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10.03.2022

17:47

Telekommunikation

Deutsche Telekom startet Verkaufsprozess für Funkturmgeschäft

Die Telekom will sich vom Funkturm-Geschäft trennen und dafür in den kommenden Wochen Gebote annehmen. Damit sollen Schulden abgebaut werden.

Der Telekommunikationskonzern will sich vom Funkturm-Geschäft trennen. Reuters

Deutsche Telekom

Der Telekommunikationskonzern will sich vom Funkturm-Geschäft trennen.

Madrid/Berlin Die Deutsche Telekom hat Insidern zufolge den milliardenschweren Verkaufsprozess für ihre Funkturm-Tochter auf den Weg gebracht. Innerhalb der nächsten zwei Wochen würden Gebote angenommen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Goldman Sachs berate den Bonner Dax-Konzern beim Verkauf des Funkturmgeschäfts, dessen Wert auf bis zu 18 Milliarden Euro geschätzt wird. Das Handelsblatt hatte Ende Dezember 2021 über entsprechende Pläne berichtet.

Unter den Interessenten sei Europas Branchenprimus Cellnex, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Allerdings hätten auch Finanzinvestoren ein Auge auf das Geschäft geworfen, dass von Telekom-Chef Tim Höttges zuletzt immer wieder als Kronjuwele und Königmacher bezeichnet wurde. In der Vergangenheit wurden auch American Tower und die Vodafone-Tochter Vantage Towers als potenzielle Käufer gehandelt.

Ein Sprecher der Deutschen Telekom sagte, man prüfe aktuell verschiedene Optionen für das Funkturmgeschäft. Cellnex, American Tower wie auch Goldman Sachs wollten keine Stellung nehmen. Erst im Februar hatte Höttges gesagt: „Wir sind in der Phase, wo wir genau überlegen, wer der richtige Partner ist und wer uns das attraktivste Angebot gibt.“ Das Funkturmgeschäft der Bonner umfasst aktuell 40.100 Standorte und erlöste im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro. In der Bundesrepublik ist die Deutsche Telekom mit Abstand größter Anbieter von Masten.

Angesichts des Schuldenbergs von zuletzt mehr als 130 Milliarden Euro und notwendigen Ausgaben für den Ausbau des 5G-Infrastruktur und die Sicherstellung der Kapitalmehrheit an der US-Tochter T-Mobile US benötigt die Deutsche Telekom frisches Geld.

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    Im vergangenen Jahr hatte Europas größter Telekomkonzern bereits sein Geschäft in den Niederlanden für fast vier Milliarden Euro an ein Konsortium mit den Finanzinvestoren Apax und Warburg Pincus - dem Arbeitgeber des früheren Telekom-Chefs Rene Obermann - verkauft.

    In der Funkturmbranche ist viel Bewegung - auch weil der 5G-Netzaufbau und die zunehmende Digitalisierung in der Coronakrise für eine hohe Nachfrage sorgen. Infrastrukturanbieter können einfacher als Mobilfunkkonzerne die Masten am Boden und auf Hausdächern an mehrere Nutzer gleichzeitig vermieten, was über Jahre hinweg wiederkehrende Einnahmen und planbare Investitionen verspricht. Deswegen hat Vodafone seine Tochter Vantage an die Börse gebracht, Cellnex befindet sich seit Jahren auf Expansionskurs und American Tower hat für 7,7 Milliarden Euro Masten von Telefonica erworben

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    rtr

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