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06.06.2022

10:00

Technologie

Chipwerks-Planer für Infineon: Exyte sucht Investor

Von: Arno Schütze, Martin-W. Buchenau

Der Reinraumtechnik-Spezialist wollte eigentlich an die Börse gehen. Nun hofft der Eigentümer stattdessen auf einen Finanzinvestor.

Chipfabrik von Infineon Bloomberg

Chipfabrik

Die neue Halbleiterfabrik von Infineon in Villach hat Exyte gebaut.

Frankfurt Der Stuttgarter Anlagenbauer Exyte begibt sich Finanzkreisen zufolge auf die Suche nach einem Investor. Der österreichische Unternehmer Georg Stumpf will einen Minderheitsanteil verkaufen und hofft dabei auf eine Gesamtbewertung von rund vier Milliarden Euro, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten.

Die Deutsche Bank organisiere den Investoren-Prozess für den Anlagenbauer, der aktuell massiv vom Chipboom profitiert. Der Prozess stehe erst am Anfang und Entscheidungen seien nicht kurzfristig zu erwarten. Exyte und die Deutsche Bank lehnten Stellungnahmen ab.

Exyte-Vorstandschef Wolfgang Büchele hatte im April im Handelsblatt-Interview ein Wachstum der Firma auf einen Umsatz von zehn Milliarden Euro bis 2027 angekündigt – eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2021. Angesichts dramatischer Lieferengpässe investieren Chipkonzerne derzeit weltweit Milliarden in neue Werke. Der Auftragseingang in den ersten Monaten des Jahres habe deutlich über den Erwartungen gelegen, hatte Büchele erklärt. Zu seinen Kunden gehören unter anderem Intel und Infineon.

Es gibt aber auch kritische Stimmen zu den Aussichten der Firma. „Der Chip-Zyklus ist bereits auf dem Höhepunkt“, sagte eine mit der Branche vertraute Person.

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    Schon mehrfach habe Exyte versucht, Investoren zu begeistern – bislang ohne Erfolg. Das Unternehmen wollte ursprünglich im Jahr 2018 an die Börse gehen und peilte eine Bewertung von drei Milliarden Euro an. Das klappte ebenso wenig wie ein Börsengang mittels Spac-Deal, also der Fusion mit einer börsennotierten Firmenhülle.

    Waferproduktion von Siltronic Paul Schmidt/ Siltronic

    Waferproduktion

    Für den Waferhersteller Siltronic ist Exyte derzeit im sächsischen Freiberg und in Singapur tätig.

    Im vergangenen Jahr war Exyte Finanzkreisen zufolge mit einem US-Spac bereits so gut wie handelseinig gewesen, allerdings fehlte damals das Investoreninteresse für die erforderliche Kapitalerhöhung (Pipe). Der Deal wurde abgeblasen.

    Exyte sieht sich als führenden Anbieter für Planung, Entwicklung und Bau von Hightech-Anlagen, insbesondere von Chipwerken. Um bis zu acht Prozent wird der Umsatz der Chipbranche jedes Jahr bis 2030 steigen, schätzt die Beratungsgesellschaft McKinsey. Um diese Nachfrage zu befriedigen, braucht es Dutzende neue Werke. Allein in Europa muss sich die Produktionskapazität vervierfachen, wenn die EU ihr selbst gesetztes Ziel erreichen möchte.

    In der Öffentlichkeit ist der Name kaum bekannt, dabei hat Exyte eine lange Tradition: Das 1912 von Karl Meissner und Paul Wurst gegründete Unternehmen zählt zu den Pionieren der Reinraumtechnik. In den vergangenen 30 Jahren wechselten die Eigentümer häufig, noch häufiger die CEOs. Seit 2009 gehört die Firma Georg Stumpf.

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