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19.06.2022

10:33

Technologiekonzern

Apple-Store-Mitarbeiter in den USA organisieren sich erstmals in Gewerkschaft

Die Beschäftigten wollen ihre Interessen gegenüber dem Tech-Konzern besser durchsetzen. Die nächsten Schritte können sich nach Einschätzung von Experten aber hinziehen.

Beschäftigte eines Apple Stores nahe Baltimore haben dafür gestimmt, sich gewerkschaftlich zu organisieren. AP

Apple-Logo

Beschäftigte eines Apple Stores nahe Baltimore haben dafür gestimmt, sich gewerkschaftlich zu organisieren.

Towson Mitarbeiter in einer Apple-Filiale in einem Vorort von Baltimore wollen sich gewerkschaftliche organisieren. Die Beschäftigen in Towson im US-Staat Maryland stimmten am Samstag mit 65 zu 33 Stimmen für einen Beitritt zur Gewerkschaft der Maschinenbauer und Raumfahrtbranche, wie die Arbeitnehmerorganisation IAM mitteilte. Das Abstimmungsergebnis konnte nicht umgehend von der Bundesbehörde für Arbeitsbeziehungen bestätigt werden, die die Wahl anerkennen muss.

Die Technologiekonzern Apple wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP nicht zu der Wahl äußern. Die Gewerkschaft IAM und die Apple-Mitarbeiter, die ihr beitreten wollten, erklärten, sie hätten Konzernchef Tim Cook im vergangenen Monat über ihr Vorhaben informiert. In der Mitteilung hieß es, ihre Motivation sei es, Rechte anzustreben, die sie derzeit nicht hätten. Außerdem hätten die Beschäftigten kürzlich die Gruppe Core (Coalition of Organized Retail Employees) gegründet, um ihre Interessen zu vertreten.

Die Mitarbeiter in Towson sind die ersten Angestellten im Einzelhandelsbereich des Konzerns, die sich gewerkschaftlich organisieren. Apple-Beschäftigte in Atlanta, die das ebenfalls vorhatten, zogen ihren Antrag im vergangenen Monat zurück. Sie begründeten dies mit Einschüchterungsversuchen.

„Ich begrüße den Mut der Core-Mitglieder im Apple Store in Towson, die diesen historischen Sieg errungen haben“, teilte der Präsident von IAM International, Robert Martinez, mit. „Sie haben ein großes Opfer für Tausende Apple-Beschäftigte im ganzen Land gebracht, die alle Augen auf diese Wahl gerichtet hatten.“ Er forderte Apple auf, das Wahlergebnis zu respektieren und den gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, rasch einen Vertrag für den Standort Towson zu schließen.

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    Es blieb unklar, welche Schritte auf die Abstimmung in Towson folgen würden. Arbeitsexperten erklärten, es sei nicht ungewöhnlich, dass Arbeitgeber den Verhandlungsprozess in die Länge zögen, um Gewerkschaftskampagnen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Die IAM bezeichnet sich als eine der größten und vielfältigsten Industriegewerkschaften Nordamerikas. Sie vertritt rund 600 000 aktive und ehemalige Mitglieder aus der Luft- und Raumfahrt, dem Verteidigungssektor, bei Fluggesellschaften, der Eisenbahn, im Transportwesen, in der Gesundheitsbranche, der Automobilindustrie und anderen Bereichen.

    In den vergangenen Monaten fanden im ganzen Land Abstimmungen über ähnliche Bemühungen zur Organisation der Arbeitnehmer statt, die nicht alle erfolgreich verliefen. Die Beschäftigten in einem Amazon-Lager in New York City stimmten im April für eine gewerkschaftliche Organisation, der ersten in der Geschichte des Online-Händlers in den USA.

    Die Beschäftigten eines anderen Amazon-Lagers auf Staten Island lehnten jedoch im vergangenen Monat ein solches Vorhaben mit überwältigender Mehrheit ab. Mitarbeiter in Dutzenden US-Filialen der Kaffeehauskette Starbucks votierten in den vergangenen Monaten ebenfalls für eine gewerkschaftliche Organisierung.

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