktien fielen nachbörslich zunächst um drei Prozent, nachdem das Papier an der US-Technologiebörse Nasdaq bereits 3,7 Prozent unter dem Vortagsschluss bei rund 270 Dollar aus dem Handel gegangen war. Am späten Abend notierte Microsoft nachbörslich jedoch wieder marginal im Plus.

    Auch der Google-Mutterkonzern Alphabet hatte am Abend seine Quartalszahlen vorgelegt. Beide Berichte waren mit höchster Spannung erwartet worden, weil sie als Indikatoren für die weitere Entwicklung der Tech-Werte an der Wall Street interpretiert werden.

    Die Deutsche Bank Research hat ein Preisziel von 390 Dollar für das Microsoft-Papier ausgegeben, warnt die Investoren jedoch, im allgemeinen Chaos an den Finanzmärkten „die Qualität nicht aus den Augen zu verlieren“. Ein bestehendes „Kaufen“-Rating wurde bestätigt. Azure-Cloud zeige keinerlei Ermüdungserscheinungen oder makroökonomischen Gegenwind. Der PC-Markt setze weiterhin auf Windows. Die Bürosoftware Office 365 wandere immer weiter von den Büroschreibtischen in die Cloud mit soliden Abonnementzuwächsen. Die Neuakquisition Nuance habe kaum etwas zum Ergebnis beigesteuert, aber auch keine Belastungen gebracht und werde sich positiv entwickeln.

    Wells Fargo hat zwar jüngst die Kursprognose von 425 auf 400 gesenkt, bleibt aber bei seiner Kaufempfehlung. Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte profitiert ebenfalls von der anhaltenden Stärke des Konzerns. Im Jahresvergleich zog die Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen um 20 Prozent an, 16 Prozent, wenn man die Akquisition von Nuance herausrechnet.

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