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12.09.2022

10:58

Start-ups

EQT will mit Wachstumsfonds Konkurrenz aus USA und Asien ausbooten

Von: Nadine Schimroszik

Der schwedische Finanzinvestor wirbt um Spitzen-Start-ups. Pro Firma stehen 50 bis 200 Millionen Euro bereit. Allerdings interessiert sich EQT nur für Marktführer.

EQT, Start-up-Büro IMAGO/MASKOT

Start-up-Büro

EQT war bislang vor allem für Private Equity bekannt, investiert mit einem Fonds nun aber auch in Start-ups.

Düsseldorf EQT will die Talfahrt der Bewertungen von bekannten Start-ups wie Klarna und Instacart für sich nutzen. Nach Meinung des Partners beim Wachstumsfonds EQT Growth, Dominik Stein, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um einzusteigen: „Es gibt weiterhin Deals und diese zu besseren Bedingungen für Investoren.“

Einige Wettbewerber seien nicht mehr so aktiv. Damit sei im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren viel weniger Geld im Markt.

Jüngste Zahlen untermauern die Einschätzung von Stein. Laut dem Datenanbieter Crunchbase ist im August so wenig Wagniskapital in Start-ups geflossen wie zuletzt vor zwei Jahren. Stein zufolge wirkt sich das positiv auf die Position der Investoren gegenüber Start-ups und die Vertragskonditionen aus. „Die Firmen sind weiterhin gut, die zugrundeliegenden Trends wie Digitalisierung stimmen“, begründet er auch das Investoreninteresse an der Investitionsstrategie von EQT.

In den vergangenen Jahren trafen die wenigen europäischen Investoren, die in der Lage waren, bei großen Finanzierungsrunden mitzumischen, in den Verhandlungen mit Start-ups vor allem auf namhafte Konkurrenten aus den USA und Asien.

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    Unter anderem der japanische Technologieinvestor Softbank – beteiligt an GetYourGuide oder Coachhub – und Tiger Global aus London mit Investitionen wie in das Berliner Softwareunternehmen Contentful dominierten die Schlagzeilen. Nach EQT-Berechnungen waren im vergangenen Jahr europäische Investoren nur an rund 30 Prozent aller Wachstumsrunden in Europa beteiligt.

    EQT steckt zwei Milliarden Euro in Start-ups

    Das wollen die Schweden ändern und stärker mitmischen. „Wir sehen die Möglichkeit, einen starken europäischen Wachstumsfonds aufzubauen“, sagt Stein.

    Dafür haben die Schweden, bisher vor allem für ihr Private-Equity-Geschäft bekannt, ihren ersten Wachstumsfonds geschlossen und kommen auf ein verwaltetes Vermögen von 2,2 Milliarden Euro – mehr als die ursprünglich angepeilten zwei Milliarden Euro. Das Kapital will EQT für insgesamt rund 20 Investitionen in europäische Start-ups nutzen und jeweils zwischen 50 und 200 Millionen Euro bereitstellen.

    Dominik Stein, Partner beim Wachstumsfonds EQT Growth EQT

    Dominik Stein

    Partner beim Wachstumsfonds EQT Growth, Dominik Stein.

    „Wir suchen Firmen, die Umsätze generieren, in ihrem Segment marktführend sind, bereits viele Kunden und ein gutes Managementteam haben“, sagt Stein und schaut dabei auf die Bereiche Enterprise, Consumer Internet, Gesundheitswesen und Klimatechnik. Allerdings ist das Gerangel um diese Firmen, die Hoffnung auf hohe Gewinne beim Verkauf der Beteiligung machen, groß.

    Trotzdem ist Stein überzeugt, „als aktiver Partner“ bei den richtigen Start-ups zum Zuge zu kommen: „Es gibt viele europäische Gründer, die die kulturelle Nähe bei europäischen Investoren schätzen. Das sorgt für Vertrauen.“ Zudem nehme sich EQT viel Zeit für die Start-ups und helfe etwa mit Wissen zum Markteintritt in weitere europäische Länder.

    Keine Verkäufe geplant

    Zu dem in den vergangenen eineinhalb Jahren angesammelten kleinen Portfolio zählen der niederländische Zahlungsdienstleister Mollie und der Secondhand-Anbieter Vinted. Bei Mollie habe man bei der Suche nach der Deutschlandchefin geholfen, sagt Stein. Verkauft wurde bereits die Beteiligung am finnischen Essenslieferdienst Wolt, der in die Hände des US-Branchenprimus DoorDash wanderte.

    Nun rechnet Stein erst mal nicht so schnell mit weiteren Verkäufen. Das wäre momentan ein schlechter Zeitpunkt: „Dieses Jahr ist gekennzeichnet durch sinkende Bewertungen und die Fokussierung auf Profitabilität. Die Ukrainekrise und die drohende Rezession verstärken das noch.“ Sorgen macht sich Stein trotzdem nicht: „Wir wollen im Moment nichts verkaufen, wir wollen einsteigen.“

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