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07.11.2018

10:23

Schnüffeln per WLAN

Forscher blicken mit dem Smartphone durch Wände

Von: Jan Dönges
Quelle:Spektrum.de

Mit der richtigen Software genügt schon ein handelsübliches Smartphone, um eine Wohnung von der Straße her auszuspionieren. Abwehrmaßnahmen dagegen gibt es kaum.

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Heidelberg Aus Sicht des Smartphones wirkt ein WLAN-Router ähnlich wie eine Kerze, die man ins Innere einer Laterne stellt: Alles, was sich in der Lampe bewegt, verrät sich durch schwache Veränderungen des Lichts, das nach außen dringt. Und diese verräterische WLAN-Spuren lassen sich selbst durch Wände aufspüren.

Wie man das Innere einer Wohnung auf Basis der WLAN-Funksignale ausspioniert, hat jetzt ein Wissenschaftlerteam um Yanzi Zhu von der University of California in Santa Barbara dokumentiert. In einem Fachbeitrag schreiben sie, dass nicht mehr als ein handelsübliches Smartphone und ihre selbst entwickelte Software dazu nötig ist.

Schon länger ist bekannt, dass man Personen mit Hilfe von WLAN durch die Wohnung verfolgen und sogar ihre Armbewegungen erfassen kann. Auch testeten Wissenschaftler bereits Verfahren, um mit WLAN-Signalen durch Wände zu blicken.

Alle derartigen Versuche benötigten jedoch Kontrolle über den WLAN-Router oder spezielle Antennen. Zhu und Kollegen hingegen kommen laut ihrer Studie ohne weitere Hilfsmittel aus. Sie messen lediglich die Stärke der WLAN-Signale.

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Standort erkennen

    Diese Funkwellen werden durch Wände, Fenster und Türen, aber auch durch Personen auf komplexe Art und Weise reflektiert. Das Verfahren könne also kein klares Bild des Innern liefern, sondern lediglich grobe Positionsangaben, so die Forscher.

    Immerhin aber können sie erkennen, wo sich eine Person bewegt, ob sie aufsteht, sich hinsetzt oder ob sie eine Tür öffnet. Verfügt man über den Grundriss der Wohnung, kann man sich diese Informationen dort anzeigen lassen.

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    Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Späher den Standort des Routers findet. Dazu muss er mit seinem Handy vor dem Gebäude mehrmals auf und ab gehen, damit das Gerät den WLAN-Sender lokalisieren kann.

    Mehrere Sendegeräte in einer Wohnung erhöhten sogar noch die Zuverlässigkeit des Systems, so die Forscher in ihrem Aufsatz. Zu Testzwecken haben sie (mit Erlaubnis der Bewohner) elf Gebäude ausgespäht.

    Nur wenn sich nichts und niemand in der Wohnung bewegt, ist der WLAN-Schnüffler blind – dann bleibt das Signal konstant. Abgesehen davon gebe es nicht viele praktikable Abwehrmechanismen für Menschen, die ihre Privatsphäre wahren wollen. Am vielversprechendsten sei es noch, das WLAN-Signal mit künstlichem Rauschen zu versehen.

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