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18.08.2022

14:38

Softwarehersteller

Mehrere Hundert Millionen Euro: SAP stößt Lernplattform Litmos ab

Von: Christof Kerkmann

Konzernchef Christian Klein räumt auf. Die Lernplattform Litmos geht an einen Finanzinvestor – sie ist nicht Kerngeschäft. Weitere Deals sind denkbar.

Der Manager strafft das Portfolio von SAP. via REUTERS

SAP-Chef Christian Klein (Archiv)

Der Manager strafft das Portfolio von SAP.

Düsseldorf Die Preisliste des Softwareanbieters SAP umfasst aktuell Tausende Produkte. Das Management um Vorstandssprecher Christian Klein betreibt daher eine „strategische Initiative“ zur Vereinfachung des Portfolios – es wird aufgeräumt. Und SAP vermeldet nun einen weiteren Deal aus dem Bereich Portfoliopflege: Die Lernplattform Litmos geht an den Finanzinvestor Francisco Partners.

Der Abschluss werde für das vierte Quartal erwartet und stehe unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden, teilte der Dax-Konzern Mittwochabend mit. Zu den finanziellen Details äußerten sich die Parteien nicht. Der Kaufpreis beträgt nach Handelsblatt-Informationen aus Konzernkreisen einige Hundert Millionen Euro.

SAP hatte bereits 2020 die Kommunikationseinheit Digital Interconnect an Sinch verkauft und 2021 das Geschäft mit Spezialsoftware für Finanzdienstleister ins Joint Venture Fioneer ausgegliedert. Weitere Deals sind denkbar: Im Juli stellte Klein Analysten eine „erhöhte Konzentration auf unsere wachstumsstarken Kernprodukte“ in Aussicht.

SAP betreibt zwei Plattformen für Onlineschulungen, deren Angebot sich teilweise überschneidet: Success Factors Learning, das zur Einheit für Personalsoftware gehört, und Litmos, das 2018 im Zuge der 2,4 Milliarden Dollar teuren Übernahme von Callidus Cloud zusätzlich ins Portfolio kam.

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    Nun soll Litmos mit dem bestehenden Führungsteam eigenständig werden. Francisco Partners werde „die notwendigen Investitionen, den Fokus und die Erfahrung zur Verfügung stellen können, um weiterhin kontinuierliches Wachstum zu erzielen“, erklärte Meg Bear, Präsidentin von Success Factors, in einer Mitteilung von SAP.

    Francisco Partners ist in der Technologiebranche ein bekannter Name. So kaufte die Private-Equity-Gesellschaft Anfang des Jahres einen Geschäftsbereich von IBM, der unter dem Namen Watson Health auf Gesundheitsdaten spezialisiert war. Im Juli sicherte sich das Unternehmen von Investoren weitere 17 Milliarden Dollar.

    Die Logik des Deals ist für SAP-Insider nachvollziehbar: Die Konkurrenz um Geld, Personal und Aufmerksamkeit ist innerhalb des Konzerns groß. Besonders schwer haben es Bereiche, die das Management nicht für strategisch wichtig hält – das ist primär betriebswirtschaftliche Software wie das Programm S/4 Hana oder die Beschaffungsplattform Ariba.

    Konzernchef Klein lässt deswegen das Portfolio analysieren. Und trotz der Verkäufe sind auch Zukäufe denkbar. So zahlte der Konzern im vergangenen Jahr rund 950 Millionen Euro für Signavio, dessen Plattform Geschäftsprozesse analysiert und nun zentraler Teil der Produktpalette werden soll.

    Als Gerüchte über den Verkauf von Litmos an die Öffentlichkeit drangen, war übrigens von einem deutlich höheren Kaufpreis die Rede – die Nachrichtenagentur Reuters nannte im Mai eine Milliarde Euro als angestrebte Summe. Allerdings sind die Bewertungen von Technologiefirmen in den vergangenen Monaten angesichts der unsicheren Konjunktur und der steigenden Zinsen unter Druck geraten.

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