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22.07.2020

14:46

Starke Auftragseingänge

Software AG profitiert vom Corona-Boom

Von: Stephan Scheuer

Deutschlands zweitgrößter Softwarekonzern hat seine Auftragseingänge deutlich gesteigert. CEO Brahmawar schaut sich nach Kandidaten für Übernahmen um.

Der CEO treibt den Umbau der Software AG voran. Bloomberg

Sanjay Brahmawar

Der CEO treibt den Umbau der Software AG voran.

Düsseldorf Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat viele Unternehmen in zwei Lager geteilt, zeigt sich der Chef der Software AG, Sanjay Brahmawar, überzeugt. Auf der einen Seite gebe es die Firmen, die bereits viel in die digitale Transformation investiert hätten und auch zu Zeiten von Kontaktbeschränkungen ihre Stärken ausspielen könnten. Auf der anderen Seite stünden Firmen, die noch nicht so stark auf die Transformation gesetzt hätten.

Nun gebe es ein Umdenken bei einigen Unternehmen und einen stärkeren Fokus auf die Digitalisierung ihrer Geschäfte. Genau davon habe die Software AG profitieren können, sagte Brahmawar dem Handelsblatt zur Bekanntgabe der Zahlen für das zweite Quartal.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte die Firma ihre Auftragseingänge um mehr als 32 Prozent steigern. Brahmawar wertete das als Indikator für ein starkes Geschäft in der Zukunft. Die Anleger quittierten die Daten mit einem Bewertungssprung von zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent für das im MDax und Tech-Dax gelistete Unternehmen.

Trotz der starken Aussicht auf das künftige Geschäft schwächelte die Software AG jedoch bei Umsatz und Gewinn. Der Umsatz ging um rund drei Prozent zurück, wie es bereits erwartet worden war. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebita) fiel um 26 Prozent. Das für die Zukunft der Firma besonders wichtige Geschäft mit der Cloud und der Vernetzung von Maschinen fiel schwächer aus. Brahmawar erklärte das unter anderem mit zyklischen Entwicklungen bei großen Bestellungen.

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    Die Software AG konnte sich an der Börse vom Einbruch während der ersten Monate der Corona-Pandemie erholen. Vom Tiefststand bei 21,60 Euro je Aktie kletterte der Kurs nach Vorlage der Quartalszahlen auf mehr als 40 Euro. Er lag damit auch deutlich oberhalb des Vorkrisenniveaus von 34 Euro.

    Suche nach möglichen Übernahmekandidaten

    Der Darmstädter Softwarekonzern ist jedoch noch deutlich vom Höchststand von rund 50 Euro je Aktie von Anfang 2018 entfernt. Im August des Jahres hatte Brahmawar den Chefposten übernommen und einen Strategiewechsel eingeleitet. Unter ihm wurden einige Managementposten ausgetauscht, besonders im Vorstand des Unternehmens. Während sich die Firma früher vor allem auf den Einmalverkauf von Softwarelizenzen konzentrierte, setzt Brahmawar stärker auf Laufzeitverträge und Abomodelle.

    Bislang hatte sich Brahmawar vor allem auf die interne Transformation des Unternehmens konzentriert. Künftig werde er sich auch stärker nach möglichen Kandidaten für Übernahmen und Beteiligungen umsehen. Die Software AG werde jedoch nur zukaufen, wenn sich Synergien für die zentralen Firmenbereiche ergeben könnten, sagte der CEO.

    Nur zwei Monate nach seinem Start bei der Software AG hatte Brahmawar den Kauf der US-Firma Built.io verantwortet, die sich auf die Integration von Produkten in Cloudplattformen konzentriert. Seitdem war es still um den CEO und seine Ambitionen bei Zukäufen geworden.

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