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28.07.2021

05:03

Tech-Konzern

Google-Mutter Alphabet steigert Umsatz unerwartet kräftig

Von: Axel Postinett

Die Erlöse des Konzerns kletterten um 57 Prozent. Der Gewinn legte sogar noch stärker zu. Analysten hatten mit deutlich geringeren Zahlen gerechnet.

Der Google-Mutterkonzern konnte seinen Umsatz kräftig steigern. AP

Alphabet

Der Google-Mutterkonzern konnte seinen Umsatz kräftig steigern.

San Francisco Google-Mutterkonzern Alphabet meldet sich mit starken Zahlen nach der Pandemie zurück. Die Mischung aus dem Konsumentengeschäft bestehend aus Google und der Videoplattform Youtube auf der einen Seite und der Cloud für Unternehmenskunden und dem Betriebssystem Android auf der anderen Seite beschert dem Konzern ein kräftiges Umsatzwachstum.

Die Umsätze im zweiten Quartal kletterten währungsbereinigt um 57 Prozent auf 61,88 Milliarden Dollar, wobei Google der größte Posten ist. Das übertraf alle Analystenschätzungen, die im Schnitt mit 56 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Gewinn legte sogar noch stärker zu. Von April bis Juni erreichte Alphabet einen Nettogewinn von 18,5 Milliarden Dollar, nach 6,96 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Getrieben wurde das Ergebnis von einem boomenden Geschäft mit Suchmaschinenwerbung und kräftig sprudelnden Werbeeinnahmen. Dazu kam ein ungebrochenes Wachstum im noch jungen Cloud-Geschäft, das über 53 Prozent auf 4,628 Milliarden Dollar zulegen konnte. Damit wurde gleichzeitig der operative Verlust von 1,4 Milliarden auf 591 Millionen Dollar eingegrenzt.

Zwar handelt es sich bei den Messgrößen um das schwache zweite Quartal des Pandemiejahres 2020, dennoch sind die Zahlen beeindruckend. Nachbörslich legten die Alphabet-Papiere 3,5 Prozent zu.

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    Der Erfolg mit der Cloud ist von besonderer Bedeutung für CEO Sundar Pichai und Google-Cloud-Chef Thomas Kurian. Letzterer war von Oracle zu Google gewechselt, um das Image der Plattform bei Geschäftskunden aufzubessern. Google galt als reine Konsumentenplattform, die regelmäßig Dienste wieder einstellte, wenn sie nicht profitabel genug erschienen.

    Zudem lastete Google der Ruf an, der Konzern werte alle verfügbaren Daten für seine Zwecke aus – eine Horrorvorstellung für Unternehmenskunden. Kurian hatte lange damit zu tun, diese Vorurteile loszuwerden. Das aktuelle Wachstum gibt ihm und seinem CEO jetzt Rückenwind.

    Videoplattform Youtube direkt hinter Disney und Netflix

    Mit dem Erfolg der Google-Suchmaschine, Google Cloud, den Services wie Gmail, Docs, Drive oder Calendar und den Chrome-Laptops sowie dem Browser ähnelt die Konzernaufstellung zudem immer stärker der von Microsoft mit seinem Mix aus dominierenden Unternehmensangeboten, der Cloud, den Surface-Laptops, dem Bing-Browser und den Konsumentenangeboten wie der X-Box, Gaming-Services und Spielesoftware.

    Ein weiteres Highlight ist die Videoplattform Youtube. Sie wurde 2006 von Google für 1,6 Milliarden Dollar gekauft. Jetzt könnte sie als Einzelunternehmen bis zu 170 Milliarden Dollar wert sein, so die Schätzung von Investment- und Start-up-Berater Howie Mann. Damit läge die Google-Tochter direkt hinter den Branchenriesen Disney (326 Milliarden Dollar) und Netflix (229 Milliarden Dollar).

    Das Werbeaufkommen auf Youtube wuchs mit 83,7 Prozent auf sieben Milliarden Dollar und damit so stark wie keine andere Sparte im Berichtsquartal. Auch nach dem Ende der Pandemie scheint sich dieser Trend nicht abzuschwächen. Vergangenes Jahr musste der Alphabet-Konzern erstmals in seiner Geschichte einen Umsatzrückgang hinnehmen. Youtube sorgt nun dafür, dass das Geschäft wieder volle Fahrt aufnimmt.

    Laut Youtube habe das neu eingeführte Produkt „Youtube Shorts“ inzwischen die Marke von „15 Milliarden Views weltweit“ überschritten. Diese Zahl lag bei den nur wenige Sekunden langen Videoschnipseln noch im März bei 6,5 Milliarden.

    Youtubes nächstes Angriffsziel ist damit klar abgesteckt: Der unbestrittene König der Shortvideos, Tiktok. Dessen Muttergesellschaft Bytedance wird im grauen Markt mit rund 180 Milliarden Dollar bewertet.

    Apple und Microsoft stellten ebenfalls Bilanzen vor

    Neben Alphabet stellten auch die Tech-Riesen Microsoft und Apple an diesem Dienstag ihre Bilanzen vor. Alphabets Zahlen wurden dabei von den Anlegern am besten aufgenommen. Die Aktie von Microsoft, dessen Quartalszahlen ebenfalls besser ausfielen als erwartet, legte nachbörslich nur 0,7 Prozent zu. Eine unerwartete Schwäche im Hardwaregeschäft mit Tablets und Laptops belastete den Kurs.

    Apple konnte dank massiver iPhone-Verkäufe und einer Erholung in China ebenfalls die Analystenschätzungen übertreffen. Dennoch fiel die Apple-Aktie nachbörslich. Dem Konsumenten-Konzern Apple fehlt das zusätzliche Cloud-Geschäft mit Geschäftskunden, das immer wichtiger wird.

    Nach dem massiven Wachstum bei der Google Cloud und einem Plus von 51 Prozent bei Microsofts „Azure Cloud“, die am ehesten vergleichbar mit der Google Cloud ist, wartet der Markt jetzt gespannt auf Amazons Zahlen für die Cloud. Diese werden zeigen, ob Amazon Web Services (AWS) seine Marktführerschaft ausbauen kann. Oder ob Google und Microsoft nach ihren Milliardeninvestitionen aufholen konnten.

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