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11.05.2022

17:49

Softwarehersteller

Von Apple bis McKinsey: Warum Partnerschaften für SAP so wichtig werden

Von: Christof Kerkmann

Auf der Kundenkonferenz Sapphire holt SAP zahlreiche Partner auf die Bühne, ob Roboterhersteller, Softwarespezialisten oder Beratungshäuser. Der Konzern verfolgt eine neue Strategie.

Partnerschaften sollen die SAP-Produkte besser machen. Bert Bostelmann / bildfolio für Handelsblatt

SAP-Chef Klein

Partnerschaften sollen die SAP-Produkte besser machen.

Düsseldorf Eine Navigation fürs Lagerhaus, ein Scanner für QR-Codes, eine Liste mit Aufgaben: SAP hat eine App entwickelt, die Arbeit im Lagerhaus effizienter machen soll. Während die Arbeiter unterwegs sind, speist der „Warehouse Operator“ die Daten über die Lieferung gleich in das Verwaltungssystem des Softwareherstellers ein.

Das übersichtliche Design für den Einsatz unterwegs, über das sich Nutzer von komplexen SAP-Programmen vermutlich wundern, ist kein Zufall: Es ist das Resultat einer Partnerschaft mit dem iPhone-Hersteller Apple.

Kunden, die Apps für Apple-Geräte nutzen, um ihre Logistik zu organisieren, profitierten von einer einfachen Handhabung, sagte SAP-Chef Christian Klein am Dienstag auf der Kundenkonferenz Sapphire in Orlando, Florida – „und das macht unsere Lösungen stärker“.

Auf der Veranstaltung präsentiert der Softwarehersteller traditionell keine ganz großen Neuheiten, sondern eine lange Liste kleiner Verbesserungen am Produktportfolio: von neuen Funktionen für die Nachhaltigkeitsplattform bis zu einem Projekt für die Nutzung von Kryptowährungen im Unternehmenskontext.

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    Besonders auffällig sei dieses Jahr gewesen, wie stark das SAP-Management die Bedeutung der Partnerschaften betont habe, sagt Holger Müller, Analyst bei Constellation Research, dem Handelsblatt. „Das ist nicht der Ansatz der ‚alten‘ SAP“, lautet sein Fazit. Früher habe das Unternehmen den Anspruch gehabt, alles selbst zu entwickeln – „das gelang nicht immer, und wenn es gelang, war es nicht immer gut genug“.

    23.000 Partner, von Accenture bis Ecovadis

    Die Rolle der Partner wächst. Die rund 23.000 IT-Dienstleister, Systemintegratoren und Softwarehersteller beraten Unternehmen, helfen bei der Einführung der Programme und entwickeln Erweiterungen. Sie bedienen einen beträchtlichen Teil der rund 440.000 Kunden und schließen mehr als 80 Prozent aller neuen Verträge ab. Der Konzern allein könne das nicht leisten.

    Allerdings verändert sich die Beziehung gerade: Die Partner sollen gerade bei der Produktentwicklung eine größere Rolle spielen. „Partnerschaften bereichern unser Portfolio und stärken unser Leistungsversprechen“, sagte Klein.

    Innerhalb des vergangenen Jahres habe es bei SAP eine bewusste Veränderung gegeben, sagte Julia White, die mit dem Vorstandsressort „Marketing and Solutions“ seit einem Jahr für Partnerschaften verantwortlich ist.

    Der Konzern wolle bewusst entscheiden, welche Produkte und Funktionen er selbst entwickle und wo er die Lösungen anderer Unternehmen anbiete. „Ich setze mich dafür ein, dass wir mehr mit dem Ökosystem tun.“

    Zu den Partnern, die auf der Sapphire präsentiert wurden, zählten Beratungshäuser wie Accenture und McKinsey, IT-Anbieter wie Microsoft und IBM, aber auch der Industriekonzern Siemens, der PC-Hersteller Lenovo und der Datenlieferant Ecovadis. Und die Projekte reichen von der Einführung von Cloud-Diensten über die erleichterte Einrichtung von Logistikrobotern bis zur Nachverfolgung von Elektroschrott.

    Großes SAP-Portfolio: „Ohne Fokussierung geht es nicht“

    Diese Veränderungen kommen nicht von ungefähr. „Für SAP ist eine der größten Herausforderungen, die vielen Produkte alle weiterzuentwickeln“, so Holger Müller. „Ohne Fokussierung geht es nicht. Deswegen sind Partnerschaften nötig“, erklärte der Analyst, der für Constellation Research Kunden bei IT-Projekten berät.

    SAP verfügt dabei über ein breites Portfolio: Der Konzern entwickelt Software für Finanzen, Produktion, Marketing und Datenanalyse, zudem Speziallösungen für 25 verschiedene Branchen, von denen viele einer Erneuerung bedürfen. Gleichzeitig formuliert er den Anspruch, Geschäftsprozesse vollständig und durchgängig abzubilden, beispielsweise von der Fabrik bis zum Kunden.

    Der Aufwand ist gigantisch. SAP-Chef Klein betont daher immer wieder, dass eine Fokussierung notwendig sei. So gliederte der Konzern im vergangenen Jahr das Geschäft mit Banken und Versicherungen in das Joint Venture Fioneer aus.

    Zudem beschäftigen sich Softwarehersteller wie SAP mit zunehmend komplexen Problemen. Beispiel Nachhaltigkeit: Für die Messung von CO2-Emssionen braucht es Daten über den Energieverbrauch in Fertigung und Logistik, aber auch von Zulieferern und Verbrauchern. „Nachhaltigkeit ist ein Teamsport“, sagte Klein. Zu den rund 40 Partnern von SAP gehört auch das „Who’s who“ der Beratungsbranche.

    Eines sei bei den Partnerschaften aber wichtig, betont Analyst Holger Müller: Auch wenn der Softwarehersteller Verantwortung für bestimmte Produkte abgebe, müsse er weiterhin konkrete Pläne für die Produktentwicklung vorstellen, sogenannte Roadmaps. „SAP muss den Kunden sagen: Was kommt wann – und was kommt nicht?“

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