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11.05.2022

17:15

Suchmaschine

Google will über 300 Verlagen Geld für News zahlen

Der US-Technologieriese will künftig Geld für journalistische Inhalte zahlen. Auch erste deutsche Verlage haben bereits Verträge unterschrieben.

Der Schritt folgt auf die Verabschiedung bahnbrechender EU-Urheberrechtsvorschriften vor drei Jahren. Reuters

Google

Der Schritt folgt auf die Verabschiedung bahnbrechender EU-Urheberrechtsvorschriften vor drei Jahren.

Brüssel Google will mehr als 300 Verlegern in Deutschland, Frankreich und vier anderen EU-Ländern Geld für ihre Nachrichten zahlen. „Bisher haben wir Vereinbarungen mit mehr als 300 nationalen, lokalen und spezialisierten Nachrichtenpublikationen in Deutschland, Ungarn, Frankreich, Österreich, den Niederlanden und Irland getroffen, und viele weitere Gespräche laufen noch“, sagte Google-Managerin Sulina Connal am Mittwoch in einem Blogpost des US-Konzerns.

Zwei Drittel der Gruppe seien deutsche Verlage, darunter „Spiegel“, Zeit“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Offen blieb, wie viel Google den Verlagen zahlt

Zudem soll ein Tool eingeführt werden, um es weiteren Pressehäusern zu erleichtern, sich zu beteiligen. Das Tool bietet den Verlagen eine erweiterte Vereinbarung zur Nachrichtenvorschau. Dies soll es Google erlauben, gegen eine Lizenzgebühr Textausschnitte und Vorschaubilder – Snippets und Thumbnails – zu zeigen.

Der Schritt folgt auf die Verabschiedung bahnbrechender EU-Urheberrechtsvorschriften vor drei Jahren. Diese verpflichten Google und andere Online-Plattformen dazu, Musiker, Künstler, Autoren, Nachrichtenverleger und Journalisten für die Nutzung ihrer Werke zu bezahlen.

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    Verlage gehören zu den schärfsten Kritikern von Google und drängen Regierungen seit langem, dafür zu sorgen, dass Online-Plattformen eine faire Vergütung für ihre Inhalte zahlen. Australien hat solche Zahlungen 2021 zur Pflicht gemacht, während Kanada im vorigen Monat ein ähnliches Gesetz eingeführt hat. In Deutschland streiten Google und Verlage seit Jahren über die Auslegung des sogenannten Leistungsschutzrechts.

    Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) äußerte sich skeptisch zu Googles Vorgehen. „Wir haben in der Sache bereits mehrfach deutlich gemacht, dass wir Googles Angebot einerseits begrüßen, weil das Unternehmen damit grundsätzlich anerkennt, dass es für Presseinhalte bezahlen muss“, so der BDZV. Auf der anderen Seite liege die Auswahl der Partnerfirmen allein bei Google. „Die Ausschüttung der Gelder an die Verlagshäuser geschieht damit weiter willkürlich.“

    Die Verwertungsgesellschaft Corint Media, die die Rechte von Verlagen vertritt, reagierte kritisch. „Die geplante massenhafte und schnelle Einholung von Lizenzen zu Dumping-Preisen ist eine weitere Eskalationsstufe, die nun im Streit zwischen den Digitalplattformen und den Presseverlegern von Google gezündet wurde.“

    Statt für die Nutzung von Presseinhalten eine angemessene Vergütung mit den Verwertungsgesellschaften und Einzelverlagen zu einheitlichen Preisen und Konditionen auszuhandeln, versuche Google, einen allein festgelegten, marktmissbräuchlich geringen Preis für die Rechte festzusetzen. Man warne Presseverleger, „sich Rechte an ihren Inhalten, dem Herzstück ihres Geschäfts, für Glasperlen abkaufen zu lassen“.

    Corint Media schätzt die auszuschüttende Summe auf rund zehn Millionen Euro. Dies sei weniger als in Australien, erklärte die Verwertungsgesellschaft. Dort, wo der Markt rund ein Drittel des deutschen Markts ausmache, zahle Google aufgrund schärferer gesetzlicher Regeln bis zu 100 Millionen Euro an Verlage. .

    Von

    rtr

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