Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

29.10.2020

14:27

Reise-Start-up

Getyourguide nimmt 114 Millionen Euro in Wandelanleihen auf

Von: Larissa Holzki

Die Coronakrise belastet auch das hoch bewertete Reise-Start-up. Mit frischem Geld verschafft sich CEO Reck nun einen Zeitpuffer bis zur Erholung.

Die Gründer von Getyourguide müssen ihre Reisefirma in der Corona-Pandemie strategisch neu aufstellen. GetYourGuide

Johannes Reck (l.) und Tao Tao

Die Gründer von Getyourguide müssen ihre Reisefirma in der Corona-Pandemie strategisch neu aufstellen.

Düsseldorf Johannes Reck und sein Reise-Start-up Getyourguide erhalten 114 Millionen Euro über Wandelanleihen. „Ich möchte, dass Getyourguide nicht aus der Krise herauskrabbelt, sondern heraussprintet – und die Möglichkeiten haben wir jetzt“, sagt der CEO und Mitgründer dem Handelsblatt. „Selbst wenn das Coronavirus noch zwei, drei Jahre den Tourismus stark beeinflusst, können wir weiter mit Vollgas unsere Technologie entwickeln.“

Die von Corona hart getroffene Buchungsplattform für touristische Aktivitäten will das Geld investieren, um die Reisenachfrage nach der Pandemie wieder anzukurbeln, und verspricht sich Chancen bei einer Konsolidierungsphase im Reisemarkt. Die Finanzierungsrunde wird von Searchlight Capital angeführt, daneben beteiligen sich Bestandsinvestoren wie der Softbank Vision Fund, KKR und Spark Capital sowie die Gründer und noch andere Investoren.

Für Reck und seine bisherigen Geldgeber geht es auch um etwa 655 Millionen Dollar Kapital, die bereits in das 2009 gegründete Berliner Start-up investiert wurden. Erst im Mai 2019 hatten sich Wagniskapitalgeber mit insgesamt 484 Millionen Dollar an dem Unternehmen beteiligt. Seither wird Getyourguide zu den Einhörnern gezählt, den Start-ups mit Milliardenbewertung.

Nun aber ist fraglich, ob die zugrunde liegenden Annahmen noch stimmen und die Wette noch aufgehen kann. Experten rätseln, wann mit Tourismus wieder die Summen umgesetzt werden können wie vor der Pandemie. Mit Blick auf die eigenen Zukunftschancen zeigt sich Reck zuversichtlich: „Ich bin der Meinung, dass es nach der Krise eine sehr starke Auslese im touristischen Markt geben wird und die Unternehmen, die dann die Flexibilität haben zu konsolidieren, einen enormen Wettbewerbsvorteil haben.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Schnelle Erholung, wenn Pandemie unter Kontrolle ist

    Wandelanleihen sehen vor, dass die investierten Beträge bei einer weiteren Finanzierungsrunde oder einem Börsengang in Beteiligungen beziehungsweise Aktien umgewandelt werden – in der Regel zu verbesserten Konditionen. Die Details des Deals teilt Getyourguide nicht mit. Reck versichert aber, man habe sich auf „sehr gute Marktkonditionen“ geeinigt. „Ansonsten hätten wir das auch nicht gemacht, weil wir das Geld nicht unbedingt gebraucht haben“, sagt er mit Verweis auf die Finanzierungsrunde im Vorjahr – von der allerdings ein Teil als sogenannter „Secondary Deal“ an die Bestandsinvestoren zurückgeflossen war.

    Auch Eric Zinterhofer, Mitgründer der Private-Equity-Firma Searchlight Capital, setzt auf eine schnelle Erholung nach der Pandemie. „Während 2020 zweifellos ein herausforderndes Jahr für die Reisebranche war, sind wir sicher, dass Getyourguide über die richtige Strategie, Fähigkeiten und Investoren verfügt, um gestärkt aus dieser Situation hervorzugehen“, sagt er.

    „Unsere Stärke sind schon vor der Pandemie Reservierungen für bestimmte Einlasszeiten und die Technologie dafür gewesen“, gibt CEO Reck ein Beispiel. Durch Corona würden noch mehr Reisende solche Lösungen erwarten, weil sie anstehen oder „sich durch die Uffizien-Galerie pressen“ wollten.
    Das frische Geld ändert nichts daran, dass sich Getyourguide veranlasst sieht, pandemiebedingt ein Sechstel der Stellen abzubauen. „Corona ist sehr unfair, weil es bestimmte Bereiche des Unternehmens auf absehbare Zeit lahmlegt“, sagt Reck – etwa den Markt in Asien und Südamerika.
    „Der neue Reisemarkt wird etwas anders aussehen, mehr regionaler Tourismus in Europa und auch Nordamerika. Darauf stellen wir uns jetzt ein.“

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×