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26.05.2022

15:56

Technologie

Chiphersteller Broadcom übernimmt VMware für 61 Milliarden Dollar

Von: Joachim Hofer

Der Chef des amerikanischen Chipkonzerns fürchtet das Ende des Halbleiterbooms und strebt ins Softwaregeschäft. Größter Profiteur des Deals ist ein PC-Pionier.

Der amerikanische Chipkonzern bietet 61 Milliarden Dollar für VMware. Reuters

Broadcom

Der amerikanische Chipkonzern bietet 61 Milliarden Dollar für VMware.

München Der Chiphersteller Broadcom investiert kräftig, um sein Softwaregeschäft auszubauen: Für 61 Milliarden Dollar schluckt der US-Konzern den Softwareanbieter VMware. Das teilten beide Firmen am Donnerstag mit. Es ist der bislang größte Deal einer Halbleiterfirma.

Vorstandschef Hock Tan zahlt für die Aktien einen Aufschlag von gut 40 Prozent auf den Schlusskurs von VMware vom 20. Mai. Dies war der letzte Handelstag, bevor US-Medien erstmals über Verhandlungen zwischen den Unternehmen berichteten. Ein Aufschlag in dieser Höhe ist in der Tech-Branche durchaus üblich.

Wie keine andere Chipfirma setzt Broadcom auf Software. Die Amerikaner kauften vor vier Jahren bereits das Softwareunternehmen CA Technologies sowie kurz darauf einen Teil des Sicherheitssoftware-Anbieters Symantec.

CEO Hock Tan sagte am Donnerstag: „Aufbauend auf unserer nachgewiesenen Erfolgsbilanz erfolgreicher Übernahmen verbindet diese Transaktion unsere führenden Halbleiter- und Infrastruktursoftwaregeschäfte mit einem ikonischen Pionier und Innovator im Bereich Unternehmenssoftware.“

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    Die Chipbranche boomt derzeit wie schon lange nicht mehr. Vergangenes Jahr ist der Umsatz um ein Viertel in die Höhe geschossen. Für dieses Jahr rechnen die Marktforscher erneut mit einem Plus von mehr als zehn Prozent. Der Broadcom-Chef indes glaubt, dass der Höhenflug nicht von Dauer ist. Die Branche werde zu den früher üblichen fünf Prozent plus pro Jahr zurückkehren, so der Manager. Mit der Software baut sich Hock Tan deshalb ein starkes zweites Standbein auf.

    Drittgrößter Tech-Deal aller Zeiten

    Broadcom ist den Marktforschern von Gartner zufolge der sechstgrößte Halbleiterkonzern der Welt mit einem Jahresumsatz von zuletzt knapp 28 Milliarden Dollar. Die Firma mit Hauptsitz in Kalifornien hat sich auf Kommunikationschips spezialisiert.

    Mit VMware will Broadcom weniger abhängig vom Chipmarkt werden. Bloomberg

    VMware

    Mit VMware will Broadcom weniger abhängig vom Chipmarkt werden.

    VMware erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 13 Milliarden Dollar. Der Konzern hat sich auf Programme spezialisiert, die Funktionen von Netzwerkrechnern, den sogenannten Servern, virtualisiert und Anwendungen in Rechenzentren managt und vereinfacht. Das Unternehmen arbeitet eng mit Amazon Web Services zusammen, der stark wachsenden IT-Tochter von Amazon.

    Die Übernahme ist nicht nur für die Halbleiterindustrie bemerkenswert. Sie ist auch der drittgrößte Deal in der Tech-Geschichte insgesamt. Erst vor wenigen Monaten kaufte Microsoft den Videospieleanbieter Activision für 69 Milliarden Dollar. 2016 übernahm Dell den Speicherkonzern EMC für 67 Milliarden Dollar.

    Michael Dell ist Großaktionär

    Bei der aktuellen Übernahme ist Dell-Gründer Michael Dell wie auch bei EMC mit von der Partie. Der 57-Jährige besitzt rund 40 Prozent an VMware und ist Vorsitzender des Verwaltungsrats. Das Softwareunternehmen war mit der Übernahme von EMC zu Dell gekommen. Der PC-Hersteller spaltete es vor einem halben Jahr per Aktientausch ab, Michael Dell bekam ein großes Aktienpaket.

    Die Aktionäre von VMware können zwischen 142,50 Dollar in bar je Anteilsschein oder 0,252 Broadcom-Papieren wählen. Broadcom hat sich für die Transaktion Kreditzusagen über 32 Milliarden Dollar gesichert.

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