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18.03.2022

11:59

Telekommunikation

Infrastrukturfonds bieten angeblich für Vantage Towers – Aktie legt mehr als elf Prozent zu

Vodafones Funkmastentochter steht vor dem Verkauf. Nun sollen erste Investoren Angebote eingereicht haben.. Die Vantage-Aktie reagiert mit einem Kurssprung.

Vodafone prüfe die Offerten und habe noch keine Entscheidung getroffen. dpa

Mobilfunkmast

Vodafone prüfe die Offerten und habe noch keine Entscheidung getroffen.

Singapur, London Weltweit tätige Infrastrukturfonds haben Insidern zufolge ein Auge auf Vodafones Funkmastentochter Vantage Towers geworfen. Die Bieter, darunter die Investmentfirmen Brookfield und Global Infrastructure Partners (GIP), hätten unaufgefordert Angebote eingereicht, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei werde die in Düsseldorf ansässige Vantage Towers höher bewertet als der aktuelle Börsenwert von rund 15 Milliarden Euro.

Am Aktienmarkt sorgte das potenzielle Interesse für Kauflaune. Die Vantage-Aktie sprang am Freitag zwischenzeitlich um 11,4 Prozent in die Höhe auf mehr als 33 Euro. Vor genau einem Jahr hatte das Unternehmen auf dem Frankfurter Parkett bei 24,80 Euro debütiert. Für das Vodafone-Papier ging es 1,4 Prozent nach oben.

Den Insidern zufolge streben die Interessenten eine Mehrheit an. Vodafone prüfe die Offerten und habe noch keine Entscheidung getroffen. Angesichts des teuren 5G-Netzaufbaus und der hohen Nachfrage durch die fortschreitende Digitalisierung erfreuen sich Infrastrukturanbieter derzeit großer Beliebtheit. Sie können einfacher als Mobilfunkkonzerne die Masten am Boden und auf Hausdächern an mehrere Nutzer gleichzeitig vermieten, was über Jahre hinweg wiederkehrende Einnahmen und planbare Investitionen verspricht. Vantage kommt inzwischen auf rund 82.000 Funkmaststandorte in zehn europäischen Ländern.

Nach Aussage von zwei Insidern befürwortet der britische Telekomkonzern Vodafone eine Fusion von Vantage mit einem Konkurrenten – entweder dem Funkmastengeschäft der Deutschen Telekom oder Oranges Infrastrukturtochter Totem. Entsprechend hatte sich auch Konzern-Chef Nick Read in der Vergangenheit geäußert. Vodafone hält rund 81 Prozent an dem rund 420 Mitarbeiter starken Unternehmen. Allerdings stehen die Briten seit dem Einstieg des aktivistischen Investors Cevian unter Druck, mehr aus ihren einzelnen Geschäften zu machen. Read hatte die Möglichkeit geäußert, den Vantage-Anteil herunterzuschrauben, weiterhin aber die Tochter zu kontrollieren. In Spanien sind Vodafone inzwischen offenbar die Hände gebunden, da die beiden Konkurrenten – Frankreichs größter Telekomkonzern Orange und MasMovil – über einen Zusammenschluss ihrer Geschäfte verhandeln.

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    Vodafone, Orange und Brookfield wollten keine Stellung nehmen. GIP war zunächst nicht erreichbar. Ein Sprecher der Deutschen Telekom verwies auf die Aussagen von Vorstandschef Tim Höttges vom jüngsten Kapitalmarkttag, wonach die Telekom alle strategischen Optionen für die Funkmastentochter prüfe. Insidern zufolge hat der Bonner Dax-Konzern inzwischen den milliardenschweren Verkaufsprozess für seine Funkturmtochter angestoßen. Demnach dürfte die Telekom bis Ende nächster Woche Gebote entgegennehmen. Unter den Bietern soll sich Europas Branchenprimus Cellnex befinden.

    Von

    rtr

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