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17.11.2022

10:45

Softwarehersteller

Kein Geld für Mercedes und Manchester United: Teamviewer-Investor fordert Ende der teuren Sponsoringdeals

Die Teamviewer-Aktie ist weit von ihrem Höchststand entfernt. Der Fonds Petrus Advisers fordert nun öffentlich einen Kurswechsel – inklusive höherer Ausschüttungen.

Auf dem Trikot von Cristiano Ronaldo prangt bei Manchester United aktuell noch das Teamviewer-Logo. IMAGO/Sportimage

Teurer Trikotsponsor

Auf dem Trikot von Cristiano Ronaldo prangt bei Manchester United aktuell noch das Teamviewer-Logo.

Düsseldorf Der aktivistische Investor Petrus Advisers drängt das Management von Teamviewer, mehr Geld an die Aktionäre auszuschütten und teure Sponsoringdeals zu beenden. In einem Brief an Vorstandschef Oliver Steil und Finanzvorstand Michael Wilkens forderte der Fonds, die Sponsorenverträge mit dem Fußballverein Manchester United und dem Mercedes-Formel-1-Team zu beenden.

Dass der MDax-Konzern mehr als 70 Millionen Euro pro Jahr für Sponsoring aufwende, sei „schlichtweg ein Zeichen von Hybris und schlechtem Urteilsvermögen“, hieß es in dem Schreiben, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Trotz der hohen Summe – sie entspreche dem 1,4-Fachen des Nettogewinnes – seien „noch keine relevanten Markenbildungseffekte“ festzustellen.

Teamviewer zahlt Manchester United Medienberichten zufolge bis 2026 jährlich 47,5 Millionen Pfund (54,5 Millionen Euro) als Trikotsponsor. Der Sponsorendeal ist damit einer der teuersten im europäischen Fußball, was Analysten bereits häufig kritisiert haben. Für den Fünfjahresvertrag mit dem Formel-1-Rennstall Mercedes dürfte der Softwarespezialist ebenfalls Millionen berappen.

„Teamviewer ist nicht SAP, Oracle oder Mercedes“, schrieben Petrus-Gründer Klaus Umek und Partner Till Hufnagel an Vorstandschef Oliver Steil und Finanzvorstand Michael Wilkens. Der britische Fonds hat nach eigenen Angaben seinen Anteil am deutschen Softwarehersteller auf knapp drei Prozent erhöht.

Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen bewerte kontinuierlich die Notwendigkeit von Investitionen in seine Marke und die Sichtbarkeit seiner Produkte vor dem Hintergrund der Unternehmensstrategie und der konjunkturellen Aussichten.

Das Management habe bereits angekündigt, die Partnerschaft mit Manchester United nicht über die ursprüngliche Laufzeit hinaus zu verlängern, so der Sprecher. Zudem habe das Unternehmen seinen Wunsch mitgeteilt, eine Änderung des bestehenden Vertrags zu prüfen.

Aktienrückkäufe als „logische Strategie“

Das Unternehmen bietet eine Softwareplattform für die sichere Vernetzung von Geräten übers Internet an. Die wichtigste Anwendung ist die Fernwartung und -steuerung von PCs, das Management will mit der Technologie zudem Arbeitsprozesse in der Industrie und im Kundenservice digitalisieren. Dabei gilt es, zunehmend Großkunden zu gewinnen.

Petrus Advisers forderte zudem höhere Ausschüttungen für die Aktionäre. Die Stabilität des Geschäftsmodells in Kombination mit dem aktuell niedrigen Kurs mache weitere Aktienrückkäufe „attraktiv“. „Für uns ist daher ein weiteres Aktienrückkaufprogramm, kombiniert mit einer stetig ansteigenden Dividende, eine logische Strategie.“

Die Teamviewer-Aktie notierte Mittwochmorgen bei rund 11,10 Euro, trotz des jüngsten Aufwärtstrends knapp 13 Prozent weniger als zu Jahresbeginn und mehr als 50 Prozent weniger als beim Börsengang im Herbst 2019.

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