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30.06.2022

10:44

Start-up-Szene

Neuer Berliner Fonds Magnetic will 220 Millionen Euro einsammeln

Von: Philipp Alvares de Souza Soares

Die Bewertungen vieler Start-ups gerieten zuletzt unter Druck. Zwei Berliner Investoren schreckt das offenbar nicht. Ihr erstes Investment: Ein Start-up, das tierfreie Steaks entwickeln will.

Vertrauen in das Potential der Gründerszene. Prisma Bildagentur

Fernsehturm in Berlin-Mitte

Vertrauen in das Potential der Gründerszene.

Hamburg Trotz Krisenstimmung in der Start-up-Szene wagen sich zwei Berliner Wagniskapitalgeber mit einem neuen Fonds an den Markt: David Rosskamp, der in den letzten Jahren den June Fund managte, und Mario Lebherz, bis Sommer 2021 Managing Director bei den Atlantic Food Labs, sammeln derzeit Kapital für ihr Projekt Magnetic, wie das Handelsblatt erfuhr.

Zielmarke: Offenbar zunächst rund 220 Millionen Euro, die in zwei Vehikeln sowohl für Frühphasen- wie Wachstumsfinanzierung eingesetzt werden sollen. Zu den bisherigen Geldgebern gehören den Informationen zufolge vor allem Family Offices und Privatpersonen wie andere Start-up-Gründer. Konkrete Namen wollte das Team auf Anfrage nicht nennen.

Der 37-Jährige Rosskamp agierte mit dem June Fund bislang weitestgehend im Hintergrund. Sein Partner dort war Florian Schindler, Bruder des Google-Vorstands Philipp Schindler, der privat in den Fonds investiert hatte. Zu den weiteren Geldgebern gehörte etwa die Investmentgesellschaft SEK Ventures der Flixbus-Gründer. June investierte etwa in den Elektrogeräte-Abodienst Grover, den Bluttestentwickler Aware oder den Fahrradnavigator Komoot.

Rosskamps neuer Partner Lebherz, 35, hat bei den Food Labs gearbeitet, einem auf Lebensmittel spezialisierten Fonds, der etwa am Lebensmittel-Schnelllieferdienst Gorillas beteiligt ist. Die Food Labs wurden 2016 von Christoph Maire gegründet, einem der bekanntesten Investoren der Berliner Gründerszene.

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    Dort war Lebherz unter anderem an den Investitionen in den Milchersatzentwickler Formo oder den Hamburger Hightech-Pilzzüchter Mushlabs beteiligt.

    Abhängigkeit von etablierten Strukturen überwinden

    Der Fokus von Magnetic ist relativ breit und ähnelt dem des June Fund. Investorenunterlagen zufolge geht es um „systems of independence“. Damit sind offenbar Innovationen wie Kryptowährungen oder synthetische Lebensmittel gemeint, die etablierte Regeln einer Branche überwinden könnten. Es gehe darum, Unternehmen zu finanzieren, die neue Technologien breiter verfügbar machen, hieß es. Die Fondsgründer verstehen diese Zielsetzung auch als politische Mission. Zu den ersten Investments gehört eine Beteiligung am Project Eaden, einem Start-up, das an schmackhaften Fleischersatzprodukten arbeitet.

    Es bleibt abzuwarten, wie Rosskamp und Lebherz ihre Thesen künftig mit Inhalt füllen. Der zeitliche Horizont der beiden „true millenial investors“ (Eigenwerbung) soll ungewöhnlich lang sein. Angesichts kollabierender Start-up-Bewertungen bieten sich derzeit jedenfalls günstige Einstiegsgelegenheiten.

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